30. Dezember 2020

Heimarbeit!

Ein eigener Raum ist die perfekte Lösung für ein Büro zu Hause. In einer ruhigen Farbwelt – hier ein helles Grün der Wände zu den edlen Holzmöbeln – lässt es sich gut konzentrieren und ungestört arbeiten. Foto: Caparol Icons

Corona hat die Arbeitswelt auf den Kopf gestellt. Plötzlich ist möglich, was vor der Pandemie kaum denkbar war: Homeoffice und Videokonferenzen statt Präsenzpflicht und Meetings. Die Pandemie hat gezeigt, dass Arbeiten von Zuhause aufgrund der Digitalisierung möglich ist. Im Homeoffice spielen Gestaltung und Materialauswahl für Wand und Boden eine große Rolle.

Zuhause arbeiten – das hört sich erstmal entspannt an. Doch um zeitweise oder dauerhaft im Homeoffice produktiv durchstarten zu können, heißt es zunächst einmal, die notwendigen Voraussetzungen dafür zu schaffen. Nicht jede Wohnung bietet sich als beruflicher Rückzugsort an. Ein 1-Raum-Apartment oder eine 3-Zimmer Familienwohnung stellen da sicher ganz andere Herausforderungen, als etwa eine geräumige Altbauwohnung oder gar ein Haus im Grünen. Die räumliche Trennung von Beruflichem und Privatem durch ein separates Arbeitszimmer ist sicher die beste Lösung, um beides bestmöglich zu vereinen. Das sieht auch die Innenarchitektin Lilith Ostholthoff vom Brillux Farbstudio so. »Aber auch wenn kein separater Raum verfügbar ist, kann dies gelingen«, sagt sie – etwa unterstützt durch eine farbliche Abgrenzung des Teilbereichs, der als Arbeitsplatz dienen soll. Ihr Vorschlag: »Schaffen Sie eine Zone, die ausschließlich zum Arbeiten gedacht ist!« Die Farbauswahl sollte je nach Möblierung und Raum individuell getroffen werden. Generell gilt: Ein bisschen Farbe und Dekoration gehört im Homeoffice einfach dazu und machen außerdem gute Laune beim Arbeiten! Sie sollten allerdings zur übrigen Einrichtung passen. Fotos oder Bilder, auf denen die Augen während des Nachtdenkens ruhen, können ebenfalls ein guter Begleiter am häuslichen Arbeitsplatz sein.

Separierte Arbeitszone

Doch nicht nur über Farbe, sondern auch über Materialkombinationen lassen sich Arbeitszonen geschickt separieren, zumal damit gleichzeitig auch funktionalen Anforderungen entsprochen werden kann. So trägt beispielsweise ein textile Bodenzone im Homeoffice-Bereich zu einer verbesserten Akustik bei und ergänzt sich außerdem perfekt mit einem Hartbelag wie Parkett oder Laminat. Generell ist die ruhige »Abschottung« zum konzentrierten Arbeiten im häuslichen Umfeld eine der größten Herausforderungen. Akustiktapeten sowie schallschluckende Elemente und Textilien können hierzu eine sinnvoll wie zugleich attraktive Gestaltungslösung sein. Auch Nischen im Flur, Treppenhaus oder Wintergarten sind schnell zu kleinen Arbeitsplätzen umgewandelt. Diese Teilräume sind vielleicht nicht gerade für eine 40-Stunden-Woche geeignet, aber praktisch für gelegentliche Homeoffice-Tage.

Richtig Sitzen im Homeoffice

Auch im Homeoffice gilt: Der Arbeitsplatz muss zur Tätigkeit passen! Wer regelmäßig oder gar ganztags am Schreibtisch sitzt, kommt an einem ergonomischen Stuhl nicht vorbei. Neben Optik und Sitzkomfort ist dabei auch die richtige Sitzhöhe entscheidend. Außerdem sollte der Arbeitsplatz der Tätigkeit entsprechend, ausreichend Fläche und Stauraum bieten. Häufig ist ein Minischreibtisch oder Sekretär ausreichend, der den Vorteil hat, nach getaner Arbeit verschlossen werden zu können. Zusätzlich helfen Mappen, Schalen oder Körbe beim Ordnung halten.

Arbeitsplatz ins rechte Licht gesetzt

Optimal ist natürlich Tageslicht im Homeoffice, das so hell wie möglich sein sollte. Wenn es jedoch zu stark blendet, sodass auf dem Monitor nichts mehr zu erkennen ist, sollte es mithilfe eines Blendschutzes reguliert werden. Doch Rollo, Lamellenvorhang, Plissee oder Jalousie sind nicht nur nützlich als Blendschutz und zur Wärmedämmung, sondern sind auch ein wichtiger Faktor der Gestaltung.

Brigitte Wagner-Rolle