04. März 2020

Internationale Handwerksmesse wegen Coronavirus abgesagt

Wegen der vermehrten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus ist die Internationale Handwerksmesse (IHM) in München abgesagt worden. Das teilten die Behörden am vergangenen Montagabend mit. 

Die Veranstalter orientieren sich mit der Entscheidung an der Empfehlung des Krisenstabs der Bayerischen Staatsregierung, große, internationale Veranstaltungen bis auf Weiteres abzusagen oder zu verschieben. Die Handwerksmesse war vom 11. bis 15. März geplant. Nun soll sie erst 2021 wieder stattfinden. Auch die Leipziger Buchmesse wurde abgesagt, und die Hannnover Messe, die größte Industrieschau der Welt, auf Sommer verschoben. 

Das Messegelände in München wird aus Vorsicht vor dem Coronavirus in diesem Jahr leer bleiben. Foto: Messe München

Die Maßnahmen treffen vor allem die Branche der Gastronomie und Hotellerie, der nun Einnahmen in Millionenhöhe fehlen werden. 100 000 Besucher waren für die IHM erwartet worden. Auf globaler Ebene fürchtet die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) indes gravierende Einbrüche in der Weltwirtschaft als Folge des Virus. Sollte sich Sars-CoV-2, das Ende Dezember 2019 in der chinesischen Metropole Wuhan ausgebrochen war, grippeähnliche Symptome zeigt und zu einer Lungenerkrankung führen kann, in immer mehr Ländern verbreiten, könnte das weltweite Wirtschaftswachstum nach Angaben der Süddeutschen Zeitung in diesem Jahr bis auf 1,5 Prozent sinken. 

Furcht vor drastischen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft

 

Die Zahl der weltweit Infizierten ist inzwischen auf mehr als 113.000 angestiegen, in Deutschland sind laut Robert-Koch-Institut über 1.200 Infektionen registriert worden (Stand: Dienstag, 10.03.2020). Das Risiko für die Gesundheit der deutschen Bevölkerung schätzt das Institut als „mäßig“ ein. Als Risikogebiete gelten bislang vor allem die chinesische Provinz Hubei, Ghom in Iran, die südkoreanische Provinz Gyeongsangbuk-do und Italien. Letzteres zählt als stärkstes von der Coronavirus-Epidemie betroffenes Land in Europa. Zuletzt stieg hier die Zahl auf mehr als 10.000 Infizierte und 460 Tote. In den meisten Fällen verlaufen die Infektionen jedoch milde. So berichten Betroffene wie der sich in Quarantäne befindende Oberarzt in Tübingen, wenige bis gar keine Symptome zu verspüren. Dennoch hält das Robert-Koch-Institut dazu an, nach einem möglichen Kontakt mit Personen aus Risikogebieten und vor allem mit im Labor nachgewiesenen Infizierten, zu Hause zu bleiben und sich mit dem zuständigen Gesundheitsamt in Verbindung zu setzen, unabhängig von Symptomen. 

Tagesaktuelle Informationen zum Coronavirus stellt das Bundesgesundheitsministerium bereit. 

crwe/mappe.de