29. Juni 2022

Mit Lehmfeinputz kunstvolle Effekte an die Wand zaubern

Muster und Ornamente können mit einer Prägewalze aufgebracht werden. Foto: Haga
Muster und Ornamente können mit einer Prägewalze aufgebracht werden. Foto: Haga

Anzeige

Lehmputz bietet viele gestalterische Möglichkeiten: Mit Besen, Walzen und Schablonen können Handwerker*innen und Kund*innen beim Auftragen reizvolle Effekte erreichen.

»Besonders beliebt sind gefilzte Oberflächen«, erklärt Thomas Bühler, Geschäftsführer des Schweizer Naturbaustoff-Herstellers Haga. Dabei wird Lehmfeinputz mit einer Kornstärke von 0,5 Millimetern in zwei Schichten aufgetragen und anschließend mit einem Schwammbrett feucht abgefilzt. Nach dem Trocknen wird das Korn, das an der Oberfläche liegt, abgekehrt. Das Ergebnis sind gleichmäßig feinkörnige Wände. Wird Lehmfeinputz Premium (0,3 Millimeter Körnung) mit einer Venezianischen Glättekelle oder einer Japankelle quasi an die Wand gepresst, ist die Körnung so gut wie nicht zu erkennen.

Die richtige Vorbereitung

Die Voraussetzung, damit Lehmfeinputz verlässlich haftet, ist ein mineralischer Untergrund aus Kalk, Lehm oder Kalk-Zementputz. Putzträger- oder Gipskarton-Platten sollten vorab mit einem speziellen Lehm-Einbettmörtel beschichtet werden. Bei Beton oder nicht saugenden Untergründen empfiehlt sich eine solche Haftbrücke ebenfalls. Diese Untergründe benötigen eine Trockenzeit von mindestens drei bis vier Tagen. Vor dem Lehmfeinputz und Lehmfeinputz Premium immer die HAGA Mineralputzgrundierung vorstreichen.

Vielfältige Farbkombinationen

Farblich steht für Lehmfeinputz eine Palette von mehr als 200 Farbtönen zur Wahl. Dazu wird die Mischung mit natürlichen Pigmenten, Glimmer, Erd- und Eisenoxiden, Basalt oder farbigen Sanden angereichert. Gestalterisch lassen sich noch weitere Akzente setzen. Das fängt bei der relativ einfachen Bearbeitung mit einem Besen oder Schilfrohr an, die reizvolle Strukturen entstehen lässt. Aber auch Dekors und Ornamente sind möglich. Sie können mit Prägewalzen, Schablonen und Stempel aufgebracht werden, die im Fachhandel erhältlich sind.

Techniken bringen die Effekte

Daneben gibt es auch aufwendige kunsthandwerkliche Möglichkeiten wie die Kratzputztechnik Sgraffito. Handwerker*innen bringen dazu verschiedenfarbige Schichten übereinander auf. An den Stellen, an denen die obere Schicht mit Spateln abgekratzt wird, kommt die untere Farbschicht zum Vorschein.

Bei der Tischtuch-Technik fungieren geklöppelte Tischdecken oder Gardinen als Schablone: Sie werden mit kleinen Nägeln an die Wand gespannt und mit Putz überzogen. Sie hinterlassen, wenn sie dann vorsichtig herausgelöst werden, ihre feinen Muster im Lehm.

Natürlicher Schimmel-Killer

Neben den optischen Effekten profitieren Bewohner*innen auch von den wohngesunden Eigenschaften eines qualitativ hochwertigen Lehmputzes: Durch seinen hohen Anteil an Ton kann das Material Feuchtigkeit aufnehmen, speichern und wieder abgeben. Innenräume mit Lehmfeinputz weisen so eine konstante Luftfeuchtigkeit auf. Schimmel hat dort keine Chance. Auch Schadstoffe und Gerüche kann Lehm binden. Er selbst ist als natürliches Material frei von Lösemitteln, Kunstharzen oder anderen chemischen Bestandteilen.

Quelle: Haga AG Naturbaustoffe / Delia Roscher