Trockenbau: Darauf müssen Sie achten

Trockenbaulösungen werden von Kunden verstärkt nachgefragt, sei es unter optischen Aspekten oder als wirtschaftliche Bauweise, wenn bei Sanierungen z. B. Wohnungsgrundrisse verändert werden sollen. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie bei der Herstellung von Trockenbaukonstruktionen achten sollten.

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Für welche Räume eignet sich der Trockenbau?

Markenhersteller bieten Systeme für nahezu alle Anwendungsgebiete. So gibt es z. B. imprägnierte Platten für den Einsatz in Feuchträumen. Andere Systeme kombinieren gute Schall- und Brandschutzeigenschaften mit erhöhter Stabilität, wie sie in öffentlichen Gebäuden gefordert sind. Spezielle Gipsfaserplatten entfernen Schadstoffe aus der Raumluft und tragen so aktiv zu einem guten Wohnklima bei. Ein anderes Beispiel sind graphithaltige Spezial-Gipsplatten, die wirksam vor Elektrosmog schützen, was beispielsweise in Kinder- oder Schlafzimmern von Bedeutung ist.

Worauf muss ich beim Transport und bei der Lagerung der Gipsplatten achten?

Gipsplatten sollten auf einer ebenen Unterlage – z. B. auf der Palette oder auf Kanthölzern – im Abstand von maximal 350 mm horizontal gelagert werden. Bei der Plattenlagerung ist auf die Tragfähigkeit des Bodens zu achten. So belasten beispielsweise 50 Feuerschutzplatten RF (12,5 mm) die tragende Decke mit circa 5,65 kN/Quadratmeter (565 kg/Quadratmeter). Darüber hinaus sollten die Platten und das Zubehör vor Feuchtigkeit und direkter Sonnenbestrahlung geschützt werden. Feucht gewordene Gipsplatten sind vor der Montage auf ebener Unterlage vollständig zu trocknen. Gipsplatten sollten hochkant getragen oder mit geeigneten Transportmitteln – Hub- bzw. Plattenwagen – befördert werden.

Was ist bei der Planung von Unterkonstruktionen wichtig?

Um aus den Trockenbauplatten eine Wand- oder Deckenkonstruktion zu erstellen, muss zunächst eine Unterkonstruktion aus Metallprofilen oder Holzständern montiert werden. Zu bedenken ist, dass Holz im natürlichen jahreszeitlichen Luftfeuchtewechsel nicht zu unterschätzende Spannungen aufbaut. Werden die Spannungen zu groß, kommt es zu Rissbildungen in den Fugen. Oft zu beobachten ist das in Dachgeschossen. Daher sollten möglichst Metallunterkonstruktionen für Trockenbauplatten verwendet werden, weil diese keine Spannungen aufbauen. Die übliche Unterkonstruktion für Wände besteht aus CW-Profilen (C-förmige Wandprofile) die in UW-Profile (U-förmige Wandprofile) an Boden und Decke in 62,5cm Abstand eingestellt werden. Je nach Anforderung an die Konstruktion werden die Wandprofile in 50, 75, 100 oder 150 mm Breite verwendet. Eine übliche Decken-Unterkonstruktion besteht aus CD-Profilen (C-förmige Deckenprofile, 60 x 27mm). Dabei wird zunächst das Grundprofil an der Decke montiert und mit Kreuzverbindern mit dem Tragprofil verbunden.

Welche Anforderungen gelten für Verspachtelung und Beschichtung?

Je nach optischer Anforderung an eine Verspachtelung wurden vom Bundesverband der Gipsindustrie e.V. vier Qualitätsstufen Q1 bis Q4 eingeführt. Zur Herstellung der Verspachtelung stehen zahlreiche Spachtelmassen zur Verfügung. Vor einer anschließenden Beschichtung oder Tapezierung sind Trockenbauflächen grundsätzlich immer zu grundieren. Die Grundierung ist auf die nachfolgende Beschichtung oder Bekleidung abzustimmen, d. h. der Hersteller des Farbanstrichs gibt in der Regel vor, welche Grundierung für welche Farbe bzw. Tapete zu verwenden ist. Nachlesen kann man diese Informationen im BfS-Merkblatt Nr. 12 oder im BVG Merkblatt Nr. 6. Generell sind wässrige Hydrosol-Tiefgründe geeignet, um die gespachtelte Fläche zu verfestigen, Staub zu binden und um das Saugverhalten von Spachtelfuge und Platte anzugleichen.

Weitere wichtige Hinweise z. B. für die Verschraubung oder die Werkzeuge finden Sie in der April-Ausgabe der Malerzeitschrift Mappe.

Bild: Knauf