Ornamente in Holzoptik – Teil 2

 

Intarsien sind kunstvolle Einlegearbeiten aus verschiedenen Holzsorten. Ein Maler kann diese aber auch imitieren und den Luxus täuschend echt darstellen. In unserem ersten Teil haben wir die korrekte Vorbereitung und Übertragung vorgestellt. Im zweiten Teil zeigen wir, wie man die erste und zweite Beschichtung und nach Entfernen der Folie Korrekturen vornimmt. Außerdem geben wir wichtige Hinweise für die Überlasur. 

Achtung beim Folienauftrag

Bevor Sie mit der Arbeit beginnen, müssen Sie in einer Skizze die Flächenteilungen wie auch die Einteilung der zu imitierenden Holzsorten festlegen. Diese Skizze wird dann auf die vorbereitete Oberfläche zeichnerisch übertragen. Komplexe Intarsienformen, etwa Ornamente, können Sie auch mit Maskierfolien ausführen. Die Folie dürfen Sie aber nie auf der vorbereiteten Fläche schneiden, denn die Gefahr der Ritzung ist viel zu groß. In die kleinsten Kratzer oder Schnitte setzten sich die sehr feinen Pigmente der Lasuren fest und färben diese dunkel, was später als sehr störend empfunden wird. Daher schneiden Sie entweder die Folie von Hand vor, wobei Sie sehr genau arbeiten müssen, denn das Trägerpapier dürfen Sie auf keinen Fall durchschneiden. Oder Sie digitalisieren Ihre Vorlage und bearbeiten diese mit PC- Fachprogrammen so, dass die Folie mit einem Schneideplotter geschnitten werden kann.

Bei vorgeschnittenen Folien entfernen Sie vor dem Übertrag die Teilflächen des Ornaments, welche in der zweiten, dunkleren Maserierung ausgeführt werden sollen. Der Hell-Dunkel-Kontrast der Maserierungen kann ein Ornament in seiner optischen Wirkung stark beeinflussen. Bevor Sie die Ornamentteile entfernen, müssen Sie daher klären, wie die gewünschte Form am besten zur Geltung kommt. Nun übertragen Sie die vorbereitete Folie mit einer sogenannten Übertragsfolie auf die vorbereitete Fläche, drücken diese fest an und ziehen die Übertragsfolie wieder vorsichtig ab. Als Beispiel für Intarsienimitationen stelle ich im Folgenden eine ornamentale Gestaltung in Ahornschlicht- und Nussbaumwurzelholz vor.

Schichtreihenfolge

Prinzipiell beginnen Sie immer mit der dunkleren Maserierung. Die Lasuren der helleren Hölzer stören im Auftrag der dunkleren Hölzer weniger als umgekehrt. Ist eine sehr komplexe Form, etwa ein Ornament, als Intarsienmalerei auszuführen, kann dies freihändig ausgeführt werden. Dabei wird wieder vom dunkelsten Holz zum helleren hin gearbeitet. Rationeller, jedoch wie oben beschrieben technisch aufwendiger, kann eine solche Imitation mit selbstklebender Schablonenfolie ausgeführt werden. Dann aber arbeiten Sie vom hellen zum dunkleren Holz.

Intarsien sind in der Regel mit Hilfe von Lackpolituren in mehreren Arbeitsgängen auf Hochglanz poliert worden. So bekommen die verwendeten Edelhölzer ihre brillante Farbwirkung. Dies gilt natürlich auch für die malerische Imitation. Sind alle Lasuraufträge vollständig erhärtet, kann die Fläche mit Klarlack überzogen werden. Jetzt werden die Farblasuren angefeuert. Das Farbenspiel der einzelnen Aufträge ergibt ein prächtig und tief wirkendes Abbild einer polierten Intarsie. Um eine optimale Lackoberfläche zu erhalten, müssen Sie Intarsienimitationen immer zwei bis dreimal lackieren und im Anschluss mit Poliermittel aufpolieren.

Entdecken Sie auch den ersten Teil unserer Technik-Reihe Ornamente in Holzoptik.