02. Juni 2020

Ausbildung in Zeiten von Corona

ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer äußerte sich zur Ausbildungssituation in Zeiten von Corona. Foto: ZDH Boris Trenkel

Wie kann zukünftig Ausbildung funktionieren? Wie lässt sich die Zeit bis zum Start des neuen Ausbildungsjahrs nutzen und wo kann es Entlastungen geben? ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer informierte über Vorschläge.

In einem Gastbeitrag im NordHandwerk, einem Magazin der Handwerkskammern in Norddeutschland, sprach der Präsident des Zentralverbands des deutschen Handwerks zum Thema Ausbildung in Zeiten von Corona. Hier ist sein Statement zur Ausbildungssituation: »Die Corona-Pandemie fordert uns alle. Betriebsabläufe stehen Kopf. Viele im Handwerk haben alle Hände voll zu tun, um ihren Betrieb zu erhalten und für die Zukunft zu sichern. Doch Zukunftssicherung gelingt nur, wenn Ausbildung weiter stattfindet. Bei aller verständlichen Fokussierung auf die Krisenbewältigung: Ausbildung darf nicht auf der Strecke bleiben! Denn jeder Azubi weniger ist eine Fachkraft, die in Zukunft fehlt. Deshalb bilden Sie bitte weiter aus!

Doch klar ist auch: Viele Betriebe brauchen Unterstützung, um eine Ausbildung in unsicheren Zeiten zu stemmen. Das ist die Stunde für konzertierte Aktionen aller bildungspolitischen Akteure in der Allianz für Aus- und Weiterbildung. Gemeinsam müssen wir die verbleibenden drei Monate bis zum Start des neuen Ausbildungsjahres nutzen, um Lösungen für die aktuelle Situation zu entwickeln. Unsere Vorschläge liegen auf dem Tisch: Wir brauchen dort eine Entlastung bei Ausbildungskosten und Kurzarbeit, wo wegen pandemiebedingter Maßnahmen eine Unterbrechung der Ausbildung unvermeidbar wird. Wir müssen die Angebote zur Berufsorientierung auf digitale Kanäle verlagern, SchülerInnen noch stärker als bisher online ansprechen und beraten. Wir brauchen einen Ausbildungszuschuss als motivierenden Anreiz für Betriebe, die ausbilden. Im gemeinsamen Interesse eines zukunftsorientierten Ausbildungssystems müssen wir alles gegen einen weitgehenden Rückgang an Lehrstellen tun.«

Quelle: ZDH