Neue Innendämm-Richtlinie

Vor vier Jahren hat der Fachverband Wärmedämm-Verbundsysteme (FV WDVS) die branchenweit erste »Technische Richtlinie für Innendämm-Systeme (IDS)« veröffentlicht. Dieser praxisorientierte Leitfaden wurde durch die zuständigen Gremien des Fachverbands komplett überarbeitet und deutlich in Richtung Planer, Architekten und Fachhandwerk erweitert.

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Viel Praxiswissen gibt es in der komplett überarbeiteten Innendämm-Richtlinie Foto: Fachverband Wärmedämm-Verbundsysteme

Dabei wurden insbesondere die Kompetenzen und Erfahrungen der Systemanbieter in diesem Segment berücksichtigt. Darüber hinaus haben externe Innendämmexperten wie z.B. vom Fraunhofer Institut für Bauphysik aus Holzkirchen und der TU Dresden an der Richtlinie mitgewirkt. Laut Heiko Riggert, Obmann Innendämm-Systeme im FV WDVS und verantwortlich für die neue Technische Richtlinie, sind die Kapitel umfangreicher und detailreicher geworden. Dabei orientierte man sich so  nahe wie möglich an den Anforderungen der Praxis.

Basis für gute Innendämmungen

Die Technische Richtlinie 2.0 informiert zunächst über die Rahmenbedingungen und Vorschriften, insbesondere bezogen auf Wärme-, Feuchte- und Schallschutz. Es folgt ein Grundsatzkapitel mit detaillierter Beschreibung der Bestandteile eines IDS. Fast zwanzig Seiten nimmt dann der Bereich Planung eines IDS ein: »Dieses Kapitel bildet den inhaltlichen Kern der neuen Technischen Richtlinie«, so Heiko Riggert. »Hier werden die Grundlagen und Voraussetzungen für eine fachgerechte Ausführung einer Innendämmung aufgezeigt, die dann auch die Ziele Energieeinsparung, Schimmelprävention und Behaglichkeitszuwachs für die Bewohner erreicht.« Beginnend bei der Bauzustandsanalyse zeichnet das Kapitel die wichtigsten Planungsschritte nach. Für die Objektbeurteilung enthält die neue Technische Richtlinie 2.0 eine Checkliste, mit der Planer und Fachhandwerk vor Ort arbeiten können. Klimarandbedingungen, Schlagregenschutz, Luftdichtheit und Konvektion, Mindestwärmeschutz und Wärmebrücken heißen die weiteren Schwerpunkte des Planungskapitels. Neu sind hier u.a. eigene Abschnitte zum Umgang mit Elektroinstallationen, Wandheizungen und zu Fachwerkkonstruktionen. Anschließend informieren die Autoren über die Verarbeitung und Nutzung von IDS. Das Abschlusskapitel der bildet eine umfangreiche Zusammenstellung  beispielhafter  Konstruktionsdetails. Sie erläutern jeweils anschaulich die spezifischen Planungs- und Ausführungsanforderungen z.B. bei Wanddurchdringungen, Fensterlaibungen, Wand-, Decken- und Estrichanschlüssen, Rollladenkästen oder Flachdächern.

Heiko Riggert: »Die Technische Richtlinie 2.0 bietet fundiertes Fachwissen für anwendungssichere Systemlösungen bei der Innendämmung und stellt damit auch die Basis dar für das ›Qualitätssiegel IDSysteme‹. Dieses Siegel erhalten ausschließlich Systemanbieter, die sich an die Vorgaben der Richtlinie halten und in der Lage sind, Planern und Fachhandwerkern entsprechende Unterlagen und individuelle Unterstützung zukommen zu lassen.“ Diese Systemhäuser bieten beispielsweise spezielle Wärmebrückenkataloge für Detaillösungen bei der Innendämmung an. Darin geht es u.a. um die Wärmebrückenreduzierung an einbindenden Massivbauteilen. Darüber hinaus sind die mit dem Qualitätssiegel zertifizierten Unternehmen auch bei der bauphysikalischen Beurteilung einer Maßnahme mit geschultem Personal behilflich.

Innendämm-Systeme als eine spezielle Form der energetischen Sanierung sind nach Aussage des Fachverbands planbar, funktional und bei Beachtung der Verarbeitungsanleitungen der Systemanbieter anwendungssicher. Sie verschaffen Investoren und Eigentümern sowie den beauftragten Planern, Architekten und Fachhandwerkern zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten und Flexibilität für mehr Energieeffizienz.

Die neue Richtlinie kann zum Preis von 19,90 Euro im Onlineshop des Fachverbandes unter www.innendaemmsysteme.de bestellt werden.