Das Deutsche Malermuseum feiert sein 30-jähriges Jubiläum

Das Deutsche Malermuseum brachte das Leben zurück in den sonst so friedlichen Billwerder Billdeich im Süden Hamburgs. Wo sonst nur selten ein entferntes Autobrummen das Quaken der Frösche im Teich nebenan stört, schwirrten am 20. Mai 2014 mit Musik, Lachen und Gläserklirren die unmissverständlichen Geräusche einer Feier durch die laue Mittagsluft. Das Deutsche Malermuseum beging sein 30-jähriges Jubiläum mit einem fröhlichen Festakt – und zahlreiche Maler und Freunde des Museums feierten mit. Unter einer Sonne, die alles daran setzte, ihre Abwesenheit über die letzten Tage hinweg vergessen zu lassen, verwandelte sich der »Joachim Germann Platz« vor der alten Tenne (Scheune) in ein Festzelt, indem sich die Gäste bei Häppchen, Kaffee und Kuchen austauschen konnten.

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»Zur Eröffnung hatten wir damals auch Sonnenschein«, erinnerte sich Rudolf Gregersen, Museumsleiter und Vorsitzender des Fördervereins. Gregersen hielt die Eröffnungsrede in der Tenne zu Beginn der Feier und lobte insbesondere das Engagement der zahlreichen Helfer, die das Deutsche Malermuseum in ehrenamtlicher Arbeit oder gegen eine geringe Bezahlung am Laufen halten würden.

Arne Dornquast, der Leiter des Bezirksamts Bergedorf, bezeichnete das Museum als »Stätte des kulturellen Gedächtnisses«. In einer sich schnell wandelnden Zeit sei es umso wichtiger, seine Herkunft nicht zu vergessen und das Wissen um alte Techniken zu bewahren. Das betonte auch sein Nachredner Holger Jentz, Vorsitzender des Bildungsausschusses der Malerinnung Hamburg. Deshalb versuche er, »jede Berufsschulklasse einmal durch das Deutsche Malermuseum zu begleiten«.

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Tatsächlich finden sich nirgendwo sonst in Deutschland so viele Zeugnisse aus der Geschichte des Malerhandwerks an einem Ort, nirgendwo sonst zeugt selbst das Museumsgebäude – ein vorbildlich restauriertes Haus aus dem 16. Jahrhundert mit Decken- und Wandbemalung – von der bewegten Vergangenheit des Berufstands. Auch in der umfangreichen Bibliothek des Museums verbergen sich wahre Schätze. Ulrich Seiss von der Universität Wuppertal zeigte den Gästen in einer Power-Point Präsentation verschiedene Malerfachbücher und –zeitschriften, teilweise jahrzehntealt und allesamt gelagert und zugänglich gemacht im Museumsarchiv. Was die Mappe-Redaktion besonders freute: Sogar das ein oder andere Cover aus den immerhin 123 Jahren Mappe fand den Weg hinein in die Präsentation. Im Anschluss an die Reden ließen sich viele der rund 80 Ehrengäste durch die Ausstellung führen.

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Fotos: Deutsches Malermuseum Hamburg