23. November 2021

Damit die Nachfolge gelingt

»Raus aus den Rollen: Spricht hier der Vater zum Sohn oder der Noch-Inhaber mit dem Geschäftsführer?« Nachfolgeexperte Nils Koerber bei einem wichtigen Thema rund um das Thema Konflikte. Foto: Caparol Farben Lacke Bautenschutz
»Raus aus den Rollen: Spricht hier der Vater zum Sohn oder der Noch-Inhaber mit dem Geschäftsführer?« Nachfolgeexperte Nils Koerber bei einem wichtigen Thema rund um das Thema Konflikte. Foto: Caparol Farben Lacke Bautenschutz

Anzeige

Ein Drittel der Inhaber von Handwerksbetrieben in Deutschland ist über 55 Jahre alt, eine Welle von Betriebsübergaben in den nächsten Jahren absehbar. Vor diesem Hintergrund bietet Caparol das Weiterbildungsprogramm »Next Generation« an.

Die Auftaktveranstaltung zu dieser Seminarreihe der Caparol Akademie fand am 27./28. Oktober im Tagungszentrum des Unternehmens in Forst statt. Elf Firmen, jeweils mit beiden Generationen vertreten, informierten sich darüber, wie sich Stolperfallen vermeiden lassen und welche Schritte für eine erfolgreiche Übergabe notwendig sind.

Malermeister Jörg Held, Inhaber und Geschäftsführer der Steuernagel und Lampert GmbH, zeigte auf, wie aus der Unternehmensnachfolge tragfähige -erfolge werden konnten. Dazu zähle vor allem, »dass früh geklärt sein muss, wer wirklich das Sagen im Unternehmen hat und dass klare Schritte und Phasen definiert sein müssen. Für Mitarbeiter und Kunden ist es immens wichtig zu wissen, wer welche Verantwortung trägt. Konflikte«, erklärt Jörg Held, »gehören dazu, sie müssen benannt und konsequent gelöst werden.«

Eingeladen war auch Nils Koerber, Experte für Unternehmensnachfolgen, der zum Beispiel darauf verwies, dass eine Abfolge von drei Phasen wesentlich für eine gelingende Übergabe sei. Zuerst müsse eine innere Klärung stattfinden: »Die Seniorgeneration muss sich fragen: Was ist mein Plan nach der Übergabe? Was sind meine neuen Perspektiven? Wie lautet meine konkrete Zeitplanung? Nur wenn das tatsächlich geklärt ist, gelingt auch das Loslassen. Die Juniorgeneration muss für sich klären, ob die Nachfolge wirklich ein Herzenswunsch ist. Das Gefühl, den Erwartungen etwa der Eltern genügen zu müssen, ist kein guter Grund«, sagt Nils Koerber. Es folgt »Die Vorbereitung der Firma«. Dabei geht es um die Klärung aller rechtlichen, steuerlichen und formellen Belange des Übergangsprozesses und der vertraglichen Fixierung. Die Vorbereitung der Firma gilt als abgeschlossen, wenn alle Schritte in einem Übergabeplan konkret benannt und transparent festgehalten sind. Dieser Plan ist Voraussetzung für die letzte Phase, der Umsetzung der Nachfolge und die formelle Übertragung von Rechten, Pflichten und Werten.

Auch gegenüber Mitarbeitern und Kunden muss frühzeitig und transparent kommuniziert werden. Andernfalls führen ungeklärte Situation und Nichtwissen zu Spekulationen. Schaden ist vorprogrammiert. Gemeinsame Gesprächsrunden mit Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten können dem entgegenwirken. Und je konkreter der Plan, desto weniger Verunsicherung gibt es.

Nach dieser Auftaktveranstaltung geht es mit dem Thema Nachfolge weiter. Sechs Workshops der Caparol Akademie vertiefen die wesentlichen Aspekte, um Senior- und Juniorgeneration fit für die Nachfolge zu machen.

Weitere Informationen sowie Anmeldung hier.

Quelle: Caparol / Alexandra Nyseth

»Klare Zuständigkeiten und Kommunikation sind wesentliche Erfolgsfaktoren«, weiß Malermeister Jörg Held, der den väterlichen Betrieb vor elf Jahren übernahm. Foto: Caparol Farben Lacke Bautenschutz