02. März 2021

Raus aus dem Stimmungstief

Raus aus dem Stimmungstief
Als höchst unterschiedlich zeigen sich die Segmente der Farbenindustrie 2020. Die Prognose für 2021 ist aufgrund der unklaren Corona-Lage schwierig. Foto: VdL

Corona sorgt für extrem unterschiedliche Ergebnisse in der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie – der Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie e.V. (VdL) bezeichnet die Ergebnisse als zwischen Tiefrot und Schwarz. In der Gesamtbetrachtung steigt der Absatz um 1,7 Prozent und der Umsatz geht um 0,9 Prozent zurück. Allerdings: Die Sonderkonjunktur im Bautenfarbengeschäft gleicht die Corona-Krise bei Industrielacken und Druckfarben weitgehend aus!

Gesamtsituation In Deutschland wurden 2020 1.684 Tausend Tonnen Lacke, Farben und Druckfarben verkauft - eine Zunahme von 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im laufenden Jahr wird sich die Sonderkonjunktur im Bautenfarbenmarkt vorrausichtlich normalisieren, die Menge wird daher um annähernd 5 Prozent auf 1.604 Tausend Tonnen zurückgehen, berichtete Verbandspräsident Peter Jansen auf der virtuellen Jahreswirtschaftskonferenz des Verbands der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie e.V. (VdL). Der Umsatz der in Deutschland verkauften Lacke, Farben und Druckfarben ging 2020 gegenüber dem Vorjahr um 0,9 Prozent  zurück und betrug 5,45 Milliarden Euro. Im laufenden Jahr erwartet der VdL nur einen ganz leichten Anstieg um 0,5 Prozent auf gut 5,48 Milliarden Euro.

Bautenanstrichmittel Bei den Bautenfarben gab es eine Corona-Sonderkonjunktur im DIY-Segment, ausgelöst durch Kurzarbeit und die Fokussierung auf das eigene Heim als Alternative für Reisen, Sport und Ausgehen. Der Profibereich konnte hingegen nur leicht zulegen – denn teilweise gab es bei den Malern Kapazitätsengpässe. Für 2021 prognostiziert der VdL in der Menge einen Rückgang von dem hohen 2020er Niveau um 11 Prozent auf 846 Tausend Tonnen. Damit liegt die Menge noch leicht über der des Jahres 2019 vor der Krise. Der Umsatz wird um 10 Prozent auf 1.780 Millionen Euro zurückgehen.

Industrielacke Bei den Industrielacken kam es zu besonders starken Rückgängen, da die Produktion im verarbeitenden Gewerbe aufgrund des Frühjahr-Lockdowns teilweise stark eingeschränkt oder gar gestoppt wurde. Insgesamt betrug der Rückgang in der Menge -11 Prozent, im Wert - 10 Prozent. Mit Abstand am stärksten brachen die Autoserienlacken ein, dies resultierte unter anderem aus der hohen Exportquote des Sektors. Weniger dramatisch hat sich der Absatz in den Bereichen Möbel/Holz (-4 Prozent) und Autoreparatur (-7 Prozent) verringert. 2021 wird es wieder zu einem deutlichen Anstieg von mehr als 6 Prozent bei den Industrielacken, kommen insbesondere im Bereich Autoserienlacke (OEM). Der Umsatz der Industrielacke insgesamt wird im laufenden Jahr mit 9 Prozent wieder kräftig ansteigen auf 2,9 Milliarden Euro.

Gesamtprognose für 2021 Der Verband der Lack- und Druckfarbenindustrie e.V. erwartet für 2021 eine deutliche Erholung in den industrienahen Sektoren. Dies wird in der Menge jedoch von den Rückgängen der auslaufenden Sonderkonjunktur bei den Bautenfarben und den weiterhin rückläufigen Druckfarben überkompensiert. Die Umsätze mit Lacken, Farben und Druckfarben werden aufgrund der Zunahme höherwertiger Industrielacke jedoch ganz leicht steigen können.In den vergangenen Monaten haben sich die Preise für Rohstoffe stark erhöht. Zum Teil kam es auch zu Versorgungsengpässen wegen mangelnder Verfügbarkeit der Rohstoffe. Die positiven Erwartungen der Unternehmen führten zu einer lebhaften Nachfrage. Zusätzlich entstanden noch Engpässe bei den Transportkapazitäten. »Die Branche hat in schwierigen Zeiten ihre Anpassungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Die Unternehmen und ihre Mitarbeiter sind oft an Leistungsgrenzen gestoßen und haben vielfach eine hervorragende Arbeit geleistet«, kommentierte Präsident Peter Jansen die aktuellen Zahlen.