Meisterstücke – Vom Handwerk der Maler

Vom 12. September bis 19. Januar 2020 gibt die Frankfurter Ausstellung »Meisterstücke – Vom Handwerk der Maler« einen Einblick in die Ausbildung des Malers als zünftigen Handwerker bis ins 19. Jahrhundert. Alte Meisterstücke werden dafür in einer einzigartigen Sammlung gegenübergestellt.

Was ein Meisterwerk ist, glauben wir alle zu wissen und denken dabei an Dürer, Rembrandt und Velazquez. Aber was ist eigentlich ein Meisterstück? In Vergessenheit geraten ist, dass auch Maler einmal in Zünften organisiert waren und wie andere Handwerker zum Abschluss ihrer langen Ausbildung ihr Können mit einem Meisterstück beweisen mussten. Erst dann durften sie ihre Gemälde signieren, eine eigene Werkstatt führen und selbst ausbilden. Die Ausstellung des Historischen Museums widmet sich erstmals diesem spannenden und vergessenen Thema der Künstlersozialgeschichte.

 

Die Ausstellung

Die Schau im »Historischen Museum Frankfurt« vermittelt eine Vorstellung von der langen Ausbildung des Malers als zünftiger Handwerker bis ins 19. Jahrhundert. Als Lehrling und Geselle lernte er durch Nachahmung und ständige Wiederholung die Farben zu reiben, die Leinwände zu spannen und zu grundieren und einfache malerische Aufgaben auszuführen. Erfahrungen sammelten die Gesellen außerdem auf der Wanderschaft, die sie durch Deutschland oder ins Ausland führte. Um selbst Meister zu werden, schrieb die Zunftordnung dem Maler viele Bedingungen vor, darunter die Heirat, den Erwerb des Bürgerrechts, Geldzahlungen und oft auch die Anfertigung eines Meisterstücks.

Das Historische Museum Frankfurt besitzt eine für die Erforschung der Künstlersozialgeschichte in Deutschland einzigartige Sammlung von über 45 Meister- oder Probestücken aus der Zeit von 1631 bis 1858. Die Stadt Frankfurt verlangte von den Malern die Einlieferung des vorgeschriebenen Meister- oder Probestücks für die Ausstattung des Rathauses, des Römers.

Einige wichtige Exponate der Frankfurter Ausstellung sind Leihgaben des Deutschen Maler- und Lackierer Museums in Hamburg. Um die Frankfurter Meisterstücke in einen größeren Zusammenhang zu stellen, werden diese solchen aus Hamburg, Lübeck oder sogar den Niederlanden gegenübergestellt. Das Meisterstück »Die Verstoßung der Hagar«, von Johann Jakob Buchholz 1787 angefertigt, eine Dauerleihgabe des »Museums für hamburgische Geschichte« an das Malermuseum hat mit vier Pokalen aus dem hamburger Silberschatz den Weg nach Frankfurt genommen. Das bedeutendste Stück der hamburger Sammlung, wichtig in Frankfurt, ist das Zeichenbuch der Lehrknaben, in dem Prüfungszeichnungen aus der Mitte des 17. Jahrhunderts Zeugnis vom damaligen Können der angehenden »Burschen« ablegen.

Weitere Infos: https://historisches-museum-frankfurt.de/meisterstuecke