Brandgefahr durch Dämmstoffe?

Die tragischen Ereignisse bei dem Brand eines Wohnhochhauses in London verdeutlichen die Wichtigkeit eines vorbeugenden baulichen Brandschutzes sowie die Notwendigkeit brandschutztechnisch eindeutiger und vollständiger Produktanforderungen. Auch wenn die Ursachen der Brandkatastrophe nicht endgültig geklärt sind, scheint die Brandweiterleitung zu einem wesentlichen Teil über die Außenwandfassade erfolgt zu sein.

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Unzureichende oder leicht brennbare Dämmstoffe stellen eine große Gefahr bei Bränden dar. Foto: Jens Weber / pixelio.de

In Deutschland gelten anders als in anderen Ländern der EU hohe brandschutztechnische Anforderungen an Bauprodukte: Wärmedämmungen im Bereich von Hochhausfassaden beispielsweise müssen nach hiesigen Landesbauordnungen aus nicht brennbaren Baustoffen bestehen. Dazu gehört, dass diese Brandtemperaturen von mindestens 1.000 Grad Celsius aushalten müssen, bevor sie zu schmelzen beginnen und nicht anfangen dürfen zu glimmen, um einer unbemerkten Brandausbreitung oder gar einem erneuten Entfachen des Brandes vorzubeugen. Die EU-Kommission sieht in unseren deutschen Richtlinien jedoch gemäß Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 16. Oktober 2014 in der Rs. C-100/3 einen Verstoß gegen die EU-Bauprodukteverordnung, da die europäischen Bauproduktnormen derartige Eigenschaften von Dämmstoffen nicht fordern.

Die Verbände der beratenden und planenden Ingenieure, der Prüfingenieure und der Bauwirtschaft fordern daher die für die Bauwerkssicherheit zuständigen Landesregierungen auf, die brandschutztechnisch notwendigen Produktanforderungen klarer zu definieren und nicht ins Ungefähre zu verschieben, wie dies die jüngst veröffentlichte Muster-Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen versucht. Zudem sind bei derart sicherheitsrelevanten Produkten weiterhin unabhängige Produktprüfungen und Fremdüberwachungen durch dafür staatlich anerkannte Institutionen vorzusehen. Ein gemeinsamer europäischer Markt für Bauprodukte – so sehr er auch grundsätzlich begrüßt wird – darf nicht zulasten der Sicherheit von Leben und Gesundheit der Bürger gehen.

Wie wichtig eine rundum abdeckende Brandschutzversicherung für den Malerbetrieb ist, hatten wir in Mappe 5/17 berichtet. In dem Artikel diskutieren wir, welche Policen für Ihren Betrieb sinnvoll und welche zweifellos notwendig sind. Gerade im Falle eines Brands sind Sie auf die Unterstützung Ihrer Versicherung angewiesen – dies zeigen wir am Beispiel des Malermeisters Martin Kett, dessen Betrieb im Jahr 2009 vollständig ausgebrannt ist.