Gut Beraten

 

Der Coaching-Markt hat sich in den letzten Jahrzehnten rasant entwickelt und ist nach wie vor stark in Bewegung. Die Berater für alle Lebenslagen sind in – ein Trend, der aus den USA kommt und im beruflichen Umfeld auf allen Hierarchieebenen nachgefragt wird.

Kindergartenkinder, die gecoacht werden, Schülercoaching, wenn es um die Berufswahl geht – Coaching zieht sich durch unser Leben und unsere Gesellschaft, vor allem aber im Job bis hin zum Ruhestand-Coaching. Coaching ist in, immer mehr Menschen lassen sich coachen. Die Begriffe Coach und Coaching werden meist mit Managern oder Fußball in Verbindung gebracht, sie sind bekannt aus dem Leistungssport oder von größeren Unternehmen – und immer mehr auch im persönlichen Umfeld.

 

 

Es geht um Persönlichkeitsentwicklung

Langzeitarbeitslose bekommen einen Job-Coach oder einen Karriereberater. In Unternehmen ist Business-Coaching mittlerweile etabliert als bewährtes Führungsinstrumentarium. Mitarbeiter in Führungspositionen und Unternehmer lernen beispielsweise im pferdeunterstützten Coaching, den Umgang mit Hengsten. Das diene der Persönlichkeitsentwicklung, der Interaktionsfähigkeit, dem Kommunikationsverhalten und der Teamfähigkeit, beschreibt ein Anbieter. Einer Studie der University of Bristol aus dem Jahr 2005 zufolge nutzten 88 Prozent der Befragten in britischen Unternehmen Coaching im Betrieb.

Den richtigen Coach finden

Die Schwierigkeit, einen passenden Coach für seine Bedürfnisse zu finden, liegt darin, dass sich ja kein greifbares Produkt als Ergebnis des Coachings vergleichen lässt. Experte Klaus Steinseifer empfiehlt: »Sie können prüfen, ob der Berater seinen Werkzeugkasten beherrscht. Ein Coach, der einen Malerbetrieb beraten will, muss sich auf jeden Fall im Handwerk auskennen. Ob er aber wirklich mit den Werkzeugen umgehen kann, wissen Sie erst dann, wenn Sie ihn erlebt haben. Die persönliche Empfehlung eines Geschäftsfreunds wäre nicht schlecht. Besser ist, Sie führen ein Telefongespräch, am besten aber ist ein persönliches Gespräch von Angesicht zu Angesicht. Ihr Bauchgefühl und die Zwischenmenschlichkeit entscheiden besser als alle vorgelegten Unterlagen. (…) Ich warne vor langfristigen Beraterverträgen, die beispielsweise über zwei Jahre laufen mit einer Anzahlung, da kommt meistens nicht viel raus. Erteilen Sie lieber anwendungsbezogene Aufträge. Meinen Interessenten empfehle ich erst mein Chefseminar zu besuchen, in dem sie das Handwerkszeug bekommen, um Probleme allein zu lösen und wir lernen uns kennen, ob es für eine individuelle Beratung passen könnte.«

Paten und Trainer unterstützen in Schule und Betrieb

In Zeiten unbesetzter Ausbildungsstellen und fehlender Azubis hat sich gezeigt, dass Personen, die begleiten und coachen, hilfreich sind, damit die Jugendlichen die Ausbildung durchhalten und erfolgreich abschließen. Immer mehr ehrenamtliche Patennetzwerke unterstützen bundesweit. Jugendliche mit Problemen beim Wechsel in die Arbeitswelt. Die Netzwerke stellen ihnen einen Paten zur Seite, zu dem der Jugendliche Vertrauen hat. Die Paten coachen die Jugendlichen schon während der Schulzeit, aber auch während der Ausbildung. Beispielhaft ist das Patennetzwerk an etlichen Haupt- und Förderschulen der Landkreise Leer und Aurich, gefördert und koordiniert durch die Stiftung BoJe. »Der Pate unterstützt seinen Jugendlichen in allen Problemfeldern. Wichtigste Aufgabe dabei ist häufig das Schaffen von klaren Strukturen und Regeln, zum Beispiel Pünktlichkeit, Sauberkeit, Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit, was viele Jugendliche von zu Hause oft nicht kennen. Aber auch ganz konkrete Hilfe mit dem Lernstoff der Schule oder Aufgaben des Alltags sind Teil des Coachings. Ebenso wichtig ist die Funktion als Ratgeber, egal ob es um die Kleidungswahl für das Vorstellungsgespräch geht oder um Probleme mit Lehrern, Eltern oder Freunden«, so die Erläuterungen auf der Homepage. Mittlerweile werden mehr als 500 Schülern durch etwa 60 aktive Paten betreut. Die Schüler aus dem Patennetzwerk sind gern gesehene Auszubildenden in unterschiedlichsten Branchen. Patennetzwerke finden Sie im Internet unter www.aktion-zusammen-wachsen.de.

Coaching für Azubis

Eine andere Form des Coachings ist durch Azubi-Trainer, ein Konzept, das im Rahmen der BIBB-Modellversuchsreihe »Neue Wege in die duale Ausbildung – Heterogenität als Chance für die Fachkräftesicherung« 2014 abgeschlossen wurde. Dabei wurden unter anderem assistierte Ausbildungen erprobt und wissenschaftlich begleitet. Das Konzept sah vor, die Position des Azubi-Trainers/der Azubi-Trainerin als Bindeglied zwischen Schule und Betrieb einzufügen. Die Hilfen setzen am konkreten Bedarf der Auszubildenden und des jeweiligen Betriebs an und werden über den kompletten Ausbildungszeitraum hinweg angeboten. Das Deutsche Kompetenzzentrum für Ausbau und Fassade (Komzet) des SAF – Fachverband der Stuckateure für Ausbau und Fassade in Rutesheim hat Azubi-Trainer im Stuckateurhandwerk ausgebildet und sorgt mit Zertifikaten für regelmäßige Fortbildungen. Das Ziel ist, dass Azubis schon im 1. Lehrjahr eine kleine Baustelle übernehmen unter Coaching des Azubi-Trainers.

Lesen Sie mehr zum Thema Coaching und über die Hintergründe und Chancen für Chefs und Mitarbeiter in unserer aktuellen Mappe-Ausgabe 05/17.