26. Mai 2020

Aufträge brechen ein

Ab wann wird das Malerhandwerk den Konjunktureinbruch spüren? Foto: Bernd Ducke/Mappe

Das Baugewerbe sieht dunkle Wolken am Konjunkturhimmel heraufziehen, denn die  Aufträge brechen ein. Da das Malerhandwerk in der Abfolge von Baufortschritten eher zu einem späten Zeitpunkt auf Baustellen tätig ist, wird man die Auswirkungen in diesem Gewerk voraussichtlich mit deutlicher Verzögerung spüren.

»Die neuesten Daten zur Baukonjunktur zeigen: Die Corona-Pandemie wird massive Auswirkungen auf die Baubranche haben. Wenn schon zu Beginn des Lockdowns die Auftragseingänge so stark eingebrochen sind, müssen wir für die Konjunkturentwicklung der zweiten Jahreshälfte mit dramatischen Folgen rechnen,« kommentierte Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB), die gestern veröffentlichten Daten des Statistischen Bundesamts. Diese berücksichtigen Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten und beziehen sich auf den Berichtszeitraum März 2020.

Besonders im öffentlichen Bau ist ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen (-9,6 %). Insbesondere der Straßenbau bricht signifikant ein ( -12,4 %). Aber auch im Wirtschaftsbau gingen die Auftragseingänge im März um gut 3% zurück, besonders betroffen der anteilsstarke Hochbau (ca. -7 %). Nur im Wohnungsbau legte der Auftragseingang verhalten zu (ca. +3 %). »Angesichts der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Wirtschaftsbau bleibt es wichtig, dass die öffentliche Hand ihre geplanten Investitionsbudgets auch umsetzt. Hier brauchen die Kommunen dringend die Unterstützung von Bund und Ländern. Den Investitionsstau bei den Kommunen nicht größer werden zu lassen, liegt im Interesse des Wirtschaftsstandortes Deutschland.« so Pakleppa weiter.

Erwartungsgemäß schlagen sich die Folgen der Corona-Pandemie noch nicht in den Daten zur Umsatzentwicklung nieder. Dieser lag im März bei ca. 7,6 Mrd. Euro (+12,1 %). Damit erreichte der Umsatz im ersten Quartal gut 18 Mrd. Euro, ein Plus von gut 12 %. »Mit diesem Ergebnis im ersten Quartal war zu rechnen. Wir sind mit vollen Auftragsbüchern in das Jahr gestartet. Bis zum Lockdown in der Mitte des Monats hatte sich die hohe Nachfrage nach Bauleistungen fortgesetzt. Die Zahlen dürfen aber nicht zu einer trügerischen Sicherheit führen: Die Einbrüche, die wir heute im Auftragseingang sehen, werden in Zukunft auf die Umsatzentwicklung durchschlagen,« erläuterte der Hauptgeschäftsführer des größten Branchenverbands.

Das deutsche Baugewerbe hatte seine Prognose zur Umsatzentwicklung im Bauhauptgewerbe für 2020 wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf viele Wirtschaftsbereiche von ursprünglich +5,5 % auf 0 % bis -2 % nach unten korrigiert. Positiv werden die Daten zur Beschäftigtenentwicklung gesehen. Mit einer Steigerung um gut 4 % würden die Unternehmen verdeutlichen, dass sie den Beschäftigtenstand halten wollen und am Kapazitätsaufbau festhalten. Damit dies so bleiben kann, bräuchte es dringend Investitionsimpulse durch die von der Bundesregierung angedachten Konjunkturprogramme.

Quelle: Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB)