Mit Lacken punkten

An erster Stelle steht für den Kunden eine gleichmäßige Beschichtungsoberfläche in einwandfreier Optik ohne Fehlstellen und Läufer. Während der Verarbeitung sollen Staub- und Geruchsbelästigungen möglichst ausbleiben. Gesundheit und Umwelt dürfen keinesfalls in Gefahr geraten. Darüber hinaus soll die lackierte Oberfläche robust und widerstandsfähig gegen mechanische Einwirkungen sein. Auch nach Jahren sollen die Oberflächen aussehen wie am ersten Tag und das bei möglichst geringer Pflege und Wartung. Alle diese Ansprüche sind aus Kundensicht nachvollziehbar. Wie Sie dieses perfekte Ergebnis erreichen, das bleibt allerdings meist Ihnen überlassen.

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Welches Produkt soll ich einsetzen?

Der Gesetzgeber gibt für Beschichtungsstoffe strenge Umwelt- und Arbeitsschutzauflagen vor. Einige wichtige sind z. B. die Decopaint-Richtlinie, EU-Bauprodukten-Verordnung 305/2011, EG-Verordnung Nr. 1907/2006 REACH, DIN 68 800-3, DIN EN 927-1, EN 71.3 DIN EN 16 402, AgBB und Blauer Engel.

Diese Rahmenbedingungen machen die Materialwahl nicht immer einfach. Betroffen sind wasserbasierte und lösemittelbasierte Lacke, wobei die aktuellen Produkte die hohen Auflagen erfüllen. Schwierig kann es bei speziellen Kundenansprüchen oder hohen technischen Anforderungen werden. Hier muss man dem Auftraggeber klar machen, dass Lacke nicht alle geforderten Eigenschaften gleichzeitig besitzen können. Das gilt für Innen- wie für Außenanwendungen und unabhängig von einer lösemittelhaltigem oder wasserverdünnbaren Materialbasis. Die Akzeptanz lösemittelhaltiger Produkte sinkt und wasserbasierten Lacken wird eine positive Zukunft vorausgesagt. Moderne Bindemittelkombinationen wie Hybride und Tribride bewirken z. B. ein deutliches besseres Verhalten während der Verarbeitung, bei Verlauf und Trocknungsprozess sowie den Produkteigenschaften während der späteren Nutzungsphase. Die Zugabe von Polyurethanen ermöglicht eine deutlich höhere Belastungsfähigkeit der Lackoberfläche. Zweikomponenten-Lacke erfordern mehr Handlingaufwand bei der Verarbeitung, überzeugen aber auch mit hoher Anwendungsvielfalt auf verschiedensten Untergründen.

Welches Applikationsverfahren ist das Richtige?

Die Auswahl des geeigneten Beschichtungsverfahrens hängt von verschiedenen individuell abzuwägenden Faktoren ab. Dazu zählen:

  • Die Art des Objektes: Im privaten Wohnbereich ist eher echte Handarbeit mit Pinsel und Lackierwalze gefragt. Die Spritzapplikation kann auf Vorbehalte des Kunden wegen des Spritznebels stoßen – gerade in bewohnten Räumen. Es muss aufwendig abgedeckt und abgeklebt werden, um angrenzende Bauteile und die Einrichtung zu schonen.
  • Die Stückzahl: Kann durchgängig und ohne Unterbrechungen gearbeitet werden – z. B. in einem Flur mit mehreren Türen oder in angrenzenden Räumen – lohnt sich eine Spritzapplikation ab 4 – 5 kompletten Türen. Eine Nachkalkulation mit Zeitnahme hilft Ihnen, Erfahrungs- und Vergleichswerte zu ermitteln – einschließlich der jeweiligen Vor- und Nacharbeiten. Im Vergleich zum Rollen einer kompletten Tür ist das Spritzen nach unserer Einschätzung allgemein ca. 3 – 4 mal schneller, wobei sich aber der Aufwand für Abdeck- und Vorarbeiten verdoppeln kann.
  • Qualität der Oberflächen: Sie arbeiten unter Baustellenbedingungen, die Luft wird also nicht klinisch rein sein. Bei der Spritzapplikation verringern sich die Risiken des Staubeintrags. Beachten Sie auch den gewünschten Glanzgrad der fertig lackierten Fläche und die Frage, welche Bearbeitungsspuren der Kunde auf der Oberfläche akzeptiert oder ausdrücklich wünscht. Matte und seidenmatte Lackierungen sind auch mit Rollwerkzeugen gut auszuführen. Mit steigendem Glanz – glänzend und hochglänzend – wird es schwieriger. Leichte Pinselspuren und -striemen können noch als originäres Markenzeichen einer handwerklichen Leistung gelten. Narbigkeiten wie bei der Oberfläche einer Orange, die beim Rollen durchaus möglich sind, werden selten akzeptiert! Zu bedenken ist auch, welche VOC-konforme Lacktype Sie einsetzen – z. B. High-Solid Alkydharzlacke mit organischen Lösemitteln, wasserverdünnbare Acryl-PU-Lacke oder sonstige Bindemittel-Kombinationen.

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