Good Lack!

Wenn es um Bautenlacke geht, ist nichts unmöglich. Für fast jeden Beschichtungswunsch gibt es den passenden Lack. Wir informieren Sie über die Markt- und Produkttrends.

Das erwarten Privatkunden und Auftraggeber: eine geruchsarme und umweltverträgliche Lackierung mit einer perfekten Oberfläche – und das nicht nur bei höherwertigen Projekten.

Der Trend geht in Richtung emissionsminimierter und wässriger Produkte. Das Bedürfnis nach wohngesunden Beschichtungen auf natürlicher Basis steigt rasant. Alexander Ringler, Verkaufsleiter für Maler und den Farbenhandel bei der Adler-Werk Lackfabrik, stellt fest: »Im Bauteneinsatz verschiebt sich die Gewichtung unaufhaltsam in Richtung Wasserlacke. Insbesondere im Innenbereich sollte der Maler im Sinn seines Endkunden nur Wasserlacke verarbeiten. Aus der Sicht der Industrie können mit den heute vorhandenen Bindemitteltechnologien hochwertige, robuste und vergilbungsfreie Oberflächen erzielt werden, die qualitativ keine Nachteile gegenüber Lösemittellacken besitzen.«

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Lacke mit Zusatznutzen - Strapazierfähigkeit für Präsentation- und Whiteboardflächen oder haitische bzw. optische Effekte - entsprechen den Bedürfnis nach individuellen Gestaltungen (Foto: Brillux)

Marktsituation bei Bautenlacken

Der Markt für Bautenlacke ist rückläufig. Bernhard Linck, Caparol Produktmanagement Lacke & Lasuren, nennt die Gründe: »Im Neubau kommen fast nur noch Bauteile mit fertig lackierten Oberflächen zum Einsatz. Einzig bei der Renovierung und für außergewöhnliche Gestaltungen werden heute noch Lackierarbeiten im Gebäudebestand ausgeführt. Die kostengünstigere industrielle Fertigung bedroht also zunehmend das Fachhandwerk und deren Zulieferer.«

Derzeit liegt der Bautenlackmarkt etwa bei 50:50 von lösemittelhaltigen zu wässrigen Varianten. Mit Prognosen, die das Ende des klassischen lösemittelhaltigen Alkydharzlacks vorhersagen, ist man inzwischen vorsichtig geworden. Innerhalb der nächsten 15 bis 20 Jahre wird der lösemittelhaltige Lack aber weiter an Boden verlieren. Besonders die jüngere Berufsgeneration des Maler- und Lackiererhandwerks geht unvoreingenommener an die wasserverdünnbaren Lacke heran. In vielen Fachschulen ist die Verwendung von lösemittelhaltigen Lacken bereits heute generell nicht mehr erwünscht.

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(Foto: Adler-Werk Lackfabrik)

Im Bauteneinsatz verschiebt sich die Gewichtung unaufhaltsam in Richtung Wasserlacke.

von Alexander Ringler Adler-Werk Lackfabrik

Benjamin Wolf, Leiter Produktmanagement bei der Meffert AG Farbwerke, erläutert: »Allgemein stehen wasserbasierte Hochleistungslacke den lösemittelhaltigen Systemen in nichts mehr nach.  Die Offenzeiten konnten verlängert werden und auch auf Problemuntergründen bieten heutige Acryl-Beschichtungen eine exzellente Haftung. Nichteisen-Metalle, Eisen-Metalle, Keramik, Hartkunststoff, Resopal, Holz oder mineralische Untergründe – moderne wasserbasierte Lacke sind für eine perfekte Schutzschicht nicht zu unterschätzen. Selbst für den anspruchsvollen Untergrund Zink haben sich unter anderem Grundbeschichtungen auf Bindemittelbasis einer modifizierten Acrylatdispersion bewährt.« Auch stark strapazierte Lackflächen sind mit wasserbasierten Produkten optimal geschützt. Die Oberflächen sind chemikalienbeständig, reinigungsfähig und mechanisch hoch belastbar sowie witterungsbeständig.
Was erwarten die Maler in Zeiten des Wandels? »Von der Anwenderseite ist der Wunsch nach einfachen und effizienten Lösungen immer deutlicher spürbar«, meint Christopher Jahn, Produktmanager bei CD-Color: »Einfache, sichere und effiziente Produkte gewinnen ganz klar Marktanteile.
Das liegt auch daran, dass das Angebot an Produkten im Bautenlackbereich enorm ist, sodass hier zum Teil auch ganz einfach der Durchblick fehlt, welches Produkt für die jeweilige Anwendung geeignet ist. Bautenlacke und ihre fachgerechte Verarbeitung sind deshalb nicht zuletzt auch eine Kommunikationsaufgabe.«

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(Foto: CD-Color)

Einfache, sichere und effiziente Produkte gewinnen ganz klar Marktanteile.

von Christopher Jahn CD-Color

Tipp:

Adler: Um hochwertige Oberflächen zu gestalten, benötigt der Maler nicht nur Qualitätsprodukte, sondern auch das notwendige Know-how in der Anwendung. Dafür bietet Adler mit dem Seminarprogramm der Adler Akademie kompetente Unterstützung: In Seminaren wie »Holzschutz in Bestform«, »Die richtige Untergrund-Vorbereitung«, »Spritzapplikation für Malerlacke« oder der Ausbildung zum zertifizierten Adler-Farbdesigner können Maler von der jahrelangen Erfahrung der Anwendungstechniker profitieren und wertvolle Tipps aus der Praxis erhalten. www.adler-lacke.com/at/seminare/uebersicht/

Sikkens: Die Verarbeitung von lösemittelhaltigen Lacken lässt sich nicht eins zu eins auf wasserverdünnbare Produkte übertragen, ist aber doch ähnlich. Die Sikkens-Akademie bietet dazu Praxis-Workshops an. In Übungseinheiten wird vermittelt, wie die Rubbol BL Lacke perfekt verarbeitet werden und hochwertige Oberflächen mit wenig Aufwand erzielt werden können. Abgestimmt auf den jeweiligen Untergrund und das Einsatzgebiet wird die Auswahl des passenden Produkts vorgestellt. Jörg Solisch meint: »Und die Sonderpublikation »Maler Technik Spezial«, die wir in Zusammenarbeit mit der Redaktion der Mappe veröffentlichen, bietet ebenfalls zahlreiche Tipps und Tricks rund um Werkzeuge und Verarbeitung der wasserdünnbaren Lacke, um ein hervorragendes Lackier-Ergebnis zu erzielen.« www.sikkens-akademie.de

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(Foto: Sikkens)

Der Gebrauch wasserverdünnbarer Lacke ist für viele Maler im Innenbereich zum Standard geworden.

Zitat von Jörg Solisch Sinkens

Ökologische Nachhaltigkeit

Ohne Zweifel geht der Trend geht in Richtung »Grün«. »Das heißt, die Zukunft gehört den wasserverdünnbaren Lacken. Bei Sikkens beträgt ihr Anteil am Umsatz heute bereits etwa 60 Prozent, da der Gebrauch dieser Lacke für viele Maler im Innenbereich zum Standard geworden ist«, kommentiert Jörg Solisch, Anwendungstechnisches Zentrum und Leiter der Musterwerkstatt bei Sikkens: »Zum einen akzeptieren die Auftraggeber in Innenräumen kaum noch die Verwendung von lösemittelhaltigen Alkydharzlacken. Zum anderen bleiben Maler, die sich einmal für wasserverdünnbare Produkte entschieden und ihre Vorteile kennengelernt haben, dabei und greifen nicht wieder auf lösemittelbasierte Produkte zurück. Auch im Außenbereich ist es nur eine Frage der Zeit, bis die wasserverdünnbaren Alternativen gleichgezogen haben.«

Immer mehr Gebäude werden nach DGNB (Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen) oder LEED (Leadership in Energy and Environmental Design) zertifiziert. Auch gesetzliche Verordnungen wie die REACH-, Decopaint- oder VOC-Richtlinien greifen stärker. »Der private Kunde legt zunehmend Wert auf nachhaltige und wohngesunde Produkte«, erläutert Bernhard Linck, Caparol Produktmanagement Lacke & Lasuren: »Hier haben wir eine Vorreiterrolle mit den GEO-Produkten übernommen, die zum großen Teil oder sogar vollständig aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden. Bei aller Nachhaltigkeit ist es für den Fachhandwerker wichtig, dass für ihn damit keine Qualitätseinbußen bei den Verarbeitungseigenschaften und bei der Langlebigkeit verbunden sind.«

Lackierungen sollen hoch belastbare, einfach zu reinigende Oberflächen bilden. »Die Beständigkeit gegen Desinfektionsmittel ist oft wichtig«, erklärt Dr. Klaus Müller, Produktmanager Lacke bei der Südwest Lacke + Farben GmbH: »Hier sollten Verarbeiter Lacke wählen, bei denen unabhängige Gutachten diesen Eigenschaften bestätigen.«

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(Foto: Caparol)

 Der private Kunde legt zunehmend Wert auf nachhaltige und wohngesunde Produkte.

von Bernhard Linck Caparol

Lack und Applikationstechnik

»Waren früher Pinsel und Rolle bevorzugte Werkzeuge, ist es heute auch das Spritzverfahren. Das gilt auch für die wässrigen Lacke, die den traditionellen bei vielen Anwendungen in nichts mehr nachstehen«, kommentiert Harald Kranz, Leiter Marketing bei Zero-Lack. So muss ein Bautenlack von heute nicht nur ein einwandfreies und nachhaltiges Ergebnis liefern. »Er muss auch flexibel anwendbar sein: spritzbar für große Flächen, streichbar für kleine Flächen«, sagt Heinrich Krebsbach, Laborleiter bei der P.A. Jansen GmbH & Co. KG: »So kann der Maler einfacher und wirtschaftlicher arbeiten. Das Spritzverfahren stellt keine Hemmschwelle mehr dar. Die Spritzgeräte sind heute vom Gewicht her leicht, dazu einfach zu handhaben und von der Kostenseite her erschwinglich.«

Ebenso wichtig für den Erfolg auf der Baustelle ist die richtige Kombination von Lackmaterial und Verarbeitungstechnik. Johannes Gerdes, Produktmanager Lacke/Lasuren bei Brillux, erklärt: »Daher bieten wir neben den Produkten für die klassische Roll- und Streichverarbeitung auch Spritzlacke für die Airless-/AirCoat- und XVLP-Spritzapplikation an. Die Rezepturen sind auf die jeweiligen Beschichtungsverfahren optimal abgestimmt. Unsere wasserbasierten zweikomponentigen Lacke überzeugen durch eine besonders hohe Widerstandsfähigkeit und eignen sich für die Anwendung in stark frequentierten Bereichen.«

Weil die Relevanz von Spritzverfahren auch bei den Lacken auf Wasserbasis steigt, empfehlt Dr. Klaus Müller: »Auf kleinen Flächen bewähren sich Niederdruck-Spritz-Verfahren, auf großen Flächen lassen sich moderne Wasserlacke sehr gut mit Airless-Geräten applizieren. Setzen Sie auf Luftunterstützung und/oder Temperierung, um den Spritznebel zu reduzieren.«

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(Foto: P.A. Jansen)

 Der Bautenlack muss flexibel anwendbar sein: spritzbar für große Flächen, streichbar für kleine Flächen.

von Heinrich Krebsbach P.A. Jansen

Witterungseinflüsse minimieren

Welchen Umweltbelastungen ist eine Lackbeschichtung im Außenbereich ausgesetzt? Betrachtet auf einen Zeitraum von nur zehn Jahren, fallen auf einen Quadratmeter beschichteter Fläche rund 10.000 Liter Niederschlag in Form von Regen, Schnee und Hagel. Die Lufttemperaturen, denen die Beschichtung ausgesetzt ist, liegen je nach Region zwischen -37,8 °C und +45 °C. Die Sonne scheint auf eine nicht beschattete Oberfläche bis zu 18.000 Stunden. Dazu kommen Belastungen durch Feinstaub, Schwefeldioxid, Stickstoffoxide, Bioaerosole und andere Luftverschmutzungen.
»Aufgrund dieser hohen Belastungen verändert sich die Beschichtungsoberfläche über die Jahre, sodass die ästhetische Anmutung darunter leidet«, sagt Frank Heimann, Technischer Leiter der PPG Coatings Deutschland GmbH: »Hier haben Beschichtungsparameter wie Bindemittelart, Art und Anteil der Pigmente, Füllstoffe sowie Additive maßgeblichen Einfluss. Der Beschichtungsstoff zeigt eine Veränderung durch Kreidung, Glanzverlust und Reduzierung der Brillanz gerade bei dunklen Farbtönen.«
Laut BFS-Merkblatt Nr. 26 »Farbveränderungen von Beschichtungen im Außenbereich« zeigen Beschichtungsstoffe auf Bindemittelbasis Acryl- und PUR Lacke (ohne farbpigmentbedingte Veränderungen) kaum sichtbare bzw. kaum erkennbare Farbveränderungen, Alkydharzlacke sichtbare bzw. erkennbare Farbveränderungen und Mischpolymerisatharz- und Epoxidharzlacke deutlich sichtbare Farbveränderungen nach ca. drei bis vier Jahren im Außenbereich.

Unser Fazit

Auf lange Sicht wird der Einsatz normaler Wasserlacke zu wenig sein. Die Zukunft gehört Systemen, die durch und durch ökologisch und gesundheitlich unbedenklich sind und die nachhaltig hergestellt werden.

 

Wer bietet was?

Weitere Informationen über das Produktangebot der einzelnen Hersteller finden Sie hier:

Adler-Werk Lackfabrik: www.adler-lacke.com

Brillux: www.brillux.de

Caparol: www.caparol.de

CD-Color: www.cd-color.de

Paul Jaeger: www.jaegerlacke.de

Meffert AG Farbwerke: www.meffert.com

P.A. Jansen: www.jansen.de

PPG Coatings Deutschland: www.ppg.com

Sikkens: www.sikkens.de

Südwest: www.suedwest.de

Zero-Lack: www.zero-lack.de