WDVS in Europa – Teil 1

Die Qualität sichern

Die Klima- und Energiepolitik ist längst keine nationale Angelegenheit einzelner Staaten mehr. Deutschland befindet sich im Binnenmarkt der EU und so werden Regelungen zunehmend in Brüssel beschlossen. Das gilt natürlich auch für Bauprodukte wie Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS). Wir stellen in loser Folge unterschiedliche Aspekte des Themas WDVS in Europa vor.

Die EAE (European Association of ETICS) ist der europäische Dachverband von WDVS-Verbänden aus derzeit zwölf europäischen Ländern – Deutschland, Österreich, Polen, Tschechien, Frankreich, Belgien, Niederlande, Italien, Großbritannien, Türkei, Slowakei, Rumänien. Hinzu kommen sechs wichtige europäische Verbände der Zulieferindustrie als außerordentliche Mitglieder sowie sieben führende Hersteller und Forschungsinstitute als Fördermitglieder.

Wichtig ist, dass es einen fairen Wettbewerb gibt und Systeme nach einheitlichen Grundlagen in ihrer Leistung bewertet werden

Diese Konstellation ist wichtig, um der EAE den notwendigen Rückhalt und das Know-how in den Bereichen Technik, Forschung und Entwicklung sowie Prüfung und Zertifizierung zu sichern. So wie der Systemgedanke für die geprüfte Qualität zusammen verwendeter Produkte innerhalb eines WDVS steht, so steht die EAE mit dieser Mitgliederstruktur für die Vernetzung der Kompetenzbereiche. Die EAE selbst ist Mitglied bei Construction Products Europe, dem europäischen Verband der Baustoffhersteller, bei EC- CREDI – The European Council for Construction Research, Development and Innovation – sowie der branchenübergreifenden Initiative Renovate Europe. Darüber hinaus repräsentiert die EAE die europäische WDVS-Branche in Normungsausschüssen von CEN, bei EOTA sowie gegenüber der Europäischen Kommission und anderen Institutionen.

Ralf Pasker, Geschäftsführer der EAE, im Gespräch mit der Mappe

Ralf Pasker
Ralf Parker spricht im Interview über den Nutzen der EAE für Handwerksbetriebe in Deutschland

Mappe: Warum braucht es einen europäischen WDVS-Verband?

Ralf Pasker: Immer mehr Regelungen, die unsere Branche direkt betreffen, werden auf europäischer Ebene getroffen (Energie- und Klimapolitik, einheitlicher europäischer Binnenmarkt für Bauprodukte, CEN-Normen, EOTA). Mit nationalen Organisationen kommt man hier nicht weit, kann nicht richtig mitgestalten. Im Zusammenschluss nationaler Institutionen zu einem europäischen Verband ist das anders. Die EAE wird als Interessenvertretung in Brüssel wahrgenommen und wird bei den relevanten Entscheidungsprozessen beteiligt. Immerhin repräsentiert die EAE etwa 80 Prozent des europäischen Marktes für WDVS und WDVS-Komponenten.

Mappe: Warum ist die Entwicklung in Europa auch für das Handwerk und Deutschland relevant?

R.Pasker: Europa setzt den übergeordneten Rahmen, die Mitgliedsstaaten gestalten die Umsetzung. Eine in nicht allzu ferner Zukunft in Kraft tretende europäische WDVS-Norm beschreibt, wie WDVS künftig geprüft und bewertet werden. Das trifft zunächst die Systemanbieter. Wir bemühen uns darum, dass es keinen Bruch zu bestehenden Regelungen gibt. Vielmehr sollen die bewährten Systeme auch künftig in der gewohnten Weise durch jeden Malerbetrieb in Deutschland angewendet werden können. Handwerker und Endkunden müssen sich auch künftig auf die Qualität der Systeme verlassen können.

Mappe: Wie kann ein Malerbetrieb in Deutschland von der Tätigkeit der EAE profitieren?

R.Pasker: Die EAE setzt sich in Brüssel dafür ein, dass die Rahmenbedingungen für die Märkte, die Qualitäts- und Ausführungsstandards, Schulungs- und Qualitätssicherungsmaßnahmen europaweit angepasst werden. Ein Malerbetrieb mit Sitz in einer Grenzregion soll problemlos Aufträge im Nachbarland abwickeln können. Wichtig ist, dass es einen fairen Wettbewerb gibt und Systeme nach einheitlichen Grundlagen in ihrer Leistung bewertet werden. Nur dann kann der Maler das nach Baurecht oder nach Kundenanforderung geforderte System auswählen.

Mappe: Vielen Dank für die Einblicke!

 

Weitere Informationen unter www.ea-etics.eu