Meldung bei Giftinformationszentren

Farben- und Lackhersteller sind geschockt über erwartete Kosten in Milliardenhöhe.
Die Farbindustrie fordert eine Verschiebung der Meldepflicht an Giftinformationszentren.

Ab 2020 soll es eine Meldepflicht von europäischen Unternehmen an Giftinformationszentren geben. Doch die deutsche Farbindustrie fordert eine Verschiebung dieser Regelung. Der Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie (VdL) warnt vor einer nicht zu bewältigenden Kostenlawine. Unternehmen sollen verpflichtet werden, sich bei sogenannten Giftinformationszentren zu melden, die ihnen bei Notfällen medizinische Hilfestellung geben.

Chemikalien-kl

für mittelständische Farbenhersteller nicht tragbar und existenzgefährdend

«Dieser Aufwand wäre für die zumeist mittelständischen Farbenhersteller nicht tragbar und existenzgefährdend», sagt Dr. Martin Engelmann, Hauptgeschäftsführer bei VdL. So würden sich bei 220 Euro pro Meldung die Gesamtkosten der deutschen Farbhersteller auf jährlich 2,4 Milliarden Euro belaufen. Und auch der Zeitaufwand sollte nicht außer Acht gelassen werden. Darüber hinaus machen die bisherigen Anfragen der Branche bei Vergiftung nur einen geringen Prozentsatz aus, bei dem es nie Vorfälle mit schweren Folgen gab. Da die Hersteller ihre Verantwortung dennoch ernst nehmen, wird eine Verschiebung von zwei Jahren verlangt. So sollen neue IT-Lösungen gefunden werden, die ein Gleichgewicht zwischen Aufwand und Nutzen ermöglichen.

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