Tipps für den schönen Bodenbelag

Wer Fehler bei der Verlegung von PVC/CV bzw. Designbelägen von vornherein durch sorgfältige Planung, Untergrundprüfung und Ausführung vermeidet, kann sich Streitigkeiten ersparen. Wir geben Tipps für die Praxis.
Treten Schäden und Mängeln an verlegten Bodenbelägen auf, werfen sich Planer und Ausführende häufig gegenseitig Versagen vor. Der Bauherr in seiner Not schaltet dann häufig Sachverständige ein und dann wird der Streit noch teuer. Das sind die häufigsten Ursachen für Schäden und Mängel: Falscher Umgang mit Bodenbelägen sowie falsche Handhabung, Nichtbeachtung von handwerklichen Regeln sowie handwerkliche Unzulänglichkeiten und laxes Vorgehen bei der Verlegung.

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Wer Bodenbeläge wie z. B. Designbeläge sorgfältig verlegt und Vorarbeiten korrekt ausführt, ist bei Streitigkeiten in den meisten Fällen auf der sicheren Seite

Sorgfaltspflichten

Handwerkliche Unfähigkeit oder Unkenntnis müssen jedoch nicht immer die Ursache sein. Die Bodenleger verzichten oft aus Kostengründen auf die erforderliche und teilweise zeitraubende Sorgfalt bei der Verlegung. Trotzdem ist es oberstes Gebot, eine handwerklich einwandfreie Arbeit abzuliefern und so dem Bauherrn keinen Grund zur Beanstandung zu liefern.
Dem Bodenleger stehen für die Verlegung von Bodenbelägen die verschiedensten Richtlinien und Merkblätter zur Verfügung. Die unterschiedlichen Verlegeanleitungen der Hersteller und deren spezielle Hinweise sind unbedingt zu beachten. Der Besuch von Verlegeseminaren der Belaghersteller sollte eigentlich Pflicht sein, ebenso der Einsatz geeigneter Werkzeuge. Nur durch eine sach- und fachgerechte Verlegung des Bodenbelages werden die hohen Anforderungen an den optischen Geltungsnutzen, den Gebrauchsnutzen und die erwartete Wertschöpfung erfüllt. So stellt man auch kritische Kunden in der Regel mit seiner Leistung zufrieden.

Hinweise für die Verlegepraxis

Elastische Bodenbeläge müssen vor der Verklebung ausreichend akklimatisiert werden. Bahnenware rollt man nach dem Zuschnitt locker auf und lagert sie bei geeignetem Raumklima (18 °C Lufttemperatur, 55 bis 75 % relative Luftfeuchte) mindestens 24 Stunden in dem zu verlegenden Raum. Das gilt auch für Designbeläge. Eventuell sind deren Verpackungen zu öffnen. Sind die Beläge kälter als die Umgebungstemperatur am Verlegeort, können Stippnähte aufgrund von Dimensionsänderungen entstehen. Sind Beläge wärmer als die Temperatur am Verlegeort, ist mit Fugenbildung im Nahtbereich zu rechnen.

Bei PVC-Verbund- oder bei CV-Belägen erfolgt die Dessinierung durch einen Druckvorgang. Beim Drucken können zwischen rechter und linker Belagsseite geringfügige Farbunterschiede auftreten. Diese werden erst sichtbar, wenn die einzelnen Bahnen aneinandergelegt werden. Ungünstige Lichtverhältnisse können die Farbunterschiede noch verstärken. Diese Farbunterschiede kann man durch die sogenannte »gestürzte« Verlegung vermeiden. Die Beläge müssen bei der Anlieferung geprüft, nach Rollennummern vorsortiert und chargengleich verarbeitet werden. Die Rollen sind fortlaufend entsprechend deren Nummerierung zu verlegen. Auch für Designbeläge gilt, dass alle Elemente aus einer Charge stammen müssen.

Blasen und Beulen, vor allem in Bereichen mit Stuhlrollenbelastung, werden durch zu geringen Klebstoffauftrag aufgrund zu feiner oder abgenutzter Zahnung verursacht. Die erforderliche Benetzung der Belagsrückseite ist durch die feinen Klebstoffriefen nicht mehr gewährleistet. Die Klebkraft wird nicht erreicht und besonders bei Stuhlrollenbelastung entstehen durch das sogenannte Auswalken Blasen und Beulen. Bei zu grober Zahnung kann übrigens die Kleberfuge unter Umständen zu weich ausfallen, was zu einem erhöhten Eindruckverhalten im Belag führt. Deshalb muss der Bodenleger immer mit der vom Klebstoffhersteller empfohlenen Zahnleiste arbeiten und diese sofort austauschen, wenn sie verschlissen ist.

Bei der sogenannten Haftklebung wird der Bodenbelag vergleichsweise spät ins Klebstoffbett eingelegt. Dabei besteht die Gefahr, dass der Belag zu spät ins Kleberbett eingelegt wird. Die Folgen sind in der Belagsoberfläche sichtbare Klebstoffverpressungen durch Fuß- und Kniebelastungen, die sich nicht mehr auswalzen lassen. Der Bodenleger muss hier die richtige Ablüftzeit einhalten, die Klebstoffriefen müssen sich aber immer noch flach drücken lassen. Den Belag einlegen, anreiben und zusätzlich anwalzen.

Bei der Verlegung von elastischen Bodenbelägen reicht ein Anreiben des Belages nach dem Einlegen ins Klebstoffbett beispielsweise mit Korkbrett oder anderer Anreibehilfen nicht aus, um die Klebstoffriefen ausreichend flach zu drücken. Außerdem wird so kein gleichmäßiger Druck auf die Oberfläche ausgeübt. Der Belag liegt auf den Klebstoffriefen wie auf elastischen Stelzen und weist dadurch während der Nutzung ein hohes, sichtbares Eindruckverhalten auf. Deshalb müssen elastische Beläge unmittelbar nach dem Anreiben immer im Kreuzgang angewalzt werden.
Grundsätzlich sollte die Nutzung des Belages erst nach Ablauf der vom Klebstoffhersteller vorgegebenen Aushärtezeit des Klebstoffes beginnen.

Die Möbelgleiter- und Aufstandsflächen müssen auf den Bodenbelag und die Verlegewerkstoffe abgestimmt sein, ebenso wie Belag und Verlegung auf die späteren Nutzungsanforderungen. Durch zu frühe Nutzung, punktuelle Belastungen und Überbelastung kann es zu Klebstoffverquetschungen kommen, die sich im Belag als dauerhafte Eindrücke abzeichnen. Wenn der frisch verlegte Belag im Bereich von Möbelfüßen verschoben wird, entstehen hier bleibende Stauchblasen.

Jedes Bodenbelagsprodukt hat seine Eigenheiten. Bei gewissenhafter Ausführung entsprechend der jeweiligen Verlegeanleitung lassen sich viele Fehler vermeiden und manche Anleitung liefert zusätzlich Tipps zur einfacheren und effizienteren Verlegung kostenfrei mit!