08. April 2021

Genügend Aufträge, aber kein Material

Genügend Aufträge, aber kein Material
Trotz voller Auftragsbücher müssen Betriebe länger auf Materiallieferungen warten. Foto: Pixabay

Die internationalen Versorgungs- und Lieferketten haben sich durch die Corona-Pandemie verschoben. Resultat: Das Material wird knapp. Die Handwerkskammer Ulm meldet mögliche Preissteigerungen von bis zu 200 Prozent und Verzögerungen von Handwerksleistungen.

Wie Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm besorgt mitteilt, haben die Handwerksbetriebe genügend Aufträge, aber kein Material, um diese auszuführen. Hintergrund dieser Verknappung sind die internationalen Versorgungs- und Lieferketten, beispielsweise bei Holz, aber auch bei Metall.

Viele produzierende Betriebe in Baden-Württemberg haben aufgrund der aktuellen Situation Nachfragerückgänge erwartet und daher ihre Produktion gedrosselt. So kommt beim Handwerksbetrieb kaum oder eben nur verknappt und verzögert etwas an. Die Kurzarbeit ermöglicht es zudem »kostenoptimiert« zu arbeiten. Die Belegschaft sei in gut bezahlte Kurzarbeit geschickt, obwohl der Markt eigentlich nach Produkten fragt, verdeutlicht Mehlich die Problematik. »Kurzarbeit darf nicht zur Produktionssteuerung führen. Kunden und Verbraucher brauchen diese Produkte, die Nachfrage ist groß.«

Die bestehenden Lieferstrukturen werden durch die Corona-Krise ebenfalls zerstört. Betriebe auf der Suche nach Material kaufen nun in neuen Regionen ein. Beispielsweise beim heimischen Holz: Dies wird nach Übersee exportiert. Hierzulande wird es dennoch dringend benötigt. Die hohen Weltmarktpreise verhindern eine Bedienung des regionalen Marktes. Der mögliche Schaden für Betriebe und Verbraucher wäre massiv und ohne Material können auch Beschäftigung und Arbeitsplätze leiden.

Quelle: Handelskammer Ulm / Delia Roscher