Internet am Arbeitsplatz

Heute in Zeiten von Internet und Social Media sind Mobiltelefone und das gelegentliche Surfen nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Doch gerade am Arbeitsplatz ist es schwierig ein angemessenes Verhalten von privater Internetnutzung zu etablieren. Laut einer Erhebung der Jobbörse Careerbuilder.com surft jeder vierte Arbeitnehmer mindestens eine Stunde privat im Internet, verschickt WhatsApp-/Textnachrichten oder verbringt einen Teil seiner Arbeitszeit mit privaten Telefonaten.

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Internet am Arbeitsplatz ist ein sensibles Thema. Informieren Sie sich über Ihre Rechte und Pflichten im Merkblatt. Foto: Rödi / pixelio.de

Die Frage ist: Was ist eigentlich erlaubt? Was darf gegebenenfalls vom Arbeitgeber sogar verboten werden und was sollte allgemein beachtet werden? Häufig ist nämlich unklar oder nur schwammig geregelt, ob Arbeitnehmer das Internet während der Arbeitszeit auch privat nutzen dürfen, beispielsweise für eine Reisebuchung oder eine Bestellung im Versandhandel.

Im Normalfall ist dies in der Datenschutzerklärung des Arbeitsvertrags geregelt, dabei gibt es Grundsätze und Ausnahme. Grundsätzlich gilt, dass ein Internetzugang nur dienstlich genutzt werden darf, außer es handelt sich um einen Notfall, wie beispielsweise ein krankes Kind, oder eine betrieblich veranlasste Privatnachricht (z.B. Info an den Lebenspartner über das Verpassen eines gemeinsamen Termins). Hat der Arbeitgeber die Privatnutzung nicht ausdrücklich verboten, ist davon auszugehen, dass diese geduldet wird, sofern sie nicht ein angemessenes Maß von ca. 10 Minuten am Tag überschreitet. Werden bei einem eindeutig kommunizierten Verbot jedoch Vereinbarungen nicht eingehalten oder bewusst missachtet, kann abgemahnt und im schlimmsten Fall auch (fristlos) gekündigt werden.

Wird einem Arbeitnehmer ein betriebliches Handy gestellt, so hat der Arbeitgeber keinen Anspruch darauf, Verbindungdaten zu kontrollieren oder die Inhalte von SMS oder E-Mails zu lesen, selbst wenn diese privater Natur sind. Allerdings ist er dazu befugt jederzeit die Geräteherausgabe zu fordern. Generell gilt bei der privaten Nutzung von Smartphone oder Internet im Arbeitsumfeld die Definition der »Angemessenheit«. Angemessen ist die Nutzung, insofern die arbeitsvertraglich vereinbarten Arbeitsleistungen erbracht werden und die Arbeit der Kollegen, beispielsweise durch Telefonate, nicht gestört oder unterbrochen wird.

Der Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz hat dazu ein umfangreiches Merkblatt erstellt, das sich Innungsmitglieder herunterladen können.