Wenn der Gebäudeenergieeffizienzplan ineffizient wird

 

Der von der Bundesregierung angestrebte Plan, bis 2020 die jährliche Sanierungsrate von 1 auf 2 Prozent zu erhöhen zeigt bisher wenig Erfolg. Das haben Statistiken des neuen Gebäudereports der Deutschen Energie-Agentur (dena) gezeigt. Da die Sanierungsrate im deutschen Gebäudebestand nicht regelmäßig ermittelt wird, muss auf Zahlen aus verschiedenen Teilbereichen der Gebäudeenergieeffizienz zurückgegriffen werden. Der zum Jahreswechsel veröffentlichte Report der dena zeigt, dass zwischen 2012 und 2015 zwar die Märkte für energieeffiziente Heizungen um etwa 10 Prozent und für Fenster um knapp 4 Prozent angestiegen sind, der Absatz von Dämmstoffen jedoch eine Abnahme von 11 Prozent zu verzeichnen hat. Diese Werte geben einen ersten Hinweis darauf, dass die Sanierungsrate sich bislang nicht die gewünschte Richtung entwickelt.

 

Die aktuellen Zahlen sind wenig vielversprechend. Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

 

Das bestätigt auch Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung: „Unsere Zahlen zeigen: Eine Beschleunigung ist bei der Energieeffizienz im Wärmesektor nicht erkennbar. Der Handlungsdruck steigt damit rapide an. Wir müssen immer mehr in immer kürzerer Zeit erreichen“. Bei Fortführung des bisherigen Entwicklungsstands kann davon ausgegangen werden, dass das Zwischenziel, den Wärmebedarf der Gebäude bis 2020 um 20 Prozent zu senken, um etwa zwei Jahre verfehlt wird.

Energieverbrauch: Sanierte Altbauten erreichen nahezu die Werte von Neubauten

„Die bisherigen Maßnahmen für mehr energetische Sanierungen greifen zu kurz“, ergänzt Andreas Kuhlmann. „Wir brauchen bessere Anreize für Hausbesitzer, damit sie in eine energetische Sanierung investieren.“ Das zentrale Instrument, um die Attraktivität von Investitionen zu steigern, ist in seinen Augen die Förderung. Hier sieht Kuhlmann durch eine Ausweitung der Fördermittel und eine Verbesserung der Konditionen noch viel Potenzial.

Dass sich das energetische Sanieren lohnt, zeigt ein Blick auf den Energieverbrauch sanierter Wohngebäude: während vollständig sanierte Altbauen nahezu die selben Verbrauchswerte wie Neubauten erreichen, liegen Wohnhäuser, die vor 1979 und damit vor dem Inkrafttreten der ersten Wärmeschutzverordnung gebaut worden sind, deutlich unter dem Niveau und sind für zwei Drittel des Wärmeverbrauchs der Wohngebäude verantwortlich.

Treibhausgasemissionen bleiben konstant

Auch die Zahl der Treibhausgasemissionen aller Sektoren (Verkehr, Industrie, Gewerbe/Handel/Dienstleistungen, Privathaushalte) stagniert: Die CO2-Minderung gegenüber dem Jahr 1990 beträgt weiterhin 27 Prozent. Das Ziel, bis 2020 40 Prozent der Emissionen einzusparen, erscheint daher kaum noch erreichbar.

Im Teilbereich erneuerbare Energien ist Deutschland dagegen weitgehend auf Kurs: Die gesteckten Ziele für den Anteil der Erneuerbaren im Strom- und Wärmemarkt werden bei jetzigem Fortschritt in Kürze erreicht. Nur der Verkehrsbereich ist noch weit vom Ziel entfernt. Bis 2020 soll der Anteil der erneuerbaren Energien hier auf 10 Prozent steigen. Ende 2015 lag der Wert bei gut 5 Prozent.

dena-Gebäudereport: Ein aktuelles Nachschlagewerk

Der dena-Gebäudereport umfasst alle wichtigen  Statistiken und Analysen zur Gebäudeenergieeffizienz in Deutschland, darunter die Ende des Jahres veröffentlichten BMWi-Energiedaten, die KfW-Förderstatistik und die Daten des Statistischen Bundesamts. Durch eigene Berechnungen werden Zusammenhänge der entscheidenden Daten deutlich gemacht und kompakt aufbereitet. Die Inhalte reichen vom Energieverbrauch der Gebäude über Angaben zu Eigentümer- und Mieterstrukturen bis hin zu den Rahmenbedingungen für Energieeffizienz im Gebäudebereich. Weitere Informationen zum dena-Gebäudereport finden Sie auf www.dena.de.

 

Quelle: Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)