WDVS in Europa – Verbandsarbeit immer wichtiger

Ende 2018 feierte die EAE am Gründungsort Baden-Baden ihr 10-jähriges Bestehen. Neben dem Rückblick auf die Anfänge und die beständige Entwicklung war das ein Anlass, über die nächste Dekade nachzudenken. Der Prozess wurde in 2018 zusammen mit den Mitgliedern intensiviert. Dabei wurde klar: Die EAE wird als europäische Interessenvertretung der WDVS-Industrie eher noch wichtiger werden.

Wichtige Rahmenbedingungen, die das Geschäft der WDVS-Hersteller und ihrer Lieferanten in den kommenden Jahren erheblich beeinflussen, werden auf der europäischen Ebene gestaltet. Die Rolle der einzelnen Mitgliedsstaaten liegt in der Umsetzung. Daher braucht es starke Verbände in Europa und in den Mitgliedsstaaten, die in engem Austausch miteinander stehen. Die EAE sieht die folgenden Schwerpunktthemen:

Umsetzung des europäischen Binnenmarkts für Bauprodukte:

Die Bauproduktenverordnung dient der Verwirklichung dieses Ziels. Wesentlich ist dabei eine einheitliche technische Sprache. Konkret gemeint ist die Anwendung einheitlicher Bewertungsmethoden zur Ermittlung wesentlicher Eigenschaften, die in der Leistungserklärung vom Hersteller deklariert werden. Dies setzt europäische Normen (CEN) oder europäische Bewertungsdokumente (EOTA) voraus. Die EAE bringt sich seit Jahren aktiv ein und wird dies fortsetzen. Auf nationaler Ebene beteiligen sich die Mitgliedsverbände an der Ausgestaltung der Anwendungsregeln für WDVS.

Circular Economy:

Dieses Schlagwort steht oben auf der europäischen Agenda. Gemeint ist, dass die EU in allen Wirtschaftsbereichen einen deutlich höheren Recyclinganteil erzielen will. Der Baubranche kommt eine große Bedeutung zu, da ihr massen- und volumenmäßiger Anteil in Europa hoch ist. Die EAE widmet sich seit 2012 dem Thema und strebt an, für WDVS mit unterschiedlichen Dämmstoffen und Schlussbeschichtungen/-bekleidungen Lösungen zu entwickeln. Von der Bündelung der Aktivitäten auf der europäischen Ebene profitieren alle EAE-Mitgliedsstaaten, also auch der deutsche Markt.

Gebäudeeffizienzrichtlinie:

Ende 2018 wurde der letzte Teil des Gesetzespakets »Saubere Energie für alle Europäer« in Kraft gesetzt. Insbesondere die EU-Gebäudeeffizienzrichtlinie dient der Umsetzung der umwelt- und energiepolitischen Ziele der EU, die sie im Pariser Klimaschutzabkommen versprochen hat. Ziel ist es, bis 2050 einen nahezu CO2-neutralen Gebäudebestand zu erreichen. Die Mitgliedsstaaten sind verpflichtet, konkrete Maßnahmenpläne bis 2030 mit messbaren Zwischenschritten sowie eine Langfriststrategie bis 2050 in Brüssel vorzulegen. Als Mitglied der Initiative »Renovate Europe« will die EAE dazu beitragen, dass das Prinzip »Efficiency First« entsprechend berücksichtigt wird. Außerdem plant sie, Anregungen für die Ausgestaltung und Nachjustierung von Maßnahmenplänen sowie das Monitoring zu liefern.Gerade in diesem Punkt will sich die EAE noch stärker in die politische Arbeit einbringen. Die EAE hat dazu bereits eine Repräsentanz in Brüssel und wird das gute Netzwerk mit Partnerverbänden weiter ausbauen.