Rechnung in Einkommenssteuererklärung

Laut einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs können Kunden nun auch Rechnungen vom Handwerker bei Neu- und Umbauten der Einkommenssteuererklärung beilegen. Bislang galt dies lediglich für Renovierungen und Modernisierungen. Die Einkommensteuer sinkt nun mit dem Handwerkerbonus um bis zu 20 Prozent. (bis 1.200 Euro/Jahr) Beispiele, die nun dazu gehören sind Malerarbeiten, Reparaturen an Sanitäranlagen, sowie Badsanierungen und Wärmedämmungen. Bis vor kurzem war umstritten, ob umfassende Sanierungen wie der Bau eines Wintergartens oder der Ausbau eines Dachgeschosses steuerlich abgesetzt werden dürfen, da es sich hierbei eigentlich um Herstellungskosten handelt. Diese Unterscheidung zwischen Instandhaltungs- und Herstellungskosten fällt nun nach Ansicht des Bundesfinanzhofes weg (Az. VI R 61/10). Kosten bei Handwerkerarbeiten, die bei einem Neubau entstehen, werden nach wie vor in der Einkommensteuererklärung nicht berücksichtigt.

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Einzelne Finanzgerichte verneinen derzeit noch den Steuerabzug, jedoch hat die Finanzverwaltung das Urteil von 2012 amtlich veröffentlicht und sich damit offiziell zur Anwendung verpflichtet. Nun müssen Rechnungen vom Handwerker mit ausgewiesener Mehrwertsteuer und Zahlung auf dessen Konto auf Nachfrage ihres Finanzamtes einreichen. Steuerabzug gibt es nur für die Arbeitskosten, weshalb man auf der Rechnung Material- und Arbeitskosten strikt trennen sollte. Ziel dieser Maßnahme war es, die Schwarzarbeit einzudämmen. Es bleibt allerdings abzuwarten, wie diese Maßnahme in der folgenden Legislaturperiode gehandhabt wird. Der Handwerkerbonus spielt immer wieder auf politischer Ebene eine Rolle. Die Stimmen gegen ihn meinen, er sei zu teuer. Die positiven Stimmen halten ihn für sinnvoll, da mit ihm viele Aufträge legal vergeben werden können, was dem Staat zusätzliche Einnahmen bringt. Anderenfalls würden sie sonst in der Schattenwirtschaft landen.

Foto: Uwe Schlick/pixelio.de