18. Juli 2022

Berufliche und akademische Bildung muss gleichgestellt werden

Die Corona-Pandemie hatte großen Einfluss auf den schulischen Alltag. Foto: Halfpoint/stock.adobe.com
Die Corona-Pandemie hatte großen Einfluss auf den schulischen Alltag. Foto: Halfpoint/stock.adobe.com

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Ende Juni wurde der Nationale Bildungsbericht „Bildung in Deutschland 2020“ veröffentlicht. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) sieht Nachholbedarf bei der Berufsorientierung.

Laut dem Bildungsbericht sind viele Jugendliche durch die Pandemie verunsichert und schieben ihre Berufswahlentscheidung hinaus. Angesichts der fehlenden Fachkräfte sei das fatal, denn um die Klimaziele und die Energie- und Mobilitätswende umzusetzen, werden dringend beruflich qualifizierte Handwerker*innen gebraucht. »Der Nationale Bildungsbericht 2022 bestätigt die Forderung des Handwerks, den Übergang von der allgemeinbildenden Schule in eine Ausbildung stärker zu unterstützen. Es ist dringend erforderlich, die Berufsorientierung zu stärken und bundesweit an allen allgemeinbildenden Schulen und Gymnasien auch mit umfassenden Informationen zu Chancen und Möglichkeiten einer beruflichen Ausbildung durchzuführen,« sagt Hans-Peter-Wollseifer, Präsident des ZDH zum kürzlich veröffentlichten Bildungsbericht.

Bildungswende ist erforderlich

Wollseifer fordert eine Bildungswende, die berufliche und akademische Bildung gleichstellt. Ziel müsse eine höhere Wertschätzung und Attraktivität der beruflichen Bildung sein, damit sich wieder mehr junge Menschen für eine Ausbildung entscheiden: »Eine systematische Berufsorientierung muss sich noch stärker an den Interessen und Talenten junger Menschen und an deren kommunikativem Verhalten ausrichten. Daher müssen bei der Berufswahl bewährte Präsenzangebote mit innovativen Digitalformaten verbunden werden. Mit dem vom ZDH und dem BMBF initiierten »Sommer der Berufsbildung« trägt die Allianz für Aus- und Weiterbildung ebenfalls zur nachholenden Berufsorientierung bei«, ergänzt Wollseifer.

Der Bericht fordere richtigerweise individualisierte Stütz- und Förderangebote für lern- und leistungsschwächere junge Menschen, um Ausbildungsabbrüche zu verhindern. Der ZDH appelliert zudem, Bildungsdefizite, die aufgrund geschlossener Schulen und Kitas entstanden seien, während der Schulferien nachgeholt werden sollten. »Damit die Ausbildung und der Übergang in Beschäftigung gelingen, müssen ausbildungsbegleitende Unterstützungsinstrumente wie die Assistierte Ausbildung flex und das ehrenamtliche Mentorenprogramm »VerA« weiter ausgebaut und verstetigt werden. Notwendig ist zudem, Prüfungsvorbereitungskurse für einen erfolgreichen Abschluss der Ausbildung zu unterstützen«, erklärte Wollseifer abschließend.

Quelle: ZDH / Delia Roscher