Initiativen helfen

Das Handwerk braucht die überwiegend jungen Zuwanderer und Flüchtlinge, das betonen Verbände und Betriebe. Die neuen Azubis sind motiviert, selbstständig und haben ein gutes Durchhaltevermögen. In der Umsetzung kann es Hürden geben, die es zu meistern gilt.  Erfahren Sie hier, welche Initiativen Hilfe bieten:

Kontakt-zu-Fluechtlingen
Die Grafik des Kofa zeigt unterschiedliche Wege auf, wie Menschen und Betriebe mit Flüchtlingen in Kontakt treten können

Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung Kofa

Das Kompetenzzentrum ist eine Organisation des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln e.V. zur Fachkräftesicherung für kleine und mittlere Unternehmen. Es hat sich auch die Vermittlung von Flüchtlingen in Ausbildung und Arbeit zur Aufgabe gemacht. Willkommenslotsen sollen vorerst für die nächsten drei Jahre (2016-2018) kleine und mittlere Unternehmen (KMU) für die Möglichkeit der Fachkräftesicherung aus dem Kreis der Flüchtlinge und Asylbewerber mit Bleibeperspektive öffnen und in allen praktischen Fragen wie z.B. Hospitation, Praktika, Einstiegsqualifizierung, Ausbildung oder Arbeit beraten. Seit Ende April stehen 130 Willkommenslotsen in über 80 Kammern bereit. Grundlage ist die Richtlinie zur Durchführung des Programms »Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen bei der passgenauen Besetzung von Ausbildungsplätzen sowie bei der Integration von ausländischen Fachkräften« des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Im Kofa gibt es zwei Initiativen zur Integration von Flüchtlingen:

Perspektive für Flüchtlinge (PerF)

Das Programm hilft Flüchtlinge an den Arbeitsmarkt heranzuführen, dazu werden Kompetenzen identifiziert und weitere berufsbezogene Sprachkenntnisse vermittelt. Das bundesweite Programm läuft insgesamt über zwölf Wochen und ist in drei Phasen eingeteilt. In den ersten vier Wochen erhalten die Teilnehmenden zunächst Informationen über den deutschen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt sowie über Anerkennungsmöglichkeiten ausländischer Abschlüsse. Den Praxisblock bilden sechs Wochen in einem Betrieb.

Initiative Perspektiven für junge Flüchtlinge (PerjuF)

Bei dieser Initiative erhalten junge Flüchtlinge unter 25 Jahren eine berufliche Orientierung und werden auf eine Ausbildung vorbereitet. Das Programm hat eine individuelle Laufzeit von vier bis sechs Monaten. In einer zweiwöchigen Einstiegsphase erfolgt eine Standortbestimmung, es sollen mögliche Integrationshemmnisse identifiziert und Sprachkenntnisse eingeschätzt werden. Die Teilnehmenden sollen Eignung und Neigungen im Umgang mit verschiedenen Werkstoffen, wie Holz, Metall und Farbe erproben und den Bereich Hauswirtschaft kennenlernen. In der anschließenden Praxisphase im Betrieb sollen diese Erfahrungen erprobt werden. Parallel werden die Teilnehmenden individuell gefördert, etwa im Hinblick auf Sprache oder gesunde Lebensführung. Die Zielgruppen sind bei beiden Initiativen anerkannte Flüchtlinge, Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive und Geduldete mit Arbeitsmarktzugang. Anbieter ist die Bundesagentur für Arbeit mit den Örtlichen Arbeitsagenturen und Jobcentern. Alle Infos zum Thema Flüchtlinge integrieren, von der Kontaktaufnahme über rechtliche Fragen und Praxisbeispiele bis zu Praktika, Ausbildung und Beschäftigung finden Sie unter www.kofa.de, Themen von A bis Z, Flüchtlinge.

»Unternehmen integrieren Flüchtlinge«

Das bundesweite Netzwerk ist eine zunächst auf drei Jahre angelegte Initiative des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Es unterstützt Betriebe aller Größen, Branchen und Regionen, die Flüchtlinge beschäftigen oder sich ehrenamtlich engagieren wollen. Die Hamburger MEGA eG ist auch dabei. www.unternehmen-integrieren-fluechtlinge.de

»Wir zusammen«

»Wir zusammen« ist eine Integrationsinitiative der Deutschen Wirtschaft. Sie wird von namhaften Unternehmen in Deutschland und von deren Mitarbeitern getragen, deren Engagement den Integrationsprozess aktiv unterstützt und fördert. Auf einer Internet-Plattform stellen Unternehmen ihre Projekte vor und schaffen einen Überblick über die Maßnahmen, die schon durchgeführt werden, und es wird das Engagement der Mitarbeiter der teilnehmenden Unternehmen gewürdigt. Vor allem aber sollen weitere Unternehmen und ihre Belegschaften inspiriert werden, ebenfalls Integrationsprojekte ins Leben zu rufen oder sich mit bestehenden Projekten anzuschließen. »Wir zusammen« wird von der Ralph und Judith Dommermuth Stiftung organisiert. www.wir-zusammen.de

»ValiKom«

Ein standardisiertes Verfahren bietet »ValiKom«, das es Menschen ohne Berufsabschluss ermöglicht, ihre individuellen beruflichen Erfahrungen bewerten und zertifizieren zu lassen. »ValiKom« steht für »Abschlussbezogene Validierung non-formal und informell erworbener Kompetenzen«. Das Projekt ist vom BMBF gefördert und wird vom ZDH begleitet. Es soll Berufserfahrenen ohne Berufsabschluss und häufig ohne Zeugnisse, wie z. B. Flüchtlingen, auf dem Arbeitsmarkt weiterhelfen. Das Verfahren wird sich an bestehenden Berufen und den Instrumenten des Anerkennungsgesetzes für ausländische Abschlüsse orientieren.

»Chance Bauberuf«

So lautet der Titel eines Projekts des Stuckateurverbands Baden-Württemberg, mit dem Migranten und Flüchtlinge eine Ausbildung in einem Bauberuf absolvieren können. Erfahren Sie hier mehr über das Modellprojekt.

Grafik: kofa