08. Dezember 2021

Praxisseminare 2022 der Propstei Johannesberg für Maler*innen

Die Propstei Johannesberg bietet 2022 verschiedene Praxisseminare an. Foto: Propstei Johannesberg gGmbH
Die Propstei Johannesberg bietet 2022 verschiedene Praxisseminare an. Foto: Propstei Johannesberg gGmbH

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Im ersten Quartal 2022 bietet die Propstei Johannesberg in Fulda wieder Werkstattseminare zum Erlernen alter Maltechniken an.

Praxisseminar »Freier Antragsstuck, Fertigung einer verlorenen Form, Zugtechnik, Schablonenbau«

Das viertägige Praxisseminar vermittelt durch eine theoretische Einführung die wichtigsten Grundlagen des Antragsstucks, des Formenbaus, des Schablonenbaus und des „Ziehens“. Das Seminar geht vom 07. bis 10. Februar 2022.

In der Praxis werden die Schwerpunkte Antragsstuck und Formenbau, Fertigung einer verlorenen Form vom Tonmodell, Abformen in Gips, Freie Antragstechnik mit eingefärbtem Gips/ Kalkmörtel, Grundlagen: Schablonenbau und Zugtechnik, Arbeitsabläufe zur Herstellung einer Schablone und eines Schablonenschlittens für gerade und ungerade Züge, Schneiden und Aufsetzen der gezogenen Profilstäbe auf Platten und das Einputzen der Profilstöße geübt.

Die Seminarleitung übernimmt Doreen Feja, geprüfte Restauratorin im Stuckateurhandwerk aus Torgau. Die Seminargebühr beträgt 430 Euro inklusive Seminarunterlagen, Übungsmaterial und Getränke.

Fachseminar »Energetische Verbesserung von historischen Gebäuden«

Bei diesem dreitägigen Fachseminar vom 14. bis 16. Februar 2022 für Handwerksmeister*innen und Gesellen*innen im Zimmerer-, Maler-, Maurer- und Tischlerhandwerk stehen Fragen und Maßnahmen zur Energetischen Verbesserung von historischen Gebäuden im Fokus.

Seminarinhalte in der Übersicht: Gesetzliche und Persönliche Anforderungen zur Energieeinsparung am historischen Gebäude, Bauphysikalische Grundlagen, Möglichkeiten zur energetischen Verbesserung (Innendämmung, Außendämmung und Wandaufbauten), Haustechnik, Wärmeerzeugung und Wärmeabgabe im historischen Gebäude, Energetische Verbesserung von historischen Gebäuden aus Sicht von Planer*innen beziehungsweise des Ausführenden. Zusätzlich gibt es die Exkursion „Synagoge Heubach“

Die Seminargebühr beträgt 360 Euro und beinhaltet Seminarunterlagen und Getränke. Seminarleitung: Dipl.-Ing. Uli Thümmler, Ingenieurbüro für Historische Baukonstruktionen, Hünfeld-Mackenzell und Dipl.-Ing. Jürgen Krieg; Krieg + Warth Architekten, Eichenzell.

Fachseminar »Baustoff Holz: Schäden und Schädlinge an historischen Holzkonstruktionen«

Der Werkstoff Holz gilt, neben den Steinen, als der älteste Werkstoff hinsichtlich seiner Nutzung. Seine wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung ist bis heute unbestritten und es besteht kein Zweifel, dass auch in Zukunft die Verwendung von Holz eine Selbstverständlichkeit bleiben wird und vielleicht wieder an Bedeutung gewinnen wird.

Bei diesem zweitägigen Fachseminar vom 21. bis 22. Februar 2022 für Handwerksmeistern*innen und Gesellen*innen im Zimmerer-, Maler- und Tischlerhandwerk steht der Baustoff Holz im Fokus. Es werden die Themen Holzschäden, Holzschädlinge, Holzschutzmaßnahmen, Holzschutzmittel und Beschichtungen auf Holz behandelt.

Das Seminar leitet Dipl.-Holzing. Reiner Klopfer, Gleiszellen. Die Seminargebühr beträgt 270 Euro inklusive Seminarunterlagen und Getränke.

Praxisseminar »Lösemittel in der Restaurierung«

Handwerksmeistern*innen und Gesellen*innen im Tischler- und Malerhandwerk frischen in diesem dreitägigen Praxisseminar vom 23. bis 25. Februar 2022 die Kenntnisse im Bereich der Lösemittel und deren Anwendung auf und vertiefen sie.

Der Vermittlung der Grundlagen zum Thema folgen die Untersuchung von historischen Beschichtungen und die Entwicklung von Arbeitskonzepten mit Lösemitteln. Mittels Vorlesungen, praktischer Übungen, der Erarbeitung von Konzepten zur Herangehensweise an historische Beschichtungen und der Präsentation von Erfahrungswerten aus den Projektarbeiten werden die Lerninhalte vermittelt. In praktischen Übungen erproben die Teilnehmer und Teilnehmerinnen verschiedene Techniken und sammeln erste Erfahrungen.

Das Seminar leitet Peter Egloff, Restaurator im Tischlerhandwerk, Littau (Schweiz). Die Seminargebühr beträgt 360 Euro inklusive Seminarunterlagen, Übungsmaterial und Getränke.

Praxisseminar »Schrift«

Im dreitägigen Praxisseminar Schrift vom 1. bis 3. März 2022 möchte die Propstei Johannesberg gGmbH dazu motivieren, alte Techniken nach historischen Gegebenheiten kennen zu lernen und ausführen zu können.

Mit einfachen Übungen auf Probeflächen sollen typische Pinselschriften ausprobiert und geübt werden. Die Teilnehmer*innen sollen nach dem Seminarbesuch in der Lage sein, je nach Architektur- und Gebäudetyp die passende Schrift für ein Gebäude bestimmen zu können. Sowohl wenn es um vorhandene Schriften geht, um deren Instandsetzung oder Wiederherstellung, oder auch wenn es darum geht, neue Schrift auf eine historische Fassade zu bringen. Es wird ein Überblick über die Schriftentstehung und deren Gebrauch in den Epochen gegeben. Praktisch umgesetzt werden mehrere historische Alphabete. Wert gelegt wird dabei nicht nur auf die Buchstabenformen, sondern auch auf Abstände und Gestaltung von Textzeilen für die Fassaden- beziehungsweise Wandgestaltung. In den drei Praxistagen werden verschiedene Alphabete wie Fraktur und Italic vorgestellt und erprobt. Die Entstehung der Schrift und ihre Entwicklung in Europa, insbesondere in Deutschland, untermauern die praktischen Übungen.

Die Leitung des Seminars übernimmt die Kalligrafin Andrea Wunderlich, die Seminargebühr beträgt 360 Euro inklusive Seminarunterlagen und Getränke.

Praxisseminar »Vergolden«

Über die ganze Welt verbreitet und Jahrtausende alt ist die Vergoldung. Zu den edelsten Vergoldungstechniken gehört die Polimentvergoldung, sie ist die aufwendigste, aber auch wirkungsvollste Oberflächenbehandlung. Im handwerklichen Grundaufbau seit mehr als tausend Jahren unverändert, gehört sie zu den ältesten und kostbarsten Dekorationstechniken.

Das praxisorientierte Seminar vom 7. bis 11. März 2022 behandelt die Geschichte der Vergoldungstechniken, der Polimentvergoldung und Anlegetechniken, das Kennenlernen der Werkzeuge und Vergoldungsmaterialien, die Polimentvergoldung, die Ölvergoldung und die Hinterglasvergoldung (matt und glänzend).

Die Seminarleitung übernimmt Melanie Nüsch, Malermeisterin und geprüfte Restauratorin im Maler- und Lackiererhandwerk aus Schlitz. Die Seminargebühr beträgt 490 Euro inklusive Seminarunterlagen, Übungsmaterial (außer Blattgold: ca. 100 Euro) und Getränke.

Praxisseminar »Leimfarben«

Die Leimfarbe als historisches Gestaltungsmittel der farbfrohen und aufwendigen Dekoration von Wohn- und Repräsentationsräumen des 19. Jahrhunderts, nimmt einen wichtigen Platz ein in der Reihe der Malermaterialien vergangener Epochen. Aber nicht nur der Restaurator sollte sich mit ihrer Zusammensetzung und der Verarbeitung auskennen, da sie häufig für Restaurierung und Rekonstruktion eingesetzt wird, sondern sie ist auch als Alternativmaterial im ökologischen Sinne interessant durch ihre Eigenschaften aus natürlichen Stoffen.

Neben den normalen Anstrichmöglichkeiten lassen sich darüber hinaus aber eben jene historischen Maltechniken wie Schablonieren, Linieren oder Wickeln und der Einsatz mit Musterrollen hervorragend und authentisch ausführen, was in diesem Praxisseminar vom 17. bis 18. März 2022 nicht zu kurz kommen soll.

Die Seminarleitung hat Melanie Nüsch, Malermeisterin und geprüfte Restauratorin im Maler- und Lackiererhandwerk aus Schlitz. Die Seminargebühr beträgt 270 Euro inklusive Seminarunterlagen und Getränke.

Fachseminar »Sanierungsmöglichkeiten bei feuchte- und salzbelastetem Mauerwerk«

Die Planung und Ausführung von Maßnahmen zur Sanierung von historischem Mauerwerk stellen sowohl an Architekt*innen und Ingenieur*innen als auch an die Ausführenden hohe Anforderungen bei der Auswahl erfolgversprechender Sanierungstechniken und geeigneter Materialien.

Das Fachseminar am 29. März 2022, zeigt Schadensbilder und deren Ursachen auf. Die Darstellung der bauphysikalischen Hintergründe, der Feuchtemechanismen im Mauerwerk, der Entstehung und Wanderung der bauschädlichen Salze sowie deren Wirkungsmechanismen sollen dazu beitragen, Schadensursachen zu erkennen und geeignete Maßnahmen zu planen und auszuführen.

Die historischen und die für die Sanierung zur Verfügung stehenden Baumaterialien werden vorgestellt. Die zu erwartenden Probleme und deren Lösungen für die Sanierungsarbeiten werden eingehend erörtert. Ebenfalls werden verschiedene Techniken zur Mauerwerkssanierung und ihre Eignung oder Nichteignung dargelegt. Konkrete Sanierungsbeispiele präsentieren die Möglichkeiten zeitgemäßer Nutzung der Bausubstanz.

Die Leitung des Seminars haben der Maurermeister Bernhard Gaul und der Bausachverständige Dr. Jürgen Legrum. Die Seminargebühr beträgt 230 Euro inklusive Seminarunterlagen, Mittagessen und Getränke. Mitglieder*innen der AKH und der IngKH erhalten durch die Teilnahme Fortbildungspunkte entsprechend den Kammerregelungen. Bei weiteren Kammern wird bei rechtzeitiger Anfrage ein Antrag auf Anerkennung gestellt. Zur Rezertifizierung „Energieberater*in für Baudenkmale“ wird eine anerkannte Bescheinigung über acht Unterrichtseinheiten ausgestellt.

Weitere Informationen und zur Anmeldung kommen Sie hier.

Quelle: Propstei Johannesberg / Delia Roscher