13. Oktober 2022

Mit einem starken Handwerk in die Zukunft

Die Politik braucht das Handwerk und das Handwerk braucht passende Rahmenbedingungen. Foto: Handwerk/C Bildschön
Die Politik braucht das Handwerk und das Handwerk braucht passende Rahmenbedingungen. Foto: Handwerk/C Bildschön

Zum Tag des Handwerks 2022 am 17. September hat das deutsche Handwerk mit einer Aktion im Berliner Regierungsviertel auf die Notwendigkeit von »gesunden« Handwerksbetrieben und deren Beschäftigten aufmerksam. Nur so können sie einen wichtigen Zukunftsbeitrag für Deutschland leisten.


Ob Digitalisierung, Wohnungsbau, Infrastruktur, Klimaschutz, Energiewende und vieles mehr: Ohne Handwerksbetriebe und ihre Beschäftigten geht dabei nichts. Sie packen an, entwickeln Lösungen, setzen um und sichern so die Zukunft. Das Handwerk steht jedoch vor immer größeren, zum Teil existenziellen Herausforderungen: dramatisch steigende Kosten für Energie und Material, Lieferengpässe, Bürokratie und nicht zuletzt wachsender Fachkräftebedarf.
Darauf will das deutsche Handwerk aufmerksam machen. Mit einer Floß-Aktion im Berliner Regierungsviertel sollte deutlich gemacht werden, dass die Zukunft unseres Landes nur mit gesunden Betrieben und ausreichend Fachkräften gestaltet werden kann. Flankiert wurde diese Aktion von Anzeigenmotiven, die mit Blick auf die großen politischen Ziele fragen: »Und wer setzt das alles um?«
Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, erklärt dazu: »Für die hochgesteckten politischen Zukunftsziele braucht es starke Betriebe und Beschäftigte. Doch diese Stärke ist bedroht, wenn die Politik nicht entschlossen handelt. Akute große Sorgen bereitet unseren Betrieben und Beschäftigten vor allem die Situation bei den Energiepreisen.«

Mehr Fachkräfte braucht das Land

Eine Schlüsselfrage für die großen Herausforderungen der Zukunft sind aus Sicht des Handwerks vor allem hinreichend qualifizierte Fachkräfte. Dazu brauche es mehr Wertschätzung für handwerkliche Leistung und Arbeit.
Etwa durch eine gesetzliche Verankerung der Gleichwertigkeit akademischer und beruflicher Bildung: »Berufliche Bildung muss ausreichend finanziert, Berufsbildungsstätten müssen gestärkt werden und auf dem neuesten Stand sein. Jungen Menschen die großen Berufs- und Karrierechancen im Handwerk aufzuzeigen, dazu braucht es eine Studien- und Berufsorientierung, die über akademische und berufliche Bildungswege gleichermaßen informiert. An allen allgemeinbildenden Schulen und Gymnasien«, erklärt ZDH-Präsident Wollseifer.

Botschaft zum Tag des Handwerks 2022: »Keine Zukunft ohne Handwerk.«

Der Tag des Handwerks findet seit 2011 immer am dritten Samstag im September statt. Der bundesweite Aktionstag soll auf die Leistung und Vielfalt des deutschen Handwerks aufmerksam machen.


Quelle: Das Handwerk / Delia Roscher