Jubiläum: Ehemaliger Mappe-Chefredakteur wird 80

Herzlichen Glückwunsch, Klaus Halmburger! Ehemaliger Mappe-Chefredakteur feiert seinen 80. Geburtstag.

Klaus Halmburger, langjähriger Chefredakteur und wichtiger Teil der Mappe, feierte am 28.02.2019 seinen 80. Geburtstag. Anlässlich dieses Jubiläums sprach er mit den Kollegen von der Mappe über die vielen Jahren in der Reaktion der Malerfachzeitschrift, über vergangene Zeiten und die Zukunft der Branche.

 

Klaus Halmburger
Klaus Hamburger, ehemaliger Chefredakteur der Mappe und auch heute noch wichtiger Teil der Redaktion, sprach anlässlich seines 80. Geburtstags mit seinen Kollegen über Veränderungen und der Branche und den Wandel der Mappe

 

Mappe: Klaus, du bist seit Jahrzehnten der Mappe verbunden, warst ihr Chefredakteur und hast die Mappe entscheidend geprägt. Wie bist du seinerzeit zur Mappe gekommen?

Klaus Halmburger:Ich bin 1961 zur Mappe gekommen, inzwischen bin ich seit 58 Jahren Teil der Redaktion. Gelernt habe ich damals eigentlich Schriftsetzer und machte anschließend eine Ausbildung als Gebrauchsgrafiker– heute heißt das Grafikdesigner –  und arbeitete nebenbei in einer Druckerei. Eines Tages kam der Leiter der Druckerei auf mich zu und erzählte mir von Konrad Gatz, dem damaligen Chefredakteur der Mappe. Zu dieser Zeit begann er, neben der Malerfachzeitschrift auch noch eine Architekturzeitschrift namens »Detail« herauszubringen. Dafür benötigte er weitere Unterstützung. Mein Vorgesetzter in der Druckerei empfahl mir, mich bei diesem interessanten Menschen – und das tat ich dann. Auf dem Umweg über die Architekturzeitschrift, die später verkauft wurde und noch heute erscheint, kam ich also zur Mappe.

Mappe: Erinnerst du dich noch an deinen ersten Tag bei der Mappe?

K. Halmburger: Ich fuhr eines Sonntags nach Murnau um die Mappe kennenzulernen und mich Konrad Gatz vorzustellen. Da er an diesem noch einiges zu tun hatte, habe ich mich einfach neben ihn gesetzt und ihm geholfen. Zusammen haben wir also eine Stunde gearbeitet und gingen anschließend in Murnau spazieren um uns zu unterhalten. Er bot mir an, dass wir es einfach für zwei Wochen versuchen. Wenn wir zusammenpassen – wunderbar, wenn nicht – dann eben nicht. Mir war damals schnell klar, hier wird nicht lange gefackelt, hier muss man angreifen. Und das imponierte mir!

Ich rief also an der Kunstgewerbeschule in Zürich an und sagte mein Studium ab, das ich dort bald beginnen wollte. Stattdessen zog ich nach Murnau und begann zunächst für die Architekturzeitschrift Detail und später für die Mappe zu arbeiten. Und dort bin ich dann geblieben und bin es heute noch. Zum 100jährigen Jubiläum der Mappe übernahm ich dann ihre Chefredaktion.

Mappe: Du hast die Mappe nicht nur als Chefredakteur geführt, sondern auch neue Ideen verwirklicht. Warum war es deiner Meinung nach an der Zeit, über die Zeitschrift hinaus Produkte zu entwickeln, wie das beispielsweise das Berichtsheft oder Farbe & Raum …?

K. Halmburger:Heute gibt es in Deutschland noch drei Malerfachzeitschriften, zu meiner Zeit waren es noch sechs. Und natürlich wollten wir die Nummer eins unter den Malerfachzeitschriften werden. Uns war klar, nur mit einer Zeitschrift schaffen wir das nicht. Dafür braucht es mehr. Also habe ich zunächst einmal die Mappe umgekrempelt. Ich habe mir alle Bereiche des Betriebsalltags von Malern vergegenwärtigt und bin auf fünf Bereiche gekommen, in denen wir Malern Unterstützung anbieten können: Der Betrieb und seine Führung, die Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern, die Auftragsbeschaffung bzw. das Marketing und den Auftrag, für den es Wissen um Technik und Gestaltung braucht. Und nach diesen Themenbereichen habe ich dann auch die Mappe gegliedert. Im Lauf der Zeit entwickelte ich Zusatzprodukte für diese Themenbereiche, mit denen wir den Maler unterstützen können, beispielsweise ein Symposium für Farbenwirkung, die Kundenzeitschrift farbe & raum oder auch ein Marketing-Club für Malermeister für den Bereich des Abverkaufs bzw. Marketings oder das Berichtsheftordner speziell für die Malerausbildung.

Von den Produkten, die ich hinterlassen habe, gibt es heute noch einen Teil, einen Teil aber auch nicht mehr. Die Zeiten haben sich geändert und Maler brauchen heute andere Unterstützung.

Mappe: Seit du im Ruhestand bist und die Branche mit Distanz betrachtest – Was hat sich verändert?

K. Halmburger: Was sich natürlich stark verändert hat, ist die Konzentration in Industrie und Handel. In meiner Zeit gab es noch viel mehr Firmen und Großhändler als heute. Bemerkenswert finde ich aber auch, was sich nicht verändert hat: Damals wie heute sind die drei größten Firmen unserer Branche – Caparol, Brillux und Sto – familiengeführt. Das ist eine Besonderheit.

Bei den Betrieben bemerke ich, dass sie sich immer weiter sehr erfolgreich spezialisieren – ob im digitalen oder technischen Bereich, ob sie sich mit besonderen Gestaltungen einen Namen gemacht haben oder ob sich zu Netzwerken zusammenschließen. Damit einher geht vielfach eine sehr abgestimmte Marketingstrategie. Zu meiner Zeit habe ich einen Marketing-Club für Maler gegründet, weil sich die Betriebsinhaber in diesem Bereich sehr schwer getan haben, heute verstehen es die Betriebe sehr gut, sich und ihre Leistungen angemessen zu präsentieren.

Mit Bedauern sehe ich den sich verstärkenden Fachkräftemangel im Handwerk. Früher waren Personalprobleme kein Thema für Branche und Mappe. Doch heute sehen Jugendliche den Vorteil im Handwerk zu arbeiten, nicht mehr und auch die geburtenschwachen Jahrgänge haben ihren Anteil an dieser Entwicklung. Und wie in unserem aktuellen Brennpunkt dargestellt, werden in der Folge auch viele Betriebe nicht mehr fortgeführt, weil sich keiner Findet, der den Betrieb übernehmen möchte. Wir brauchen mehr junge, begeisterte Leute aus dem Handwerk wie die motivierten Nachwuchsmaler des Maler-Nationalteams.

Mappe: Du fühlst dich auch heute noch der Mappe verbunden. Was bewegt dich, das Redaktionsgeschehen weiterzuverfolgen?

K. Halmburger: Wenn der Beruf Hobby war – und ich habe die Mappe immer mit Leidenschaft vorangetrieben – und man dem nachfolgenden Chefredakteur und dem Team noch freundschaftlich verbunden ist, dann bleibt man gerne ein Teil davon. Und es ist ja auch ein Stück weit wie ein Kind, das man so viele Jahre geprägt hat. Aber mitarbeiten zu dürfen ohne den Termindruck zu haben – das genieße ich besonders.

 

Mappe: Vielen Dank, Klaus Hamburger!