17. Juni 2021

Trotz hoher Ausbildungsbereitschaft der Betriebe fehlen Azubis

Laut Thomas Hoefling, Kammerchef der HWK Stuttgart, ist die Ausbildungsbereitschaft der Handwerksbetriebe weiterhin hoch. Foto: HWK
Laut Thomas Hoefling, Kammerchef der HWK Stuttgart, ist die Ausbildungsbereitschaft der Handwerksbetriebe weiterhin hoch. Foto: HWK

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Durch die Corona-Pandemie fällt es vielen Ausbildungsbetrieben aktuell schwer, in Kontakt mit jungen Menschen zu kommen, obwohl die Ausbildungsbereitschaft vorhanden ist.

Corona erweist sich in Sachen betriebliche Ausbildung als Hemmschuh. »Pandemiebedingt fehlt aktuell oftmals der persönliche Kontakt zwischen Betrieben und Ausbildungswilligen, weshalb neue Ausbildungsverträge nur unter erschwerten Bedingungen zustande kommen«, bilanziert Thomas Hoefling, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Region Stuttgart, die aktuelle Situation.

Trotz allem sei die Ausbildungsbereitschaft der Handwerksbetriebe in der Region weiter ungebrochen hoch. Die Unternehmen würden in allen Gewerken zahlreiche Ausbildungsplätze anbieten und suchen teils händeringend nach ausbildungswilligen und ausbildungsfähigen Azubis, die am 1. September eine Lehre beginnen möchten. »Weitsichtige Handwerksbetriebe verhindern damit die Krise nach der Krise und beugen dem Fachkräftemangel mit der Ausbildung junger Nachwuchskräfte vor.«

Um die Vorteile einer beruflichen Ausbildung aufzuzeigen, hat der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) den »Sommer der Berufsbildung« ausgerufen. Von Juni bis Oktober 2021 werden bundesweit Aktionen und Veranstaltungen angeboten, die die Chancen einer betrieblichen Ausbildung vorstellen. »Auch die Handwerkskammer Region Stuttgart hat deshalb die digitalen Berufsorientierungsangebote stark ausgebaut und dabei als Zielgruppen neben den Schulabgängern auch die Eltern und Lehrer*innen im Fokus«, erklärt Kammerchef Thomas Hoefling.

Die Web-Seminare und digitale Elternabende wurden und werden gut besucht und sind interaktiv gestaltet. Digitale Veranstaltungen, wie beispielsweise die digitale InfoTour an Schulen oder das Azubi Speed-Dating, werden von Betrieben wie Jugendlichen angenommen. Zudem findet auf Anfrage auch gezieltes Matching oder eine gezielte Vermittlung durch die Ausbildungsberater der Kammer statt. Die Nachwuchswerbeplattform azubiTV.de, die Lehrstellenbörse, das Lehrstellenradar oder auch das online Simulationsspiel MeisterPOWER kommen bei allen Beteiligten gut an.

Ausbildungsplätze sind modern und anspruchsvoll

Trotz der Corona-Pandemie ist die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe im Handwerk der Region Stuttgart weiterhin recht hoch. Das zeigt sich an dem nur leichten Rückgang der Ausbildungszahlen von 3,3 Prozent Ende 2020 im Vergleich zum Vorjahr. Die aktuellen Werte liegen noch im Minus. »Abgerechnet wird wie immer am Jahresende, weil es erfahrungsgemäß von Monat zu Monat starke Schwankungen gibt. Für eindeutige Aussagen ist es jetzt noch viel zu früh.«

Aktuell sind in der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer Region Stuttgart noch 250 Lehrstellen für den Ausbildungsstart im September gelistet. In jeder Region kann die Handwerkskammer noch jeden Ausbildungsberuf in einem Handwerksbetrieb ermöglichen. Hoefling: »Die Chancen für talentierte Jugendliche auf einen modernen und anspruchsvollen Ausbildungsplatz sind bestens.« Für die Energie- und Mobilitätswende, den Wohnungsbau, Smart Home, den Gesundheitsbereich und für Vieles andere seien dual aus- und weitergebildete Fachkräfte unverzichtbar.

Quelle: HWK Stuttgart / Delia Roscher