31. August 2022

Großes Kino für alte Autos

Das Deckenfresko stammt aus der österreichischen Abtei Stift Melk – die Bilddatei wurde auf 28 Vliesfaserrollen mit jeweils 10 m Länge gedruckt. Foto: Erfurt Tapeten/Philip Kistner
Das Deckenfresko stammt aus der österreichischen Abtei Stift Melk – die Bilddatei wurde auf 28 Vliesfaserrollen mit jeweils 10 m Länge gedruckt. Foto: Erfurt Tapeten/Philip Kistner

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Bei der aufwändigen Verwandlung eines historischen Gebäudes in einen Showroom für wertvolle Autos wünschte sich der Eigentümer eine äußerst ungewöhnliche Deckengestaltung. Das betreuende Malerunternehmen setzte für die Umsetzung auf eine Digitaldrucktapete aus dem Hause Erfurt Tapeten.

Ein Oldtimersammler ließ gleich ein ganzes Gebäude zur sicheren Verwahrung und Präsentation seiner wertvollen Fahrzeuge umbauen und mit einer großformatigen Erfurt Digitaldrucktapete ausgestalten. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude hat in seinem Leben bereits viel gesehen: Es beherbergte jahrelang das Kino des kleinen Örtchens. Der historische Bau wurde mit viel Aufwand saniert – im Innenbereich schuf u. a. der Einbau einer Trockenbau-Zwischendecke die Grundlage für die geplante neue Nutzung.

Ein Fresko für den Autohimmel

Der Auftraggeber hatte den Wunsch, die Decke mit in die Gestaltung des Showrooms einzubeziehen. Gingen die Überlegungen zunächst noch in Richtung simpler Stuck-Dekorleisten, reifte bald die Idee, die knapp 190 qm große Deckenfläche mit einem großen Bild nach Art eines historischen Freskos zu dekorieren. Aufgrund seiner bisherigen positiven Erfahrungen brachte Marco Müller, Malermeister bei der projektbetreuenden Malerfirma Michel GmbH, Digitaldrucktapeten von Erfurt ins Gespräch. »Erfurt druckt auf Vliesfasertapete – die Sorte ist frei wählbar. Und wenn man das Motiv nicht mehr sehen mag, kann man es einfach überstreichen und erhält so eine perfekt glatte Fläche.«

Teambesprechung der Arbeitsabläufe: Wo fängt man am besten an? Foto: Erfurt Tapeten/Philip Kistner

Das Foto einer perfekt passenden barocken Deckenmalerei entdeckte der Auftraggeber im Internet. Das 1731 von Paul Troger gemalte Fresko befindet sich im Marmorsaal der österreichischen Abtei Stift Melk. Der Clou: Im Mittelpunkt des allegorischen Gemäldes steht ein Fahrzeug – gezeigt wird die Göttin Pallas Athene auf dem Löwenwagen. Nach dem Erwerb der Bilddatei über ein Bildarchiv und Abklärung der Nutzungsrechte nahm Marco Müller schließlich Kontakt zu Erfurt auf. Sven Dörfling, Verkaufsleiter und Profikundenbetreuer beim Wuppertaler Hersteller, erkannte sofort die Einmaligkeit des Projektes und holte weitere Spezialisten dazu. Mit Kai Pommerening verstärkte von Anfang an ein erfahrener Anwendungstechniker das Tapezierteam.

Von der Idee zur Umsetzung

Die Bilddatei wurde bei Erfurt auf seine Skalierbarkeit hin geprüft – später sichtbare Pixel und störende Artefakte sollten angesichts der enormen Vergrößerung sicher ausgeschlossen sein. Das Bildmotiv wurde schließlich auf ERFURT-Variovlies M 160 PRO gedruckt, unterteilt auf 28 Rollen von jeweils 10 m Länge. Nachdem sich bei den Begehungen der Räumlichkeiten herausgestellt hatte, dass keine der Wände rechtwinklig verlief und die Decke sich zusätzlich noch von 6 m auf 5 m verjüngte, setzte sich »Team Fresko« zusammen, um die weitere Vorgehensweise gemeinsam auszutüfteln.

Einlegen der ersten Vliesfaserbahn in das vorbereitete Kleberbett. Foto: Erfurt Tapeten/Philip Kistner

Zur Egalisierung des Saugverhaltens erhielten alle Oberflächen zunächst eine Behandlung mit pigmentiertem Tiefengrund. Für optimale Arbeitsbedingungen wurde die Temperatur im heizungslosen Raum mittels Heizlüfter auf 15 bis 18 Grad Celsius gebracht. Wegen fehlender Bezugspunkte entschied man sich, das Motiv von der Raummitte ausgehend zu den Seiten hin zu kleben. Die Ermittlung der Raummitte erfolgte mittels Kreuzlinienlaser. Die Handwerker standen beim Tapezieren auf rollbaren Gerüstwagen. ERFURT-Variovlies wird in Wandklebetechnik verarbeitet – Erfurt empfiehlt dafür einen speziellen Vlieskleber. Angesichts der Größe des Motivs, seiner Anbringung an der Decke sowie der fehlenden Raumbeheizung entschied sich das Tapezierteam jedoch, sicherheitshalber einen besonders kraftvollen und feuchtigkeitsresistenten Dispersionskleber (Capacoll GK) zu verwenden.

Bestens gerüstet für Teamarbeit

Die Tapezierarbeiten nahmen rund 1,5 Tage in Anspruch (plus weitere 1,5 Tage Vor- und Nachbereitung), im Einsatz waren dabei drei Handwerker. Während jeweils zwei auf einem Rollgerüst stehend über Kopf den Kleber aufbrachten, die Vliesfaserbahn positionierten und anschließend mit Gummiwalzen ins Klebebett einarbeiteten, fungierte der Dritte als Zuarbeiter vom Boden aus. Die zwischen Decke und Dachschrägen eingebauten Schienen (Magic Corners) wurden entgegen üblicher Praxis bewusst mit übertapeziert. Der Zuschnitt und die genaue Anpassung an die sich verjüngende Decke erfolgte nach Anbringung der Bahnen. Ein nicht vollständig abgedeckter Randbereich konnte problemlos mit Motivteilen (Wolken) aus dem Verschnitt kaschiert werden.

Das Hauptmotiv ist fertig, im nächsten Schritt werden die Dachschrägen beklebt. Foto: Erfurt Tapeten/Philip Kistner

Das Endergebnis begeistert in jeder Hinsicht: Dank glücklicher Motivauswahl, perfekter handwerklicher Ausführung und stimmungsvoller Lichtinszenierung wirkt das Deckengemälde, als sei es exklusiv für den Einsatz in der Oldtimergarage gemalt worden. Sowohl der Auftraggeber als auch alle beteiligten Handwerker freuten sich zurecht über ein rundum gelungenes Ausnahmeprojekt.

Quelle: Erfurt Tapeten / Delia Roscher