14. Oktober 2020

Infektionsschutz: Lüften auf der Baustelle!

Foto: CDC/Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAMS

In vielen Regionen Deutschlands nimmt die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus stark zu. Dabei fordert die Pandemie die Bauwirtschaft besonders heraus, denn hier laufen die Arbeiten von Anfang an unvermindert weiter. »Gerade jetzt müssen sich die Beteiligten auf den Baustellen der Gefahr bewusst sein und Verantwortung übernehmen. Im Herbst und Winter darf im Arbeits- und Infektionsschutz nicht nachgelassen werden«, appelliert Bernhard Arenz, Präventionsleiter der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) in einem aktuellen Interview.

Neben den bekannten AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske) ist in der kalten Jahreszeit weiterhin das Lüften sehr wichtig. Dabei sind nach Aussage der BG BAU Ventilatoren und Heizlüfter kein Ersatz für richtiges Lüften, denn es gehe nicht um die Luftbewegung, sondern um frische Luft durch Stoßlüftung.

In Bauwagen, Pausenräumen, Büro-Containern oder Sammelunterkünften kommen viele Beschäftigte auf engem Raum zusammen. Daher gewinnt das Thema Lüften in den kommenden Monaten an Bedeutung, denn die Viren werden über Aerosole in der Luft übertragen. Dem kann einfach entgegengewirkt werden: Fenster auf und stoßlüften. Die Faustregel nach der Arbeitsstättenverordnung lautet: regelmäßig einmal pro Stunde und in Besprechungsräumen alle 20 Minuten lüften. Abhängig von Raumgröße und Personenzahl sollte die Lüftungsdauer zwischen drei und zehn Minuten betragen. Das lässt sich auch auf Baustellen leicht umsetzen.

Lüften im Winter klingt zwar ungemütlich, aber es geht gerade nicht darum, dass während der gesamten Pause das Fenster offensteht. Ein Raum kann auch gut durchlüftet sein, wenn zuvor die Fenster geöffnet waren und damit genug Frischluft zugeführt wurde. Konkret: Auf der Baustelle werden die Pausenräume jeweils vor den Pausenzeiten gereinigt und stoßgelüftet. Dazu kommt, dass immer auch die Anzahl der Personen im Raum eine Rolle spielt. Wenn vermieden wird, dass zu viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen, lassen sich auch die anderen Infektionsschutzregeln, etwa der Mindestabstand, besser einhalten.

Das geht oft auch ohne extra Kosten: Mit geschickter Organisation lässt sich sehr viel erreichen. »Wir haben in den letzten Monaten erlebt, wie Unternehmen mit einfachen Maßnahmen wirkungsvoll auf die Coronavirus-Krise reagieren. Zum Beispiel indem sie feste Teams bilden, die über einen langen Zeitraum zusammenarbeiten. Das sind dann auch Teams, die gemeinsam zur Arbeit fahren, oder - bei Großbaustellen - zusammen wohnen. Dies senkt die Infektionsgefahr deutlich«, unterstreicht Bernhard Arenz im Interview.

Das gesamte Interview mit Bernhard Arenz gibt es hier: www.bgbau.de/mitteilung/infektionsschutz-auf-baustellen/

Weitere Unterstützung bietet die Handlungshilfe zum SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard:
www.bgbau.de/mitteilung/arbeitsschutzstandard-aktualisiert/