Puren feiert Jubiläum

Seit 50 Jahren werden Dämmstoffe aus Polyurethan in Überlingen am Bodensee hergestellt. PU-Pionier puren ist einer der Vorreiter für den Hochleistungsdämmstoff. Architekten bevorzugen diesen Dämmstoff, weil er schlanke Konstruktionen ermöglicht, Handwerker, weil er angenehm und professionell zu verarbeiten ist und clevere Bauherren, weil sie mit effizient gedämmten Konstruktionen auf gleicher Fläche mehr Wohnraum schaffen. Der Dämmstoffpionier feiert nun sein 50-jähriges Bestehen mit einem Dämmstoff, der so aktuell ist wie nie zuvor. 

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Hans Bommer, der Gründer der puren, hat Dr. Andreas Huther zu seinem Nachfolger erwählt.
Mit rund 200 Gästen aus Wirtschaft und Politik feierte Anfang Juni die puren in Überlingen am Bodensee ihr 50. Firmenjubiläum. Tragendes Thema der Veranstaltung war der positive Gründergeist und die gebündelte Konzentration des Gründers Hans Bommer auf den vor 50 Jahren noch völlig neuen Dämmstoff Polyurethan. Durch unermüdlichen Einsatz gelang Bommer, woran seinerzeit einige Großkonzerne scheiterten.

Erfolgreich auf breiter Front

Seit 50 Jahren setzt PU mit seinen hervorragenden Lambda-Werten Maßstäbe. Seine Ressourceneffizienz ist weiterhin unerreicht und der heutige Stand der Technik laut Dr. Andreas Huther, Geschäftsführer der puren gmbh, »bestenfalls die Basis für das, was noch kommt«. Gestützt wird diese Aussage vom anhaltenden Erfolg der Polyurethan-Technologie. Egal ob im Bauwesen, dem Automobil- und Logistikbereich, im Geräte- und Möbelbau, Sport- und Freizeitsektor, überall wird am Material geforscht und entwickelt. In immer mehr Branchen spielt das vielseitige und leistungsfähige PU seine Stärken aus und zählt heute zu den erfolgreichsten Materialien überhaupt. Der anhaltende Erfolg und die weltweit wachsende Nachfrage nach der PU-Technologie führten 2017 sogar zu branchenweiten kurzfristigen Lieferengpässen bei PU-Produkten. Für Dr. Huther von puren ist die vorübergehende Materialknappheit überstanden. Dr. Huther: »Wir erwarten für 2018 eine deutliche Beruhigung der Lage und eine anhaltende Normalisierung der Rohstoffmärkte, sodass wir 2018 mit unseren aktuellen Kapazitäten lieferfähig sein werden.«

Aus kleinsten Anfängen

Alles begann vor 51 Jahren in einem Gespräch unter Kaufleuten, bei dem erstmals der Begriff „Urethan“ viel. Hans Bommer, der Sohn einer in Überlingen bekannten Kaufmanns- und Erfinderfamilie erhielt von seinem Vater den Tipp, sich nach dem neuen Material zu erkundigen. Nachdem sich das seinerzeit geradezu sensationelle Leistungspotential des neuen Dämmstoffes bestätigte, gründete Hans Bommer am 12. Februar 1968 die Firma puren. In einer 150 m² großen Werkstatt wurden mit zwei Mitarbeitern die ersten Formen ausgeschäumt. Noch war die Produktion langsam. Ein PU-Block mit den Abmessungen 0,5 x 0,5 x 1,0 Meter benötigte zwei Stunden zum Aushärten. Das Jahr 1970 markierte die ersten Anfänge des heutigen Hauptwerkes in Überlingen aber auch eine der vielen Erfindungen, die mit diesem Dämmstoff einhergingen. Die damalige Erfindung hieß Öl-Ex und war ein PU-Granulat, das noch heute zur Öl-Schadensbekämpfung eingesetzt wird.

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Anfänge der Produktion mit kleinen Formen in kleinen Räumen.

 

Mit Tempo zum Durchbruch

Der Durchbruch folgt 1972, als es puren gelingt, den Produktionsprozess zu beschleunigen. Statt der ursprünglichen zwei Stunden werden pro Block nur noch 10 Minuten benötigt. Die Produktion wird schneller und ergiebiger. 1976 nahm puren die erste Doppelbandanlage in Betrieb. Mit ihr wurde in einem kontinuierlichen Fließbandprozess Plattenware vor allem für Dachdämmungen hergestellt. 1980 nimmt puren als einer der ersten Hersteller eine kontinuierlich laufende Produktionsstraße für PU-Blöcke in Betrieb. Sie werden in Überlingen erstmals endlos gefertigt und auf Länge geschnitten. Zur puren kommen Standorte in Abtsgmünd bei Aalen (1988), Wiesloch bei Heidelberg (1989), Neuenhagen bei Berlin (1990) und Obermarchtal zwischen Überlingen und Ulm (1990). In den Folgejahren werden die Werke ausgebaut und auf Produktlinien spezialisiert.

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Blockwaren-Produktion bei puren.

 

Seit rund 40 Jahren gibt es bei puren einen Werkstoffkreislauf. Produktions- und Baustellenverschnitte werden zu purenit verarbeitet, einem holzähnlichen dämmenden Funktionswerkstoff, der in den folgenden Jahren viele neue Märkte erschließt und den tiefen Sinn eines wirtschaftlichen Werkstoffkreislaufs bestätigt. Den großen Entwicklungsschritten in der Produktion von Block- und Plattenwaren folgen parallel innovative Hochleistungsdämmstoffe für WDVS einschließlich Brandschutzriegel sowie schwerentflammbare Dämmstoffe für den Baubereich. Nach 50 Jahren beschäftigt puren in seinen weitgehend automatisierten Produktionen rund 300 Mitarbeiter und darf sich zurecht als Pionier der PU-Branche bezeichnen.

Parallele Entwicklungen

Bereits in den 1990er Jahren gibt es erste Kontakte nach China. 1996 entsteht ein Joint-Venture in Jinan. 2007 wird das ursprüngliche Joint-Venture durch die Gründung der Firma Shanghai Huafon Puren Polyurethane Ltd.  ergänzt. 2010 baut dieses Unternehmen das seinerzeit größte Werk Asiens für PU-Blockschäume. Im gleichen Zeitraum entstehen neben den Dämmstoffen für die Baubranche stofflich und thematisch verwandte neue Produkte. Dazu zählen unter anderem die unsichtbar in Wände integrierbaren Lautsprecher purSonic und die Entwicklung der Bomat-Brennwerttechnik für eine innovative, korrosionsfreie Wärmerückgewinnung. Blockschäume werden für Formteile verschiedenster Art, z.B. für Modelle in der Autoindustrie, Kühlfahrzeuge und Spülmaschinen eingesetzt. PU-Schäume dämmen DHL-Lieferfahrzeuge und die neuen Züge der ICE 4-Familie. PU-Formteile optimieren den Wärmeschutz von modernen Fenstern und Türen. Durch den Einsatz unterschiedlicher Rohdichten und Rezepturen können leichte und stabile PU-Konstruktionsdämmstoffe mit angepassten Festigkeiten und Eigenschaften für die verschiedensten Einsatzgebiete hergestellt werden. Nach 50 Jahren sind PU-Dämmstoffe heute so aktuell wie einst.

Gelebte Nachhaltigkeit

Über Werkstoffkreisläufe wird heute viel diskutiert. PU-Dämmstoffpionier puren aus Überlingen praktiziert ihn seit rund 40 Jahren. Dabei kann im Fall der purenit-Produktion in Obermarchtal von Anfängen oder Pilotanlagen keine Rede mehr sein. Das Werk, das PU-Produktionsreststoffe und Baustellenverschnitt verarbeitet, produziert seit Jahrzehnten ein qualitativ hochwertiges Produktportfolio, bedient viele zufriedene Kunden und beschäftigt heute über 60 Mitarbeiter.

Das Unternehmen spricht von Upcycling, was Aufwertung bedeutet. Hierzu wurde die Idee „Next Step PU“ entwickelt, welche branchenübergreifend eine nachhaltige Lösung für Produktions-Nebenprodukte auf geregelter Basis anbietet. Schnell hat man nämlich gelernt, dass selbst die anspruchsvollste umweltschonende Idee im Alltag ohne jegliche Romantik mit seinen materiellen Eigenschaften auch unter finanziellen Aspekten bestehen muss. Das veredelte Produkt wird deshalb in der Qualität exakt überwacht und muss jederzeit den Spezifikationen entsprechen, die den Kunden zugesagt sind. Der dämmende, holzähnliche Funktionswerkstoff purenit ist feuchtigkeits- und chemikalienbeständig, formstabil, thermisch belastbar, bauaufsichtlich zugelassen und zertifiziert.

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Über Werkstoffkreisläufe wird heute viel diskutiert. PU-Dämmstoffpionier puren aus Überlingen praktiziert ihn seit rund 40 Jahren. Dabei kann im Fall der purenit-Produktion in Obermarchtal von Anfängen oder Pilotanlagen keine Rede mehr sein. Das Werk, das PU-Produktionsreststoffe und Baustellenverschnitt verarbeitet, produziert seit Jahrzehnten ein qualitativ hochwertiges Produktportfolio, bedient viele zufriedene Kunden und beschäftigt heute über 60 Mitarbeiter.

 

Fotos: puren