Ein Spiegelbild der Unternehmenswerte

Ende Juni hat die DAW in Ober-Ramstadt ihren neuen Erweiterungsbau der Firmenzentrale offiziell vorgestellt und eingeweiht. Das neue Gebäude, in dem das gesamte Caparol-Team seine Heimat findet, ist kein wichtigtuerisches Prestigeobjekt sondern vielmehr ein Spiegelbild der Unternehmenswerte des Familienunternehmens, das dem Malerhandwerk eine besondere Referenz erweist. Kommunikation ist der Leitgedanke, Transparenz und Offenheit die Quintessenz und Farbigkeit die alles umfassende Klammer. Das Material- und Farbkonzept des Neubaus entwickelte das hauseigene Caparol-Farbdesignstudio zusammen mit den Würzburger Architekten Brückner & Brückner, die für die Planung des Erweiterungsbaus verantwortlich zeichnen. Die Architekten meisterten die Aufgabe, Altes und Neues zu verbinden und den gestalterischen Charakter des Bestandsgebäudes aus den 1960er-Jahren zu erhalten.

 

So schließt sich der neue Z-förmige Bau an den viergeschossigen Bestand an und führt ihn linear entlang der Roßdörfer Straße fort. Dann knickt er um 90 Grad nach hinten und dreht im rechten Winkel wieder ab. Die vorgehängte, hinterlüftete Fassade präsentiert sich in Grau und Beige – die helle Natursteinverkleidung wird mit grau lasierten Fichtenholzfüllungen kombiniert. Klar, dass alle Beschichtungsmaterialien aus eigener Fertigung sind – ebenso wie die in den Räumen verwendeten Farben.

Für Transparenz und Offenheit steht das luftige, lichtdurchflutete, über drei Etagen emporstrebende Foyer, durch das sich als besonderen Ausweis des Könnens des Malerhandwerks ein rotes Möbelband durch alle öffentlichen Bereiche des Neubaus zieht. Dieses rote Verbindungselement führt einem Pinselstrich gleich etwa 50 Meter durch den Eingangsbereich, dann weiter über den Empfang und die Treppenhäuser von der Horizontalen in die Vertikale. Es trägt eine spezielle Beschichtung in verschiedenen handwerklichen Techniken gestaltet, die die Strahlkraft der Farbe unterstützt, ausgeführt von Malermeister Jörg Held und seinem Team vom Texturwerk in Reinheim.

Die offene Bauweise des gesamten Gebäudes bietet zwar wenig Flächen, die Farbe tragen können – eine Herausforderung für die DAW-Firmengruppe als einer der größten Baufarben-Hersteller Europas –, dennoch ist es den Planern und Ausführenden gelungen, Farb- und Oberflächenvielfalt zu erzeugen, die Trakte farblich voneinander abzugrenzen und gleichzeitig miteinander zu verbinden.

Fotos: Constantin Meyer, Köln