Wie man verschiedene Handwerksbranchen unter ein Dach bringt

 

Handwerkskooperationen haben sich schon vielfach im Baustellenalltag bewährt. Ein Beispiel ist in München aktiv. Seit fünf Jahren repräsentiert das Münchner Bauforum Handwerksbetriebe rund um das Thema Bau in München. Insgesamt haben sich 54 Unternehmen in dem Verein zusammengeschlossen, um die Bauabläufe in den einzelnen Gewerken zu optimieren, Erfahrung auszutauschen und damit einen Mehrwert für Kunden und Betriebe zu schaffen.

 

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Vorstand von links nach rechts: Rainer Schlögel, Klaus Graser, Peter Linner; Foto: Münchner Bauforum/Agentur Schwebende Elefanten.

 

»Nur wer Qualität beweist, darf in den Verein aufgenommen werden«, erklärt Vorstandsmitglied Peter Linner. Ein Qualitätszertifikat ist beispielsweise der Münchner Erasmus Grasser Preis. Lässt sich nach Vereinsaufnahme ein Rückgang in der Qualität erkennen, könne es auch sein, dass ein Mitglied wieder vom Bauforum ausgeschlossen wird, so Linner.

Die Unternehmen kommen aus unterschiedlichen Branchen: Von Gutachtern, Bauingenieuren, Elektrofachbetrieben, Malern, Gärtnern bis zu Architekten, Rechtsanwälten, Trockenbauer und Schreiner sind über 30 verschiedene Gewerke unter dem Dach des Münchner Bauforums firmiert. Steinmetze seien noch nicht dabei, würden aber genauso gut in das Konzept des Bauforums passen, versichert der Vorstand.

Die Zusammenarbeit der Unternehmen untereinander erfolgt profivisionsfrei und ist dem Zweck untergeordnet, einen reibungslosen Bauablauf ohne Zeit- und Informationsverlust auf Baustellen oder bei gemeinsamen Projekten zu gewährleisten. Hier will sich das Münchner Bauforum von anderen Kooperationen unterscheiden: Das Forum will Unternehmensdienstleistungen ganz gezielt vermitteln.

Die Mitglieder des Vereins treffen sich alle vier Wochen, um sich auszutauschen und sich mit fachübergreifenden Vorträgen weiterzubilden. Im Jubiläumsjahr hat das Bauforum Großes vor: Themen wie »Integration von Flüchtlingen« und »Frauenquote« stehen auf der Agenda.