Fassaden: Was die Experten denken

Die Fassade neu zu gestalten ist an etliche Anforderungen gekoppelt – wie kann daraus eine individuelle Lösung für den Kunden entstehen? Wir haben uns hierzu bei den bekannten Putz- und Farbherstellern der Branche umgehört und ihre Antworten kurz für Sie zusammengefasst.

Der Kunde wünscht seine Fassade neu gemacht.

Wie können Malerbetriebe Ihrer Meinung nach vorgehen, um aus dieser Nullachtfünfzehn-Anforderung einen Auftrag mit Mehrwert zu generieren? Wie lassen sich besondere und individuelle Lösungen anbieten?

Markus Haberland, Baumit: Der Maler muss seinem Kunden Lust auf «Mehr» machen. Dazu eignen sich Referenzobjekte mit farbigen Fassaden. Außerdem ist eine Beratung über die Funktion der Farbe als Schutzschicht für die Putzlage wichtig – in diesem Zuge können weitere Aspekte wie beispielsweise Strukturgebung und das Hinzufügen von Gestaltungselementen angesprochen werden.

Marco Bock, Brillux: Die gestalterische Beratungskompetenz muss im Mittelpunkt stehen. Um Ihre Entwürfe für den Kunden erlebbar zu machen, sind Entwürfe ein guter Weg, um individuelle Lösung vorzustellen. Im Vorfeld ist jedoch das Erkennen von Gestaltungspotentialen die Hauptaufgabe des Malers.

Dipl.-Des. Petra Ruhnau, Caparol: Gute Beratung ist das A und O, um Kunden auch von kostspieligeren und mutigeren Designvorschlägen zu überzeugen. Dabei helfen 3D-Visualisierungen und Musterflächen. Beratung muss jedoch in jedem Fall eins sein: individuell!

Dieter Stauder, Knauf Gips KG: Alternative Oberflächengestaltungen können als Akzente auf einer Fassade bei geringen Mehrkosten elementar aufwerten. Kunden sind häufig dankbar für Alternativvorschläge, mit denen das Gebäude aus der Masse heraussticht. Nach Erfahrungswerten von Knauf kommen Sandstein-Akzente häufig gut bei den Kunden an.

Dennis Schneider, Dinova: Bei der Farbengestaltung muss immer das Gesamtbild im Auge behalten werden – so wird sichergestellt, dass die Vorstellungen des Kunden später auch mit der Umgebung harmonieren. Der Maler sollte dabei nicht nur ausführende, sondern vor allem auch beratende Funktionen einnehmen und Farbtrends verfolgen. Besondere Argumente wie Nachhaltigkeit können manchmal das Zünglein an der Waage sein.

Wolfgang Brüggen, MEGA: Die Kombination aus eigenen Ideen und den Wünschen des Kunden macht es aus. Im Gestaltungsprozess ist es hilfreich den Kunden als Partner zu sehen und mit professionellem KnowHow zu unterstützen.

Christian Popart, Saint-Gobain Weber: Viele Kunden denken bei einer Neugestaltung nur an die Farbe – seien Sie kreativ und bieten Sie auch Strukturveränderungen an. Sei es das Aufbringen eines neuen Oberputzes oder das Setzen von Akzentflächen, der Kunde wird mehr als zufrieden sein. Außerdem sollten Sie im Gespräch auf die energetischen Vorteile einer sinnvollen Sanierung zu sprechen kommen, da vor allem Hausbesitzer es vorziehen, in die Wertsteigerung ihrer Immobilie zu investieren.

Peter Appenzeller, StoDesign: Es geht nicht nur darum dem Kunden gestalterische Möglichkeiten aufzuzeigen – Wählen Sie stattdessen eine Strategie aus, bei der dem Kunden tatsächlicher Mehrwert geboten wird. Ein Beispiel hierfür wären schnelltrocknende bionische Fassadenfarben, wie sie im Sortiment von StoDesign zu finden sind, mit denen Renovierungsintervalle verlängert werden.

Harald Kranz, Zero-Lack: Manchmal lohnt sich auch die Zusammenarbeit mit einem Künstler, der gewöhnliche Fassaden zum Blickfänger der Nachbarschaft verwandeln kann.

 

Wir haben unseren Gesprächspartnern von Baumit, Brillux, Caparol, Knauf, Dinova, MEGA, Saint-Gobain Weber, StoDesign und Zero-Lack noch mehr Fragen zum Thema Fassadengestaltung gestellt. Wenn auch diese Tipps und Ratschläge Sie interessieren, werfen Sie einen Blick in die neue Mappe 5/17.