07. November 2018

Mappe-Technik: Kreative Strukturputze

Die Krokodilstrukturen können individuell farblich gestaltet werden. Beispielsweise wie hier mit Metallic-Beschichtungen auf Dispersionsbasis im Farbton Bronze mit zusätzlichen Akzenten Foto: Bernd Ducke/Mappe

Das Aufziehen und Strukturieren von Putzen zählt zu den klassischen Oberflächentechniken des Malerhandwerks und des Stuckateurs. Über die Standardoberflächen hinaus lässt sich aber noch viel mehr machen: Man sollte kreativ an das Thema Strukturputze herangehen, mit dem Material spielen und zusätzlich verschiedene Beschichtungsstoffen ausprobieren. Die Mappe-Technik zeigt einige Ausführungsbeispiele.

Einzigartige und repräsentative Oberflächen nach Kundenwunsch

Putze zeichnen sich durch eine große Vielfalt an Strukturen, Formen und Farben aus. Neben den verschiedenen Verarbeitungstechniken ist vor allem die Körnung des Materials entscheidend. So bewirkt eine feine Körnung des Materials eine eher edle und moderne Optik, während grobe Körnungen vor allem rustikal-gemütlich wirken. Da aber immer öfter ganz individuelle Oberflächen vom Kunden gewünscht werden, kommt man mit den üblichen Musterplatten mit Reibeputz- und Kratzstrukturputz nicht mehr weit. Mit feinkörnigen Putzen und Werkzeugen können jedoch individuelle Strukturen nach Kundenwunsch gestalten. Eine Schulung ist eine erste Möglichkeit, sich mit der Herangehensweise an solche Kundenaufträge auseinanderzusetzen und erst einmal zu üben. In den meisten Fällen gestaltet man dort bereits seine eigenen Musterplatten mit der eigenen individuellen Handschrift. Gerade die eigene Handschrift ist bei kreativen Oberflächentechniken ein Merkmal, das sich auch als individuell erstelltes Design für einen Einzelnen Auftraggeber vermarkten lässt. Für die praktische Ausführung solcher Aufträge sollten die einzelnen Mitarbeiter ihre Aufgaben kennen und vorher bereits geübt haben. Wichtig ist, dass einzelne Arbeitsschritte möglichst von einer Person ausgeführt werden, um Störungen im optischen Erscheinungsbild zu vermeiden. Bekannt ist das Phänomen von sich abzeichnenden Gerüstlagen – ähnliche Probleme entstehen durch die individuelle Handschrift der Mitarbeiter!

Schritt 1: Die Grundbeschichtung als Basis

Die wichtigste Aufgabe einer Grundbeschichtung ist die Haftvermittlung zum Untergrund und sie ist die Haftbasis für den nachfolgenden Beschichtungsaufbau. Darüber hinaus hat die Grundierschicht je nach Art des Untergrunds sehr unterschiedliche Funktionen – abgestimmt auf die jeweiligen Untergründe und Anforderungen. In unserem Fall ist es eine wasserverdünnbare quarzgefüllte und die Saugfähigkeit regulierende Grundierung, rezeptiert für pastöse und mineralische Oberputze.

Schritt 2: Der Putzauftrag für eine Krokodilstruktur

Grundsätzlich lassen sich für Oberflächengestaltungen verschiedene mineralische, aber auch pastöse Putze verwenden. Im Beispiel wird ein mineralischer Marmorputz mit einer Körnung von 0 bis 0,5 mm verarbeitet. Der Putz wird mit sauberem Wasser angesetzt und mit einem Rührwerk durchmischt, bis sich die gewünschte Konsistenz einstellt.

Schritt 3: Die farbliche Gestaltung von Krokodilstrukturen oder Varianten in der Strukturierung

Da die Strukturelle eine gestalterische Basis vorgibt, lässt sich die Putzstruktur nur bedingt beeinflussen. Sie wollen wissen, wie die Krokodilhautimitation effektvoll beschichtet werden kann oder welche Varianten von Strukturputzen noch möglich sind? Tipps zur farblichen Effektgestaltung, hilfreiche Verarbeitungstipps und Hinweise gibt es in der September-Ausgabe der Mappe 2018.