Das war die BAU 2019

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Der Branchentreff auf der wichtigsten Messe für Architektur, Materialien und Systeme sowie für alle, die professionell mit Planen und Bauen zu tun haben. hat am Samstag den 19. Januar seinen Abschluss gefunden. Dabei ist die BAU nicht nur für Planer und Architekten die wichtigste Informations- und Kommunikationsplattform – sie bot auch dem Bau- und Ausbaugewerbe, das den größten Besucheranteil stellte, zahlreiche Angebote und Veranstaltungen. Bei 2.200 Ausstellern aus aller Welt konnten die 250.000 Besucher wichtige Inspirationen für die Zukunft der Branche und zu den wichtigsten Themen mit nach Hause nehmen. Wir blicken zurück auf die vergangene Messe und stellen die wichtigsten Talks, Themen und Produkte vor.

Eine Übersicht, welche Aussteller Produktneuheiten und Innovationen für das Malerhandwerk ausstellten, finden Sie hier: Der Ausstellerplan für die BAU 2019

Treffpunkt Handwerk

Unter diesem Motto bündelt die BAU seit Jahren ihre spezifischen Angebote für das Handwerk. Die Fachbesucher erwartete dort u.a. ein spannendes Vortragsprogram mit vielfältiger Themenpalette. Digitalisierung, Smart Home, Dämmung, Lüftung, Brandschutz, Farbe, Social Media sowie Frauen im Handwerk oder Nachwuchs- und Fachkräftemangel – praktisch alle Themen, die dem Bauhandwerk auf den Nägeln brannten, kamen zur Sprache. In Stammtischen und Expertenrunden wurden Themen wie »Digitale Baustelle – wie beeinflussen BIM und Handwerkersoftwar den Planungs- und Bauprozess?« (Hier das Youtube-Video ansehen) oder »Farbe ist / als Luxus«

 

Ein fester Bestandteil der BAU ist auch das Trainingscamp des Nationalteams des Deutschen Baugewerbes, organisiert vom ZDB, Zentralverband des Deutschen Baugewerbes. Bereits zum vierten Mal waren Deutschlands beste Handwerker – Maurer, Fliesenleger, Stuckateure und Zimmerer – auf der BAU. Sie trainierten vor großem Publikum und konnten ihr Können zeigen. Das Trainingscamp dient gleichzeitig der Vorbereitung auf die Berufsweltmeisterschaft „World Skills“, die im August 2019 im russischen Kasan stattfinden wird.

In Forum B0 wurde unter dem Motto »Von der Vision in die Praxis« in Praxisberichten und Präsentation über die Umsetzung modernen Bauens gesprochen. Experten warfen einen Blick auf die wichtigsten Themen der Bauwirtschaft. Das ganze Programm des Forums B0 mit wichtigen Vorträgen für das Fachhandwerk gibt es hier: Forum B0 Von der Vision in die Praxis. Die wichtigsten Vorträge für das Malerhandwerk waren »Spinat enthält viel Eisen, Wände müssen atmen – Mythen, die selbst Fachleute glauben« von Jürgen Leppig GIH Bundesverband e. V. und  Phillip Heinze, vom PHB Ingenieurbüro für Bauphysik ging der Frage nach »Ist Innendämmung eine Lösung?«

Die Themen der BAU 19: Herausforderungen für die Zukunft der Branche

Ein wichtiges Thema der Bau war die Digitalisierung der Prozesse im Handwerk: Im Bauwesen kommt die Digitalisierung seit einigen Jahren in Fahrt. Mit den jüngsten Entwicklungen im IT-Bereich veränderte sich das Planen enorm. Heute ist es Standard, dass Architekturbüros mit digitalen Planungsinstrumenten arbeiten, anstatt mit Tuschestift und Zeichenplatte. Auf diese Entwicklung muss sich auch das Handwerk einstellen, künftig wird es möglich sein, eine Planung teilweise direkt in die 3D-Produktion zu übersetzten. Im Ingenieurwesen ist dies bereits Realität. Das wird in Zukunft nicht nur Zeit und Geld sparen, sondern auch ein effektiveres Arbeiten am Bau ermöglichen.

-> Alles zum Zukunftstrend BIM (Building Information Modeling) gibt es hier: BIM me up

-> Wie das Handwerk neue Technologien gewinnbringend für sich nutzen kann, erläutert die Mappe 12/2018 in den Trends und Chancen

Ein weiteres wichtiges Thema der BAU 19 ist der Wohntrend der Zukunft »Vernetztes Wohnen und arbeiten«:  Die Arbeitswelt befindet sich derzeit in einem bemerkenswerten Umbruch. Für viele Arbeitnehmer liegt der Fokus nicht mehr auf der Entlohnung, sondern auf der Flexibilisierung der Arbeitszeit und der besseren Vereinbarkeit von Privatleben und Arbeit. Neu ist dieser Ansatz nicht, neu sind aber die Umstände! Durch die Digitalisierung verschmilzt die Arbeitswelt immer mehr mit dem Privatleben. Am Abend schnell noch einmal die E-Mails kontrollieren oder am freien Tag die Frage eines wichtigen Kunden bewnatorten – für viele ist das heutzutage normal. Andererseits funktioniert das Leben heute nicht mehr nach klaren Mustern. Individuelle Lebenskonzepte und freie Entfaltung der eigenen Ideen sind für Mitarbeiter zunehmend wichtige Faktoren. Wobei das im Grunde gut zusammen. Einige Arbeiten lassen sich – dank mobiler Datenverarbeitung – auch unterwegs erledigen. Die Betreuung von Kindern oder die Pflege von Familienmitgliedern lassen sich so besser vereinbaren.

 

All das verändert natürlich auch das Bauen bis hin zur ganz konkreten Gestaltung von Bürolandschaften. Für die Mitarbeiter müssen oft keine festen Arbeitsplätze mehr bereit gehalten werden. Statt dessen stehen unterschiedliche Bürokonzeptionen zur Verfügung, die je nach Vorliebe am morgen für den den Tag ausgewählt werden können – die Daten zum Arbeiten werden dann direkt aus der Cloud geholt. Keine Notwendigkeit für einen festen Arbeitsplatz also. Und das kann mitunter bis zu 20 Prozent an Bürofläche sparen.

Noch größer ist die Auswirkung auf die Wohnraumgestaltung. Grundrisse sollen intelligent gestaltet sein, sodass sie flexibel angepasst werden können. Homeoffice, Mehrgenerationenwohnen, Verdichtung, Erweiterung und Umfunktionierung müssen mit wenigen Umbauten möglich sein. Die Digitalisierung und die damit einhergehende Flexibilisierung von Arbeit und Privatleben erfordern mer denn je flexible Gebäudestrukturen, auch um die Wohnungsnot in Ballungsräume zu verbessern.

-> Wie kreative und moderne Arbeitsräume gestaltet werden können, demonstriert Caparol mit seinem neuen Farb.Design.Studio: »Was macht kreative Räume aus?«

-> Alles zum wichtigen Trend der Flexibilisierung von Lebens- und Arbeitswelt und welche Chancen der Trend für Handwerksbetriebe bereit hält, finden Sie in Mappe 01/2019 in den Trends und Chancen

Integrale Systeme: Planung und Ausführung am Bau bestens vernetzt. Das ist eines der wichtigsten Themen der Zukunft für die Branche und damit auch Schwerpunkt der BAU 2019. Denn neben der fachgerechten und ansprechenden Gestaltung spielen neue Technologien eine immer größere Rolle für intelligente Gebäudesysteme. Die digitalen Werkzeuge erlauben außerdem eine Planung fernab des rechten Winkels. Je komplexer das Bauen wird, desto größer ist andererseits auch das Bedürfnis nach Vereinfachung. Der Schlüssel dazu liegt in der Verfertigung und in der Modularen Systembauweise. Im Werk können viele Bauteile besser und schnell zusammengefügt werden, sodass sie auf der Baustelle nur noch wie ein Puzssel zusammengefügt werden.

Smart Buildings: Die Zukunft des Bauens. Auch die Gebäude selbst werden immer digitaler. Im sogenannten Smart-Building werden alle Geräte miteinander vernetzt und können so direkt oder indirekt miteinander kommunizieren. Das bringt für den Kunden viele Vorteile: Energieströme etwa können optimal gesteuert, die aus beispielsweise Solarzellen gewonnene Energie kann bedarfsgerecht verteilt oder gespeichert werden. Ganze Quartiere können so beispielsweise in einem intelligenten Netz verbunden werden. Stark verändert hat sich in den letzten zehn Jahren auch der Umgang mit Kunstlicht. Die LED-Technologie – mittlerweile Standard bei der Beleuchtungsplanung – hat die Art, wie Gebäude beleuchtet werden, verändert. Das Licht im Gebäude verbraucht jetzt weniger Energie, benötigt weniger Platz sowie weniger Wartung durch längere Haltbarkeit. Umso stärker kann nun der Fokus bei der Lichtplanung auf der Gestaltung liegen. Licht-Designer werden öfters die Planung von Gestaltungskonzepten mit einbezogen. Im Smart Bildung spielt auch das Lichtdesign eine große Rolle. So ist es möglich, über das Smartphone die Jalousien und gleichzeitig das Kunstlist zu steuern und diese sogar zu Atmosphären-Programmen und Lichtkonzepten zusammenzufügen. Auch Notprogramme für den Brandfall lassen sich so beispielsweise definieren. Dem Smart Building sind fast keine Grenzen gesetzt.

Die Lange Nacht der Architektur

Einen schönen Höhepunkt fand die BAU 2019 mit der langen Nacht der Architektur am Freitag Abend. 50 interessante Gebäude Münchens wurden spektakulär beleuchtet. Interessierte und Messebesucher konnten auf unterschiedlichen Routen und Thementouren das Spektakel besichtigen und abseits der Messehalle München besichtigen und frische Luft schnappen.

 

Natürlich war auch die Mappe vor Ort, um sich von neuen Gestaltungstrends und Produktinnovationen inspirieren zu lassen. In den kommenden Wochen stellen wir auf Mappe.de die spannendsten Innovationen und Gestaltungstrends vor. 

Titelbild: Messe München

Videos: GHM