21. Februar 2020

Maler-Azubis in Rumänien

In den vergangenen Jahren arbeiteten jährlich etwa 60 Auszubildende des Malerhandwerks aus Deutschland an der Sanierung eines Pfarrhauses und den dazugehörigen historischen Gebäuden im rumänischen Siebenbürgen. Im Juni 2020 haben erneut 20 deutsche Maler- und Lackiererazubis die Möglichkeit, an dem Projekt teilzunehmen. 

 

Arbeiten und Leben auf dem Land in Rumänien. Im Pfarrhaus mit Wehrturm im rumänischen Martinsdorf (Siebenbürgen) sollen im Juni 2020 von 20 deutschen Maler- und Lackiererazubis Wandflächen renoviert werden. Foto: Gregor Botzet/Verein Handwerkerschule.ev.

Die gemeinnützige Sto-Stiftung fördert seit 15 Jahren junge Menschen in handwerklicher und akademischer Aus- und Weiterbildung. Eines der in diesem Jahr wichtigsten Förderprojekte der Stiftung im Bereich Handwerk liegt im rumänischen Siebenbürgen. Hier gibt es heute noch etwa 150 historische Kirchenburgen und Wehrkirchen, die einst zur Verteidigung gegen Angriffe von Türken und Tataren erbaut wurden. Eine von ihnen ist die Wehrkirche in Martinsdorf im Kreis Hermannstadt (Sibiu).

Das Objekt wird bereits seit 2013 von der Bau-, Maler- und Lackiererinnung München mit Mitteln des EU-Erasmus-Projekts in Stand gesetzt. In den vergangenen Jahren arbeiteten jährlich rund 60 Auszubildende aus Deutschland an der Sanierung des Pfarrhauses und der dazu gehörigen historischen Gebäude. Im Juni 2020 sollen erneut zwanzig deutsche Maler- und Lackierer-Azubis aktiv werden, erstmalig unterstützt von der Sto-Stiftung.

Alte Bautechniken erlernen

 

»Für unsere Arbeit ist wichtig, dass alle denkmalpflegerischen Arbeiten in Absprache mit dem Denkmalamt Sibiu durchgeführt werden. An dem historischen Objekt können alte Techniken erlernt und ausgeführt werden, was so in Deutschland für Azubis kaum machbar ist«, sagt Konrad Richter, Stiftungsrat-Handwerk der Sto-Stiftung. Ein Kulturprogramm wird den Aufenthalt ergänzen. Geplant sind geführte Besichtigungen der schwarzen Kirche in Kronstadt mit ihrer berühmten Buchholzorgel. Auch für die orthodoxen Kathedralen des Nicolaus von Myra und das Freilichtmuseum mit traditioneller bäuerlicher Kultur sind Besuche vorgesehen.

Auch das Anbringen neuer Wanddekore steht auf dem Programm der Auszubildenden. Dazu müssen zuerst alte Techniken gelernt und geübt werden, bevor sie vor Ort angewandt werden. Foto: Gregor Botzet/Verein Handwerkerschule.ev.

Zu den Techniken, die vor Ort gelernt werden, zählt neben der Grau-Malerei zur Wiederherstellung alter Decken- und Wandgemälde auch die Marmor-Malerei sowie die Freilegung und das Einstimmen alter Kaseinmalereien. In dem Zusammenhang ist für den Sommer 2020 die Befunduntersuchung und Erstellung einer Dokumentation eines mittelalterlichen Altars angedacht.

Arbeiten und leben mit der Dorfgemeinschaft

 

Doch bevor die Teilnehmer loslegen können, muss zunächst der Ist-Zustand dokumentiert werden. Dabei sollen die Azubis lernen, wie wichtig eine detaillierte Voruntersuchung bei der Sanierung denkmalgeschützter Gebäude ist. Verschiedene Untergründe und Materialien wie Holz, Lehm oder Kalk werden vor dem eigentlichen Arbeiten unter die Lupe genommen. Gregor Botzet, Fachlehrer an der Ferdinand-Braun-Schule in Fulda, und Michael Doll vom Landesinnungsverband Bayern werden als Anleiter mitreisen.

An dem Workshop in Rumänien können zwanzig Auszubildende ab dem zweiten Ausbildungsjahr, die älter als 18 Jahre sind, teilnehmen. Das Projekt startet am 11. Juni und endet am 21. Juni 2020. Die Teilnehmer werden in der Zeit Teil der rumänischen Dorfgemeinschaft. Gewohnt wird im Dachbereich des Pfarrhauses. Die Mahlzeiten werden im nahen gelegenen Gemeinschaftshaus eingenommen.

Auszubildende, die Interesse haben, an dem Projekt teilzunehmen, können sich hier melden: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!