21. Juli 2022

Tradition meets StreetArt

Bewaffnet mit Sprayflasche und Atemschutzmaske lernten die 14 Stipendiat*innen die Arbeit mit Farbe aus einer ganz anderen Perspektive kennen. Foto: pivopix
Bewaffnet mit Sprayflasche und Atemschutzmaske lernten die 14 Stipendiat*innen die Arbeit mit Farbe aus einer ganz anderen Perspektive kennen. Foto: pivopix

Anzeige

Die Sto-Stiftung unterstützt jedes Jahr die Weiterbildung von Handwerksgesellinnen und -gesellen zu staatlich geprüften Farb- und Lacktechniker*innen. Mitte April trafen sich die 14 Stipendiat*innen des Jahrgangs 2021/22 in Kassel zum zweiten Seminar, welches Teil des Stipendiums ist.

Im Rahmen ihres Konzepts der Bildungspyramide fördert die Sto-Stiftung jedes Jahr die Weiterbildung von Handwerksgesellinnen und -gesellen zu staatlich geprüften Farb- und Lacktechniker*innen. Die ausgewählten Nachwuchshandwerker*innen erhalten ein Stipendium an einer der sieben Fachhochschulen. Dieses umfasst zum einen finanzielle Unterstützung und beinhaltet zum anderen die Teilnahme an zwei Seminaren. Im Juli 2021 hatten die 14 jungen Handwerksprofis bereits ein erstes Mal Gelegenheit, ihre Mitstipendiat*innen und Lehrer*innen kennenzulernen. Damals ging es nach Frankfurt am Main. Vom 10. bis 14. April 2022 traf sich der Jahrgang erneut – diesmal in Kassel. »Wir haben für unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein ausgewogenes und abwechslungsreiches Programm zusammengestellt: Mit hohem Praxisbezug und wertvollen (Selbst-) Vermarktungstipps. Der Spaß durfte dabei aber auch nicht zu kurz kommen«, erläuterte Gregor Botzet, Stiftungsrat Handwerk der Sto-Stiftung, die Agenda.

So erkundeten die Stipendiaten unter anderem die Street-Art im Kassler Schiller-Viertel und erlebten die hohen Qualitätsansprüche an ihr Handwerk bei einer Baustellenführung auf der Löwenburg in Aktion. »Die Sanierungsarbeiten auf der Burg haben mich am meisten beeindruckt«, sagte Stipendiat Felix Dillenz. »Dort wurden Holzoberflächen nachgemalt, Ledertapeten wiederangebracht und in den Ursprungszustand zurückgeführt. Die Ergebnisse in diesem qualitativ hochwertigen Handwerk zu sehen, ist einfach toll«. »Neben den Baustellenbesuchen hatten wir tolle Seminare, etwa zu Social Media oder zur persönlichen Entwicklung«, ergänzte Mitstipendiatin Regina Hohenadler. Dabei informierten Profis über effizientes Zeitmanagement, die Chancen von Facebook und Co. für das Handwerk und übten mit den Teilnehmer*innen freies Sprechen aus dem Stegreif.

Urbane Experimente

Am letzten der drei Veranstaltungstage wartete noch ein kreatives Highlight: Bewaffnet mit Spraydose und Atemschutzmaske, riskierten die Jungmaler*innen einen Blick über den handwerklichen Tellerrand hinaus und wurden selbst Teil der Kassler StreetArt-Szene. Im Graffiti-Workshop lernten sie unter Anleitung eines professionellen Sprayers die Arbeit mit Farbe aus einer ganz anderen Perspektive kennen. „Ich habe zum ersten Mal mit einer Sprühdose eine Wand bearbeitet und das war echt cool. Das Auftragsverhalten ist ganz anders als wir Maler und Lackierer es gewöhnt sind – nicht zu vergleichen mit Lackierpistole, Rolle oder Pinsel“, sagte Stipendiatin Swantje Bielenberg.

Mit den Seminaren der Sto-Stiftung soll der talentierte Berufsnachwuchs inspiriert und befähigt werden, Führungsaufgaben in Unternehmen und Einrichtungen zu übernehmen oder selbstständig und verantwortungsvoll einen eigenen Betrieb zu führen.

Quelle: Sto-Stiftung / Delia Roscher