16. März 2021

Mehr tödliche Arbeitsunfälle auf dem Bau

Mehr tödliche Arbeitsunfälle auf dem Bau
Die meisten Unfälle auf deutschen Baustellen ereignen sich durch Abstürze. Foto: Pixabay

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2020 verunglückten 97 Beschäftigte auf deutschen Baustellen – ein Anstieg von 39 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Robert Feiger, Bundesvorsitzender der IG BAU, bezeichnet die starke Zunahme als »Alarmsignal«.

 

»Statistisch gesehen hat sich 2020 auf dem Bau bundesweit alle vier Tage ein tödlicher Unfall ereignet. Legt man die Arbeitstage zugrunde, hatte die Branche sogar an mehr als jedem dritten Tag einen Toten zu beklagen«, erklärt Robert Feiger unter Berufung auf vorläufige Zahlen der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU). Insgesamt ginge das berufliche Unfallgeschehen in Deutschland im Zusammenhang mit Homeoffice und Lockdowns zwar zurück, der Bau verzeichnete jedoch einen traurigen Rekord. Kleinere Baubetriebe mit bis zu neun Beschäftigten waren laut Berufsgenossenschaft besonders betroffen.

Die meisten tödlichen Unfälle ereigneten sich durch Abstürze. »In den letzten fünf Jahren hat es keine vergleichbar hohe Zahl an Todesfällen gegeben. Auch die Gesamtzahl die Arbeitsunfälle bleibt mit über 104.000 auf einem erschreckend hohen Niveau«, betont Feiger und appelliert an die Unternehmen, sich beim Arbeits- und Gesundheitsschutz noch stärker anzustrengen. Maßnahmen wie die Helmpflicht oder die korrekte Sicherung von Gerüsten seien kein Selbstzweck. Anders als in vielen anderen Branchen werde auf dem Bau auch in der Pandemie durchgearbeitet. »Wir sind es den Beschäftigten schuldig, Arbeitsgefahren so weit wie möglich zu minimieren. Das gilt insbesondere auch für den Schutz vor Corona-Infektionen», sagt Feiger. Zugleich müsse die staatliche Arbeitsschutzkontrolle deutlich ausgebaut werden. Eine Analyse der IG BAU hatte ergeben, dass in den Arbeitsschutzbehörden der Länder im Schnitt rechnerisch nur ein Aufsichtsbeamter für 26.000 Beschäftigte zuständig ist. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) empfiehlt eine Quote von 1:10.000. Laut Feiger benötigt es gerade auf dem Bau mehr Kontrollen durch staatliche Behörden. Die BG BAU führe zwar selbst Kontrollen auf Baustellen durch und fördere die Präventionsarbeit mit zahlreichen Programmen, ein Kontrolldefizit des Staates könne eine Berufsgenossenschaft dennoch nicht wettmachen.