21. Oktober 2022

Fortbildungen für Meister*innen im Maler- und Lackiererhandwerk

Vergolden gehört zu historischen Handwerks- und Sanierungstechniken. Foto:  Propstei Johannesberg
Vergolden gehört zu historischen Handwerks- und Sanierungstechniken. Foto: Propstei Johannesberg

Durch die Novellierung der Fortbildungsordnung durch den Zentralverband des deutschen Handwerks (ZDH) soll die Fortbildung für Handwerksmeister*innen deutlich aufgewertet werden und mit einem Bildungsniveau abschließen, das dem Masterstudiengang einer Hochschule entspricht (DQR7). Ab Januar 2023 bietet die Propstei Johannesberg daher verschiedene Fortbildungen an.

Wer als Meister*in arbeitet, hat bereits eine höhere Qualifizierungsstufe erreicht. Die Erhaltung unseres kulturellen Erbes verlangt jedoch besondere Umsicht, interdisziplinäre Vorgehensweise und permanente Weiterentwicklung, die weit über das gewerkspezifische Wissen hinausgehen.
Die Führungskräfte im Handwerk bauen durch den Zertifikatslehrgang in der Propstei Johannesberg ihre Kenntnisse und Fertigkeiten aus und lassen dies sichtbar dokumentieren: Der Zimmermeister oder die Zimmermeisterin legt vor der Handwerkskammer Kassel eine Prüfung ab und trägt den beurkundeten Titel »Geprüfte*r Restaurator*in im Handwerk – Master Professional für Restaurierung im Handwerk«.

Die zweijährige Fortbildung gliedert sich in drei Teile. Der fachrichtungsübergreifende Teil, der ab Januar 2023 in sechs Wochen Vollzeit durchgeführt wird, soll die Teilnehmer*innen in die Lage versetzen, alle Restaurierungs- und Konservierungsmaßnahmen zu planen, zu steuern, durchzuführen und als kompetente*r Partner*in für Kund*innen, Architektinnen und Institutionen zu agieren.

Der fachspezifische Teil wird im Anschluss in Modulen von drei bis fünf Tagen angeboten, um den berufsbegleitenden Besuch zu ermöglichen. Dabei werden im ersten Jahr die Grundkurse und im zweiten Jahr die Aufbaukurse abgehalten. Zum fachspezifischen Teil gehören: Historische Handwerks- und Sanierungstechniken (wie beispielsweise die Imitationstechniken Marmorieren und Maserieren, Kalktechniken: Fresko und Sgraffito, Secco- und Leimfarbentechniken, Vergolden und Schriften) werden in der Werkstatt eingeübt und in Projektarbeiten angewendet.

Meister*in für Restaurierungsarbeiten

Um für Handwerksmeister*innen weiterhin einen niedrigschwelligeren Einstieg anbieten zu können, haben die Propstei Johannesberg den Titel des »Meisters / Meisterin für Restaurierungsarbeiten« eingeführt. Diese Fortbildung beinhaltet ebenfalls einen fachübergreifenden Teil sowie die oben beschriebenen Grundkurse und entspricht weitgehend der früheren Fortbildung zum Restaurator / zur Restauratorin im Handwerk und schließt nach einem Jahr mit einem Zertifikat der Propstei Johannesberg gGmbH ab.

Nach Erreichen dieser Fortbildungsstufe ist es unmittelbar anschließend oder auch zu einem späteren Zeitpunkt möglich, die oben beschriebenen Aufbaukurse zu belegen, um das Fortbildungsniveau des »Master Professional« zu erlangen.

Für Handwerksgesellen/innen gibt es weiterhin die Fortbildung zum/zur Gesellen*in für Instandsetzungsarbeiten in der Denkmalpflege. Diese Seminare finden zusammen mit der Fortbildung zum Meister / zur Meisterin für Restaurierungsarbeiten statt und werden durch eine Prüfung vor der Handwerkskammer Kassel beurkundet.

Finanzielle Förderung

Für die Qualifizierung zum »Master Professional für Restaurierung im Handwerk« ist eine finanzielle Förderung über das Aufstiegs-BAFöG möglich, sowie Stipendien über die Deutsche Stiftung Denkmalschutz.

Die Seminare Meister*in für Restaurierungsarbeiten und Geselle/Gesellin für Instandsetzungsarbeiten können über die Heinz-Stillger-Stiftung gefördert werden, Bewerbungsschluss hierfür ist der 15. November 2022.

Quelle: Propstei Johannesberg / Delia Roscher