In der Ruhe liegt die Kraft

Der Wunsch nach mehr Ruhe und Stille bedeutet ein ruhiges Umfeld bei der Arbeit, in der Freizeit und Zuhause zu haben. Ein Arbeitsfeld, das Maler vor allem im Bereich der Raumakustik vielfältig belegen können. In der neuen Mappe beleuchten wir die Hintergründe und Voraussetzungen, zeigen wie es Kollegen machen und welche Unterstützung die Industrie bietet. Ein kleiner Vorgeschmack auf die Mappe im Oktober 2017.

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Laut einer WHO-Studie führt Verkehrslärm in Westeuropa jährlich zum Verlust von über einer Million gesunden Lebensjahren durch Erkrankung, Behinderung oder vorzeitigen Tod. Foto: Philipp Wiebe/pixelio.de

Ruhe ist ein kostbares Gut, noch wertvoller ist Stille. Laut Definition des Umweltbundesamts UBA bedeutet »Ruhe« die Abwesenheit störender Geräusche, während »Stille« das Fehlen jeglicher Geräusche beschreibt. Wie wohltuend absolute Ruhe ist, merken wir meist erst, wenn wir sie wirklich mal genießen dürfen. An einem Ort, wo nichts stört, wo nur leise Naturgeräusche im Hintergrund zu hören sind – das Plätschern eines natürlichen Bachlaufs, das Rauschen des Winds in den Baumwipfeln, das Grasen der Kühe. Die meisten Menschen haben echte Momente der Stille schon sehr lang nicht mehr erlebt. Zu weit verbreitet sind die Lärmbelastung, auch »Lärmverschmutzung« genannt. Insbesondere in Großstädten, wo Umgebungslärm die Geräuschkulisse dominiert. Zum Umgebungslärm zählen belästigende oder gesundheitsschädliche Geräusche im Freien einschließlich des Lärms von Straßen-, Eisenbahn- und Flugverkehr sowie Industrie-, Gewerbe- und Baustellenlärm, nicht aber Nachbarschaftslärm oder Lärm am Arbeitsplatz.

Diagramm
Nach einer Umfrage der Europäischen Kommission empfinden 53 Prozent der deutschen Lärm als starke Belastung für die Gesundheit. Diagramm: Mappe

Lästige Geräusche empfinden wir als Lärm

Auch auf dem Land wird es immer lauter: Land- und forstwirtschaftliche Maschinen werden immer größer, die PS-starken Motoren immer lauter, der Autoverkehr nimmt zu und die Flugrouten führen auch über entlegenste Gebiete. In Neubaugebieten verbreiten Luftwärmepumpen einen ständigen tiefen Brummton, wenn er nicht gerade vom Rasenmäher übertönt wird. Menschengemachter Lärm von Autos, Flugzeugen und Industrie übersteigt heute in vielen Naturschutzgebieten die natürliche Geräuschkulisse deutlich. Zugegeben, auch in der Natur kann es ganz schön laut zugehen, wenn ein Wasserfall tost oder Zikaden monoton zirpen, auch kann ein gellender Ruf, wie der Warnpfiff eines Murmeltiers rasch einige Dezibel erreichen, aber diese Geräusche werden von uns in der Regel nicht als störend empfunden. Doch Lärm ist subjektiv: Während Blätterrascheln mit etwa zehn Dezibel sicher niemanden stört, kann das Zwitschern von Vögeln mit etwa 50 Dezibel schon konzentrationsstörend wirken. Welche Geräusche störend sind, bewertet unser Gehirn. Etwa 20.000 Hörzellen, die sich im Inneren der Ohren befinden, fangen die Schallwellen jedes Tons ab, verarbeiten sie zu Signalen und schicken diese ans Gehirn. Dort werden sie bewertet.

Lärmvermeidung ist das A und O

Wo sich Lärmquellen vorübergehend oder dauerhaft nicht ausschalten lassen, sollten sie minimiert werden. Der noch vorhanden Außenlärm kann durch wirksame Schallschutzmaßnahmen an Gebäuden draußen gehalten werden, das ist ein Feld der Bauakustik. Aber es entsteht ja auch Lärm in Gebäuden und in Räumen, der schnell unangenehm werden kann und die gesetzlichen Anforderungen übersteigt. Hier geht es um eine gute Raumakustik, die in der DIN 18041 (Hörsamkeit in kleinen bis mittelgroßen Räumen) geregelt sind. Dazu zählen auch die Anforderungen für Kindergärten, Kitas und Klassenräume. »Viele Klassenräume in Deutschland – seriöse Schätzungen gehen von deutlich mehr als 50 Prozent aus – genügen diesen Anforderungen nicht. Diese Klassenräume sind ›hallig‹. Durch zu lange Nachhallzeiten wird Sprache schwer verständlich, es wird lauter unterrichtet und es wird unruhig. Ein Teufelskreis entsteht: steigender Geräuschpegel – verminderte Aufmerksamkeit – Störung des Unterrichts – steigende Beanspruchung – reduzierte Arbeits- und Lernleistung«, schreibt der ALD. Der Lärmschutzverband fordert: »Egal ob Neuplanung oder Sanierung, um einen optimalen Unterricht gewährleisten zu können, müssen Lehr- und Lernbedingungen in den Klassenräumen akustisch verbessert werden.« Ein gutes Arbeitsfeld für Malerbetriebe, das mit relativ wenig Aufwand sofort und eindrucksvoll messbaren Erfolg bringt und wirtschaftlich ist.

Lesen Sie mehr darüber wie Schalldämpfung am Boden und Wärmedämmung als Schallschutz zusammenwirken auf den Seiten 67 bis 71 in den Chancen der aktuellen Mappe.