16. Januar 2023

Gemeinsam mehr Recycling wagen

Die Veranstalter*innen und Moderator*innen des 2. Fachdialogs (v.l.n.r.): Dr. Katharina Gamillscheg (GD Holz), Sebastian Schmidt (Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz) und Dr. Hans-Joachim Riechers (VDPM). Foto: Fulmidas
Die Veranstalter*innen und Moderator*innen des 2. Fachdialogs (v.l.n.r.): Dr. Katharina Gamillscheg (GD Holz), Sebastian Schmidt (Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz) und Dr. Hans-Joachim Riechers (VDPM). Foto: Fulmidas

Berlin will die Kreislaufwirtschaft bei Dämmstoffen stärken und hatte dazu einen 2. Fachdialog initiiert. Partner waren der Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel e.V. (VDPM) und der Gesamtverband Deutscher Holzhandel e.V. (GD Holz).

Berlin verfolgt mit seinem Abfallwirtschaftskonzept 2030 eine »Zero-Waste«-Strategie. Für den Gebäudebereich heißt das konkret, dass bei öffentlichen Ausschreibungen bereits mit der Angebotsabgabe Nachweise über die Wiederverwend- bzw. Rezyklierbarkeit der eingesetzten Baustoffe vorliegen müssen.

Beim 2. Fachdialog ging es um neue geplante Umweltanforderungen sowie konkrete Maßnahmen für eine höhere Kreislauffähigkeit von Dämmstoffen. Wie weit inzwischen die Entwicklung der Rezyklierbarkeit von Dämmstoffen reicht, erläuterte Christoph Schwitalla vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik. Auf einen besseren CO2-Fußabdruck durch eine Wiederverwendung oder stoffliche Verwertung von Dämmstoffen verwies Joachim Reinhardt, Institut für Energie und Umweltforschung (ifeu), der als Voraussetzung dafür auf »einen hohen Grad an Sauberkeit und Sortenreinheit der rückgebauten Dämmstoffe« verwies.

Die Rolle der Wärmedämmung für die Erreichung eines klimaneutralen Gebäudebestandes erläuterte Dr. Hans-Joachim Riechers, VDPM-Hauptgeschäftsführer: »Wenn wir das schaffen wollen, müssen wir den Heizenergieverbrauch mindern und auf erneuerbare Energie umstellen«, sagte der Experte. Sein Fazit: Die Wärmedämmung sei ein Türöffner für erneuerbare Energie im Gebäudebereich, »weil sie verhindert, dass wir wertvolle ökologisch erzeugte Wärme durch die Wände nach draußen heizen«. Klar sei aber auch, so Dr. Riechers, »dass man nicht Jahr für Jahr 30 bis 40 Millionen Quadratmeter Wärmedämmung anbringen könne, ohne dafür ein Recycling-Konzept zu haben«.

Hersteller arbeiten an zukunftsfähigen Lösungen

Zu den bauordnungsrechtlichen Anforderungen an das Recycling erklärte Brigitte Strathmann, Referatsleiterin beim Deutschen Institut für Bautechnik, dass es um klar definierte Anforderungen gehe, die grundsätzlich erfüllt werden müssten – und zwar von allen Materialien. Praktische Beispiele, wie auf Baustellen heute bereits Dämmstoffe aus den verschiedenen Einbausituationen sortenrein zurückgewonnen werden können, zeigte Dr. Frank Ziebeil, von FZ-Recycling. Den derzeitigen Stand des in Berlin geplanten Baumarktes für gebrauchte Baustoffe beleuchtete Julius Schäufele, Concular GmbH. Außerdem stellten Hersteller von Dämmstoffen bereits heute praktikable Wiederverwendungs- und Recyclingwege von Dämmstoffen vor. Beeindruckt war Dr. Katharina Gamillscheg, Gesamtverband Deutscher Holzhandel (GD Holz), von der großen Resonanz auf die Initiative der Berliner Senatsverwaltung. »Die Produktpalette ist groß: von konventionellen Dämmstoffen bis hin zu solchen aus nachwachsenden Rohstoffen. Wie der Fachdialog gezeigt hat, arbeiten alle Hersteller an zukunftsfähigen Lösungen«, fasste sie als Ergebnis des 2. Fachdialogs zusammen.

Quelle: VDPM / GD Holz / Delia Roscher