Effizienz-Preis 2019 geht an Malermeister

Malermeister Peter Fuchs erhält für eine mobile Filteranlage zur Reinigung von Gebäudefassaden die Sonderauszeichnung des Effizienz-Preises NRW.

Im Rahmen des Effizienz-Preises NRW 2019 hat die Jury den Malermeister Peter Fuchs aus Neunkirchen-Seelscheid mit dem Sonderpreis ausgezeichnet. Fuchs entwickelte eine mobile Filteranlage, die Gebäudefassaden reinigt, indem sie das anfallende Schmutzwasser auffängt und vor Ort bis nahezu auf Trinkwasserqualität aufbereitet. Fuchs setzte sich gegen insgesamt 40 Mitbewerber durch.

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Malermeister Peter Fuchs mit seiner Erfindung, der mobilen Filteranlage zur Fassadenreinigung. Foto: EFA

 

Der »Effizienz-Preis NRW – Das ressourceneffiziente Produkt« wird von der Effizienz-Agentur NRW verliehen, die im Auftrag des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums arbeitet. Der Preis würdigt innovative Produkte und Dienstleistungen von kleinen und mittleren Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen, die wesentliche Effizienzfaktoren miteinander verbinden – beispielsweise eine ressourcenschonende Produktentwicklung, umweltgerechte Herstellung und reduzierte Umwelteinflüsse während des Produktlebens sowie eine umfassende Recyclingfähigkeit. Der Preis ist mit insgesamt 20.000 Euro dotiert. Neben dem Sonderpreis für Peter Fuchs vergibt eine Expertenjury vier Hauptpreise.

Mobile Filteranlage spart Entsorgung von Schmutzwasser

Peter Fuchs ist Inhaber eines Malerbetriebs in Neunkirchen-Seelscheid bei Siegburg. Neben den branchenüblichen Angeboten wie Malen, Lackieren und Tapezieren hat der Malermeister mit seinen Mitarbeitern Wärmedämmungen und Fassadenbeschichtungen in seinem Portfolio.

»Jeder professionellen Neubeschichtung geht eine gründliche Fassadenreinigung voraus. Nur so kann eine qualitativ hochwertige Fassadenbeschichtung gewährleistet werden«, so Fuchs. Hierbei fällt stark verunreinigtes Wasser an, das so nicht in den Boden gelangen sollte. Die Rechtslage setzt voraus, dass das Abwasser einer Fassadenreinigung entweder als Sonderabfall entsorgt oder vor jeder Einleitung darauf erprobt werden muss, ob Grenzwerte eingehalten werden. Denn bei der Wasserhochdruckreinigung lösen sich anhaftende Verschmutzungen und die in den Putzen und Farben enthaltenen Schwermetalle sowie andere giftige Stoffe. Für diese Schadstoffe gibt es Grenzwerte in den behördlichen Abwassersatzungen.

Weil es am Markt aber keine funktionsfähige Möglichkeit der Filterung von Schmutzwasser gibt, hat Fuchs selbst eine Filteranlage entwickelt. »Mit meiner Filteranlage ist es möglich, das verschmutzte Wasser abzusaugen, umweltschonend und preisgünstig zu reinigen, erneut dem Reinigungsvorgang wieder zuzuführen oder unbedenklich in die Natur abfließen zu lassen«, sagt er.

Umweltschonende Reinigung

Das Schmutzwasser wird aufgesaugt und mithilfe einer Wasserpumpe durch verschiedene Filter geschleust. Fuchs arbeitet mit einem Hochdruckreiniger mit Absaugvorrichtung. »Das Prozesswasser fließt im Nasssauger in einen Filterkorb, der mit einem 20μ feinen Filternetz für den Grobschmutz ausgelegt ist. Eine Abwasserpumpe, die über zwei Schwimmer geschaltet wird, pumpt nun das Schmutzwasser durch zwei weitere Filtergehäuse, wobei das letzte Gehäuse mit Aktivkohle gefüllt ist. So werden selbst Schwermetalle absorbiert.«

Nach der Reinigung kann das Abwasser in die Kanalisation oder in die Natur entsorgt werden. Die Untersuchungen des Betreibers einer Kläranlage ergaben, dass das gefilterte Wasser nahezu Trinkwasserqualität aufweist.

Gefiltertes Wasser mit Trinkqualität

Fuchs’ Erfindung erleichtert damit nicht nur die Arbeitsabläufe, sondern spart auch Kosten für die aufwendige Entsorgung von kontaminiertem Wasser. Fuchs hat 2016 einen Gebrauchsmusterschutz eintragen lassen und die Anlage 2017 zum Europapatent angemeldet.

Bedarf für diese Filteranlage besteht. In Deutschland gibt es mehr als 44.000 Malerbetriebe, die Fassadenreinigung und -anstrich anbieten. Die Anlage könnte darüber hinaus auch zur Reinigung von Photovoltaik- und Solaranlagen, im Denkmalschutz, von Feuerwehren und überall dort, wo Schmutzwasser anfällt, eingesetzt werden.

»Es ist eine Lösung aus der Praxis für die Praxis, besser geht’s nicht«, sagt Jurymitglied Philipp Salm, Leiter Förderberatung Rheinland der NRW.BANK. »Wir gehen davon aus, dass die Prämierung dazu beitragen kann, einen Investor zu finden, damit die Anlage für einen größeren Markt produziert werden kann.«