Klebestreifen auf beschichteten Oberflächen

 

Beliebige Klebestreifen und Klebestrips – z.B. für Poster, Fotos, Plakate oder ähnliches – anzuwenden, birgt verschiedene Risiken. Vor allem gilt das für beschichtete Untergründe, bei welchen die Verträglichkeit noch nicht geprüft ist. Achten Sie vor der Verwendung insbesondere auf den vom Klebebandhersteller für das Produkt angegebenen Einsatzzweck.

Tatsächlich besteht die Gefahr von Beschädigungen und Unregelmäßigkeiten, die durch Klebestreifen hervorgerufenen werden, auf allen Wand- und Deckenflächen mit konventioneller Beschichtung. Das gilt nicht nur für das Ankleben von Postern, sondern auch für Abklebungen bei Malerarbeiten. Im Übrigen gilt dasselbe auch für den Großteil an Tapeten und Wandbekleidungen. Denn wichtige Faktoren der Klebestreifen werden in der Regel nicht beachtet:

  • die Klebkraft
  • die Alterung der Klebestreifen
  • die oft unkalkulierbare, da im Regelfall unbekannte Wechselwirkung des Klebstoffs mit der Beschichtung
Klebestreifen-Klebenagel
Klebestrips und Klebenägel liegen im Trend. Der Kleber kann den Untergrund schädigen.

 

Zunächst hat die bestehende oder fehlende Klebkraft mehrere Ursachen, die von der Zusammensetzung des Streifens abhängen: z. B. der Schichtdicke, der Art der Klebmasse, den Eigenschaften des Trägers (steif oder flexibel). Auch der individuelle Anpressdruck sowie die Kontaktfläche des Untergrunds (rau oder glatt) spielen eine entscheidende Rolle.

Wo Klebestreifen und Beschichtung mit der Zeit längerem Kontakt ausgesetzt sind, kann es durch Eindringen (Diffusion) von Substanzen aus dem Klebstoff zu Erweichungen der Beschichtung (Weichmacher-Effekt) und sogar ihrer vollständigen Enthaftung kommen. Folglich kann sich der Streifen im Extremfall inklusive der Beschichtung ohne externe Krafteinwirkung ablösen.

Im anderen Fall kommt es mit der Zeit zu Vernetzungsreaktionen in und mit dem Klebematerial. Das hat eine – potenziell extreme – Zunahme der Haftfestigkeit zur Folge. Selbst wenn die Verklebung noch schadlos abzulösen ist, können Verfärbungen im Bereich der Kontaktfläche auftreten.

Ausnahme Lackierung

Gegebenenfalls stellen bestimmte lackierte Oberflächen eine Ausnahme dar: insbesondere Reaktionsharz- oder Einbrennlackierungen. Sie weisen generell eine geringere Tendenz zu Wechselwirkungen mit dem Klebestreifen auf. Tritt die Reaktion doch ein, können die Klebstoffreste nach dem Lösen der Verklebung mit einem milden, die Lackierung nicht angreifenden Lösemittel entfernt werden. Doch auch hier sind Farbveränderungen im Bereich der Kontaktfläche nicht auszuschließen.

Wer haftet?

Treten solche Schadensfälle auf und die vorhandene Beschichtung nimmt Schaden, entstehen in der Regel keine Ansprüche gegenüber dem Beschichtungsstoffhersteller oder gegenüber dem Unternehmen, das die Beschichtung ausgeführt hat.

Auf der Online-Plattform des Bundesverbands Farbe, Gestaltung, Bautenschutz – www.farbe.de – wird demnächst eine detaillierte Kundeninformation zu dem Thema erscheinen.

Bilder: tesa, 3m, wikipedia.org