13. November 2020

Sto-Stiftung fördert bei der Ausbildung zum »Staatlich geprüften Farb- und Lacktechniker«

Blicken positiv in die berufliche Zukunft (v. l. n. r.): Jörg Radkowski, Leiter der »Staatlichen Fachschule für Farb- und Lacktechnik« am Oberstufenzentrum für Gestaltung in Berlin, die Schüler Tobias Fischer, Pascal Sönmez, Manuel Moos, Stephanie Knorr und Heike Lewin, Fachleiterin Berufstechnik am Oberstufenzentrum für Gestaltung in Berlin. Foto: Sto-Stiftung / Christoph Große

Die Weiterbildung zum »Staatlich geprüften Farb- und Lacktechniker« ist in Deutschland an sieben Fachschulen, in Berlin, Hildesheim, Fulda, Lahr, München und Stuttgart und Hamburg, möglich. Die zweijährige Vollzeit-Weiterbildung öffnet weitere Berufschancen über den Meister hinaus bis hin zum Hochschulstudium. Farb- oder Lacktechniker übernehmen oft Führungsaufgaben in Betrieben, Unternehmen, Verwaltungen und Einrichtungen oder können selbstständig einen eigenen Betrieb führen.

Gefördert wird die Fortbildung für Malergesellen von der gemeinnützigen Sto-Stiftung, die je zwei Studierende an den sieben Fachschulen mit jeweils 2.000 Euro pro Semester unterstützt. Zudem nehmen die Stipendiaten an exklusiven Seminaren teil.

Förderung von Berufsschule bis Universität

»Unsere Förderung startet bereits am Anfang der beruflichen Entwicklung. In unserem Bestenwettbewerb werden die hundert Besten des Abschlussjahrgangs mit einem Werkzeugkoffer im Wert von über 1.000 Euro belohnt. Es folgen zehn Tablets als Ansporn für die beste Gesellenprüfung. Ein Stipendium für die Ausbildung zum staatlich geprüften Farb- und Lacktechniker ist die dritte Stufe«, erklärt Konrad Richter, Stiftungsrat Handwerk. Studienbeihilfen zum Bachelor- und anschließendem Master-Studium runden das Angebot der Stiftung im Handwerk ab.

Tobias Fischer ist Maler- und Lackierer-Geselle mit abgeschlossenem Studium. Vor seiner Ausbildung hat er »Wirtschaft und Recht« an der TH Wildau studiert und mit Bachelor abgeschlossen. Fischer ist Stipendiat der Sto-Stiftung im ersten Lehrjahr. Nach der Weiterbildung möchte er den Berliner Familienbetrieb von seinem Vater übernehmen. Foto: Sto-Stiftung / Christoph Große

Jörg Radkowski, Leiter der »Staatlichen Fachschule für Farb- und Lacktechnik« am Oberstufenzentrum (OSZ) für Gestaltung in Berlin, ist froh um das Engagement der Stiftung. »Der Mittelstand ist Garant für die Stabilität der deutschen Wirtschaft. Hier fehlt es an qualifizierten Führungskräften«, erklärt er. »Zukunftsorientierte, engagierte junge Menschen mit einem handwerklichen Background haben beste Chancen auf eine berufliche Karriere. Die Weiterbildung zum Farb- und Lacktechniker bietet dafür eine solide Basis«, ist er sich sicher.

Manuel Moos macht im Sommer 2021 seinen Abschluss zum Farb- und Lacktechniker. Der Berliner ist ebenfalls Stipendiat der Sto-Stiftung. Er ist froh über die finanzielle Unterstützung, die seine Weiterbildung ermöglicht hat. Moos hat große Ziele, zieht auch einen Ortswechsel in Betracht, um in einem größeren Betrieb in der Farb- und Lackbranche arbeiten zu können. Foto: Sto-Stiftung / Christoph Große

»Der Schwerpunkt der Weiterbildung an der Berliner Fachschule liegt bei der Vermittlung unternehmerischer und betriebswirtschaftlichen Kompetenzen sowie der Möglichkeit, handwerklich interdisziplinär handeln zu können. Fächer wie Betriebswirtschaftslehre, Rechnungswesen, Berufs- und Arbeitspädagogik oder Personalmanagement stehen neben Chemie, Anwendungs- und Gestaltungstechnik sowie Mathe und Deutsch auf dem Stundenplan«, erklärt Radkowski. »Zudem legen wir großen Wert auf ein projektorientiertes Arbeiten, das in einer Semesterarbeit mündet«, betont er. Die Absolventen lernen auf diesem Weg, selbstständig Projekte zu planen und diese potenziellen Kunden gegenüber zu präsentieren.

Stephanie Knorr ist auf dem zweiten Bildungsweg zum Handwerk gekommen. Mit dem Techniker in der Tasche möchte die 31-Jährige nicht wieder auf die Baustelle zurück. Ein anschließendes Studium zur Berufsschullehrerin schließt sie nicht aus. Foto: Sto-Stiftung / Christoph Große

Bekanntheit des Technikers steigern

Vielen ist die Weiterbildung jedoch nicht bekannt. Darüber hinaus hapert es auch am Image des Technikers. Um das zu ändern, gehen Radkowski und seine Kollegen direkt in die Berufsschulen und Ausbildungsbetriebe, veranstalten Informationstage, versenden Flyer. »Auf der Webseite www.fachschulen-farbe.de haben wir uns mit den anderen sechs Fachschulen zusammengetan, geben dort Informationen und einen Überblick über die jeweiligen Lerninhalte sowie Zukunftschancen«, sagt Heike Lewin, Fachleiterin für Berufstechnik am Oberstufenzentrum für Gestaltung in Berlin.

Pascal Sönmez ist mit 21 Jahren einer der Jüngsten in der Klasse. Er überzeugte bereits in der Berufsschule mit sehr guten Noten. Auf die Weiterbildung wurde Sönmez von seinen Kollegen aufmerksam gemacht. Der Chef stellte ihn für zwei Jahre frei. Nach Abschluss der Fortbildung im Sommer kehrt Sönmez erst einmal in den Betrieb zurück, um weitere Berufserfahrung sammeln zu können. Foto: Sto-Stiftung / Christoph Große

Auch intern wird für die Weiterbildung im Handwerk geworben. Das »OSZ Gestaltung Berlin«, ist mit 1.500 Schülern nicht nur das größte Oberstufenzentrum im Bereich der beruflichen Bildung für Maler und Lackierer, sondern bietet vielfältige Bildungsgänge, wie eine Staatliche Fachschule, ein berufliches Gymnasium, eine Fachoberschule, vorberufliche Bildungsgänge und eine vollschulische Assistentenausbildung zum Gestaltungstechnischen Assistenten an.

Die Fachschulen stellen sich vor: https://www.youtube.com/watch?v=iyG6nhaYxeI&t=60s

 

Weitere Informationen: www.sto-stiftung.de