Maler in Deutschland, Helfer in Rumänien

Kurz vor seinem 50. Geburtstag, im Dezember 2009, las Malermeister Markus Werner einen Bericht in der »Deutsche Handwerks Zeitung«, dass die Peter-Maffay-Stiftung ehrenamtliche Helfer in Rumänien für den Aufbau eines Kinderheims sucht, sowie Geldspenden und Materialien dafür benötigt. »Als Maffay-Fan und sozial engagierter Mensch hat mich das sofort angesprochen und ich sammelte dann zu meinem runden Geburtstag Spenden statt Geschenke«, berichtet er. Auch im Rahmen der Feier zum 135-jährigen Firmenbestehen zu einem »Tag der offenen Tür« wurde für die Stiftung gesammelt. Es kam die stattliche Summe von 3.700 Euro zusammen.

Doch der engagierte Malermeister von der Paul Werner Baudekoration wollte auch selbst aktiv mit den eigenen Händen vor Ort helfen. Im April 2011 fuhr er allein das erste Mal für einen Arbeitseinsatz nach Rumänien, 1700 Kilometer, für die er über 20 Stunden benötigte. Seitdem war Maler Markus Werner mit Helfern aus dem Familien- und Freundeskreis jährlich, manchmal sogar zwei Mal pro Jahr dort. »Bei meinem ersten Einsatz war ich schon sehr berührt von den Verhältnissen dort, denn die sozialen Unterschiede zu Deutschland sind riesig, aber auch von der Freundlichkeit der Menschen und der faszinierenden Landschaft«, schildert Markus Werner seine Eindrücke.

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Markus Werner hilft ehrenamtlich in Rumänien

 

Zu tun gibt es genug, in einer Region, wo fließendes Wasser, Strom oder Kanalisation anfangs in den einfachen Unterkünften der Helfer völlig fehlten. Markus Werner mit Sohn Simon Werner (Elektromeister), Sascha Saal (Schreinermeister) und Alexander Markus (Landmaschinenmechanikermeister) führten verschiedene Handwerksarbeiten aus wie Maurer- Putz-, Elektro-, Schreiner- und Beschichtungsarbeiten. Im Hof des Kinderferienhauses wurde die Pumpe für den Brunnen angeschlossen und allerlei Landmaschinenwurden repariert. Außerdem renovierten sie ein altes Haus komplett als Unterkunft für eine Familie.

»Wir nehmen jedesmal die Fahrzeuge voller Sachspenden mit, Küchengeräte, Fahrräder, Baumaterialien, es kann alles gebraucht werden«, berichtet Markus Werner. Gemeinsam mit seinen Helfern brachte er schon ein komplettes ausgemustertes Holz-Leitergerüst nach Rumänien, um es dort im Schiff der zu restaurierenden Kirche aufzubauen.

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Das ausrangierte Leitergerüst von Markus Werner und seinen Helfern in einer Kirche in Rumänien

 

Die Menschen freuen sich sehr, wenn die Handwerker aus Deutschland kommen und die Kinder sind glücklich, wenn Markus Werner und die anderen Helfer mit ihnen am Abend Fußball spielen oder am Lagerfeuer sitzen. Sein soziales Engagement, über das auch in den örtlichen Zeitungen berichtet wird, kommt bei seinen Kunden sehr gut an. »An unserem Tag der Offenen Tür haben uns viele darauf angesprochen und sie fragen immer, ob sie uns etwas mitgeben können«, freut sich Markus Werner. Für ihn steht fest, dass er noch bis zu seinem 60. Lebensjahr in Rumänien helfen möchte, also die nächsten fünf Jahre, denn die Geschichte lässt ihn nicht mehr los: »Man denkt fast täglich an die Situation und die Menschen dort in Radeln und möchte noch mehr helfen. Aber das Schöne ist auch, jedesmal die Fortschritte zu sehen.« Handwerksbetriebe, die sich engagieren möchten finden alle Infos zu Projekten unter www.deutsches-handwerk-hilft.de

Bilder: Markus Werner