16. Juli 2020

Kollegenhilfe in Corona-Zeiten

Durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie hatten manche Betriebe plötzlich so gut wie keine Arbeit mehr, bei anderen erhöhte sich das Auftragsvolumen sogar. Welche Möglichkeiten hat man dann als Unternehmer? Ein Beispiel aus der Praxis:

Die Kunden nutzten die durch Corona entstandene Zwangspause spontan für umfangreiche Renovierungen. Die Maler- und Lackiererinnung Rhein-Main rief daher im April ihre Mitgliedsunternehmen auf, eventuelle Überlastungen oder Auftragseinbrüche zu melden, um sich im Notfall gegenseitig aushelfen zu können. Mit Erfolg: In mehreren Fällen gelang es, eine »Win-Win-Situation« herzustellen. Die suchenden Unternehmen erhielten qualifizierte Mitarbeiter zur Abarbeitung ihrer Auftragsspitzen, die abgebenden Betriebe konnten Auftragslöcher überbrücken und ihre Mitarbeiter vor der Kurzarbeit oder gar der Arbeitslosigkeit bewahren. Auch die Kunden profitierten: Sie wurden auf diese Weise zufriedenstellend bedient.

Sich gegenseitig ausgeholfen haben beispielsweise der Frankfurter Malerbetrieb Meier und die Firma Westphal aus Neu-Isenburg. Während bei ersterem große Wohnungssanierungen aufgrund von Corona verschoben wurden, geriet zweitere bei einem am Flughafen laufenden Projekt unter Zeitdruck. Die Sanierung der Parkdecks wurde erweitert und der insgesamt deutlich vergrößerte Auftrag sollte nun nicht mehr schrittweise, sondern schnellstmöglich ausgeführt werden.

»Die Firma Meier konnte uns mit ihrem gut ausgebildeten Personal sofort in der notwendigen Qualität Arbeiten im erheblichen Umfang abnehmen und wir konnten so die Bedürfnisse unseres Kunden befriedigen«, freut sich Frank Müller, Geschäftsführer der Westphal Maler GmbH. Meister-Kollege Thomas Meier freut sich mit: »Dass wir die Möglichkeit bekommen haben, die plötzlich entstandene Auftragslücke so unbürokratisch schließen zu können, ist für uns ein tolles Beispiel von gewinnbringender Innungsarbeit. Vor allem freut mich, dass ich meine Mitarbeiter schadlos durch die Krise bringen konnte.«