Schutz vor Staub

Berufsbedingte Atemwegserkrankungen wie Silikose und Lungenkrebs, die durch hohes Staubaufkommen am Bau ausgelöst werden, stagnieren seit Jahren auf hohem Niveau. Sie sind keineswegs rückläufig. Die Staubminimierung ist für Betriebe und Beschäftigte, aber auch für Bewohner und Nutzer von Gebäuden ein zentrales Thema. Wir informieren über Gefahren, die Entwicklung und Lösungen.

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Bei vielen Tätigkeiten am Bau staubt es. Bau-Entstaubet schützen die Gesundheit der Beschäftigten. Foto: BG BAU

 

Konzentriert schneidet Malergeselle Karl M. Gipskartonplatten zurecht, es staubt. Dann schüttet er Klebemörtel aus einem Sack in den Eimer, M. steht in einer Staubwolke. Abends wird sauber gemacht: Der Azubi schwingt den Besen, feiner Staub wirbelt umher. Was die beiden Handwerker tun, ist nicht nur lästig, sondern höchst gefährlich. Und es ist verboten: Die Gefahrstoffverordnung verbietet das trockene Kehren ausdrücklich. Denn ein aufgewirbeltes Feinstaubkorn braucht bis zu sieben Stunden, um zu Boden zu fallen. Feinster Staub bleibt in der Luft, er ist da, auch wenn er nicht mehr zu sehen ist, und er kann eingeatmet werden. Ohne Atemschutz und Absauganlage gelangen feine Staubpartikel in den Nasen-Rachen-Raum, die Luftröhre und die Bronchien. Feinere und auch nicht sichtbare Stäube wandern weiter bis in die tiefsten Bereiche der Lunge, die Lungenbläschen (Alveolen) und die tiefen Atemwege (Bronchiolen). Diese werden als »A-Staub« bezeichnet, das heißt alveolengängige (lungenbläschengängige), feine Stäube. Gröbere einatembare Staubfraktionen (E-Staub) werden über die Atemwege aufgenommen.

Auch wenn Staub keine gefährlichen Chemikalien enthält, kann er die Gesundheit gefährden. Besonders kleine Staubpartikel können in die feinen Lungenbläschen eindringen und dort Entzündungen oder sogar Krebs hervorrufen. Gröbere Staubteilchen, die zwar nicht bis in die Lunge vordringen, können dennoch Schäden in Nase, Hals und Rachenraum verursachen.

Wichtige Informationen zum Download:

In der Mappe 2/2017 erfahren Sie mehr über die Einhaltung von Grenzwerten, die Nutzung von Bau-Entstaubern und Erfahrungen von Betrieben in Sachen Staubprävention.